Scharfes Spargelcremesüppchen

Der Starkregen hier in Hamburg bringt mich langsam um den Verstand. Nun ist es endlich wieder so richtig lange hell, dass ich selbst nach Feierabend das herrliche Licht für meine Fotos nutzen könnte, aber die meiste Zeit hängen die Wolken tief. In regelmäßigen Abständen gibt es heftige Schauer, die auch das letzte bisschen Licht aus meiner Wohnung vertreiben.

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Dabei habe ich sooooo leckere Sache gekocht und gebacken, die ich leider kaum oder nur schlecht fotografieren konnte.

Zum Beispiel diese Spargelcremesuppe! Eigentlich wollte ich ein großes Shooting machen, die Zutaten alle abmessen und schön auf einer Platte drapieren. Ein Teelöffel Zucker hier, eine gehackte Zwiebel dort, ein paar Stangen Spargel usw. Sehr witzig! Als ich endlich so weit war, goss es mal gerade wieder und war so dunkel, dass ich mich kurzzeitig fragte, ob ich wohl etwas zu viel Zeit mit dem Aufbau verbracht habe. War es wirklich schon halb zehn abends? Öhm, nö! Die Uhr zeigte kurz nach fünf an.

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Also gibt es nun nur wenige Bilder. Spargelsuppe ist nun auch kein so ausgefallenes Gericht, das zahlreich in Bildern dokumentiert werden muss.

Normalerweise esse ich meine Spargelcremesuppe super gerne mit Merguez Würstchen. Die scharfen Lammwürstchen bilden einen wunderbaren Kontrast zum zart-süßen Spargel.

Wer mich kennt, weiß natürlich, dass ich ein Essen niemals zu weit im Voraus plane. Daher kam mir die Idee mit der Suppe auch erst am Samstagnachmittag als der Schlachter bereits geschlossen hatte.

Also dachte ich eine Weile darüber nach, was für Alternativen sich anbieten würden. Mir ging es gar nicht so sehr um das Fleisch als viel mehr um diesen wunderbaren Kontrast zwischen süß, salzig und scharf.

Und glaubt mir, wer das mag, braucht keine Merguez mehr! Entweder kocht Ihr Euch das Süppchen wie ich vegan oder Ihr ersetzt die Sojasahne durch richtige Schlagsahne (aber dann bitte keine H-Sahne). Ich erinnere mich noch dunkel an den Geschmack von H-Sahne! F-ü-r-c-h-t-e-r-l-i-c-h! Ein anderes Wort kann diesen merkwürdigen Geschmack nicht beschreiben.

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Der Schlüssel zu dieser wunderbaren Suppe liegt übrigens nicht nur in der Sahne (egal ob vegan oder vom tierisch), sondern allen voran an der kräftigen Spargelbrühe, die aus Spargelschalen und Chiliflocken gekocht wird. Ich habe die Spargelschalen vom Vorabend im gekochten Spargelwasser aufgehoben und auf dieser Basis die Brühe gekocht!

Die Brühe pimpt das Süppchen, das ansonsten aus Spargelstangen und Kartoffeln gekocht wird. Einfach mit ein paar gebratenen Spargelspitzen servieren und dazu ein Glas Weißwein dazu genießen. Dabei lässt sich selbst der Dauerregen hervorragend ertragen!

 

 

Scharfes Spargelcremesüppchen

  • Schale von ca. 1,5 kg Spargelstangen plus die Enden
  • 1 l Wasser vom gekochten Spargel
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Meersalz
  • 1 TL Chiliflocken
  • 500 g weißer Spargel
  • 1 EL Olivenöl (alternativ Butter)
  • 2 mittelgroße Kartoffeln, geschält und gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
  • 1 kleine weiße Zwiebel, geschält und fein gewürfelt
  • 150 ml Sojasahne (alternativ Schlagsahne)
  • optional: Petersilie zur Deko

Achtung: je mehr Spargelschalen Ihr habt, desto besser. Hebt daher die Schalen samt Kochwasser vom Vorabend auf (bitte bei warmen Temperaturen unbedingt im Kühlschrank lagern).

  1. Den Spargel schälen und die Enden abschneiden. Den Spargel erst einmal zur Seite legen.
  2. In einem Topf 1 l Wasser (nach Möglichkeit Spargelwasser vom Vorabend) mit den Spargelschalen und Enden, dem Zucker, Meersalz und den Chiliflocken zum Kochen bringen. Ca. 20-30 Minuten köcheln lassen.
  3. In der Zwischenzeit die Spargelstangen in Stücke schneiden. Die Spargelspitzen dabei aufbewahren und so lange in Kühlschrank stellen.
  4. Die Brühe durch ein feines Sieb gießen und die Flüssigkeit aufbewahren. Das Sieb sollte möglichst fein sein, damit keine Chiliflocken in die Suppe kommen! Die Spargelreste können nun entsorgt werden.
  5. In einem großen Topf das Öl erhitzen. Die Kartoffeln, Knoblauch, Zwiebeln und Spargelstangen kurz anschwitzen, dann mit der Brühe auffüllen. Ca. 20-30 Minuten kochen lassen, bis die Kartoffeln so weich sind, dass man sie pürieren kann.
  6. Mit einem Zauberstab alles fein pürieren und die Sojasahne unterrühren (ggf. mit Salz abschmecken).
  7. Die Spargelspitzen in einer Pfanne mit etwas Öl oder Butter anbraten.
  8. Die Suppe samt Spargelschalen sofort servieren.

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