Author Archives: Christine

Alltag

Vor einigen Wochen hätte die Einleitung zu diesem Beitrag ungefähr so geklungen:

„Mein Kopf scheint jeden Moment zu explodieren, nachdem ich gerade festgestellt habe, wie viele Fotos ich auf meinem Handy und der Speicherkarte meiner Digitalkamera habe. Ich habe keine Ahnung, wann und wie ich all die unendlichen Bilder jemals sortieren, geschweige denn in irgendeiner Art und Weise verarbeiten soll.“ 


Seit gestern muss ich mir immerhin nicht mehr ganz so viele Gedanken zum Verwalten machen, da ich nämlich einen Lightroom Workshop besucht habe. An dieser Stelle muss ich allerdings betonen, dass ich mit meiner bisherigen Ordnung gar nicht mal so schlecht lag. Nur habe ich das Programm etwas stiefmütterlich behandelt.

Das eigentliche Problem ist jedoch geblieben. Was fange ich mit all den Fotos an?

Kleinkind blickt in ein Schaufenster
Schaufensterbummel

Mit Fotobüchern hinke ich weiterhin sehr hinterher. Für mich ist die Erstellung eines Buches aufwendig, da ich doch hohe, vielleicht auch zu hohe Ansprüche an mich selbst stelle. Wie man ein Album innerhalb eines Abends erstellen kann, ist mir ein Rätsel. 

Auf der anderen Seite finde ich es irgendwie schade, die Fotos so ungesehen auf den Festplatten versauern zu lassen. Hätte ich sie dann überhaupt erst machen müssen? Ja, auf jeden Fall! Denn das Fotografieren bringt mir wirklich Spaß und Freude. Ich liebe das Geräusch, wenn die Kamera auslöst. In der heutigen Zeit ist es ja eigentlich Quatsch, weil gar kein Film mehr, so wie früher, transportiert wird (sagt man das so?). Ich habe den Ton an meiner Digitalkamera aber bewusst nicht ausgeschaltet, weil ich ihn wirklich liebe und jedes Mal so ein kleines Kribbeln verspüre, ganz im Gegensatz zu dem Geräusch an meinem Handy. Das stelle ich dann meist auf lautlos und wundere mich hinterher wieder über verpasste Anrufe. Ich habe keine Ahnung, ob man Bilder am iPhone auch geräuschlos erstellen kann. Dafür müsste man sich ja mit seinem Telefon beschäftigen, wozu ich grundsätzlich keine Lust habe. 

Meine Bilder erzählen keine hochtrabenden Geschichten. Dafür ist unser Leben vermutlich zu langweilig beziehungsweise einfach der normale Alltag, den jeder irgendwie kennt. Keiner von uns wird jeden Tag ein wildes Abendteuer erleben, dass allen anderen den Atem rauben wird. Das wäre auf Dauer vermutlich auch sehr anstrengend. Daher geht es eher um die kleinen Dinge, die mir rückwirkend das Herz erwärmen. Es ist schon fast ein wenig grotesk. Denn in dem Moment, in dem ich mit Haylee unterwegs bin, empfinde ich es weder als aufregend, noch irgendwie besonders. Es gibt Tage, an denen es mich einfach nur anstrengend und ich mir wünsche, dass wir endlich abends im Bett liegen und zur Ruhe kommen. 

Wenn ich dann Tage oder Wochen später die Fotos betrachte, stelle ich fest, wie schön wir es doch hatten. Dabei ist es gar nicht wichtig, was wir unternommen haben. Ob wir mit dem Roller durch die Gegend gesaust sind, im Supermarkt einkaufen waren, wir am Elbstrand saßen oder zu Hause mit Knete gespielt haben (Gott, ich hasse diese kleinen Krümel, die überall rumliegen).

Ich liebe die Fotos von meinen Reisen sehr, aber dennoch möchte ich die kleinen Alltagsschnipsel nicht missen. Denn letztendlich sind sie es, die unsere Geschichte erzählen.

xoxo
Christine 

Mandel-Schokoladenkekse

Normalerweise bringe ich mir aus dem Urlaub meist ein kleines Souvenir mit in Form von Geschirr. Meine Leidenschaft ist das Kochen und Backen, sodass ich mich an schönen Tellern, Gläsern oder Schüsseln erfreue. Wenn ich sie nutze, denke ich für einen kurzen Momentan an den vergangenen Urlaub zurück und erfreue mich erneut, wie zum Beispiel an meine Salatschüssel aus Schweden, die Gläser aus Boston, die knallrote Schüssel aus Australien oder aber die Auflaufform aus Santa Barbara. 

ob sie den Keks denn jetzt wohl essen könne oder ob wir noch ein Foto machen müssten

Dieses Mal habe ich allerdings kein Erinnerungsstück gefunden. Ich kaufe nichts, was ich nicht mag oder benötige. Es muss mir schon gefallen und einen Zweck erfüllen. Schließlich will ich nicht im Nippes ertrinken. 

Aber ich habe etwas, was mindestens genau so schön wie eine neue Schüssel ist. Nämlich ein Rezept für schokoladige Schokoladenkekse. Sie sind so weich wie ein Stück Kuchen, aber so klein wie ein Keks. Der perfekte Begleiter für den ersten Kaffee oder Tee am Morgen, einen Snack für Zwischendurch oder aber zum Nachtisch nach einem köstlichen Abendessen. 

Hinter den Szenen: ein Fotoset mit Kind aufzubauen, ist unmöglich. Daher habe ich jetzt eine Assistentin eingestellt, die mich tatkräftig unterstützt


Ich habe die Cookies innerhalb einer Woche bereits dreimal gebacken, zwei Mal davon auf Mallorca. Selbst meinem Schwiegervater haben die Kekse hervorragend geschmeckt, wobei die größte Abnehmerin Haylee ist. Wir lieben die Kekse!

xoxo
Christine

Mandel-Schokoladenkekse

65 g Kokosöl, geschmolzen
1 Ei
100 g gemahlene Mandeln
30 g Kakaopulver (ungesüßt)
80 g Rohrzucker
1 Päckchen Instand-Kaffeepulver 
1/2 TL Natron 
1/4 TL Meersalz
1 Päckchen Vanillezucker 
40 g gehackte, hochwertige Zartbitterschokolade 

In einer Schüssel das Ei mit dem Kokosöl vermengen. 

In einer zweiten Schüssel die restlichen Zutaten vermischen. Anschließend die Ei-Öl-Mischung unterrühren, bis ein zäher Teig entsteht. Den Teig für zirka 30 Minuten kühlen. 

Den Backofen auf 180° C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Aus dem Teig zwölf kleine Kugel formen. Diese auf das Backblech legen und leicht andrücken. Zwischen den Kugeln sollte jeweils ein Abstand von 1-2 cm liegen. 

Die Kekse für zirka 8-9 Minuten bei 180° C Ober- und Unterhitze backen. Danach die Kekse aus dem Ofen nehmen und komplett auf dem Backblech auskühlen lassen. Die Kekse nicht vorher vom Blech nehmen, da sie dann zerfallen. Die ausgekühlten Kekse in einer Dose aufbewahren und innerhalb von drei Tagen verbrauchen. Tatsächlich sind die Kekse sehr weich und erinnern eher an einen Brownie als an einen knusprigen Keks!

Ein verregneter Urlaub

So viele Regentage wie in diesem Urlaub hatten wir bisher noch nie. Der November ist selbst für Südeuropa nicht der idealste Reisemonat. 

Ursprünglich wollten wir gerne wieder in die USA fliegen. Entweder gab es zwar sehr günstige Flüge für zirka 300 Euro, die jedoch mit miserablen Flugzeiten von bis zu 32 Stunden verbunden waren oder aber erträgliche Flugzeiten, was hohe Ticketpreise nach sich zog. Die Reise wäre schnell sehr teuer geworden, da noch Unterkünfte und ein Mietwagen dazugekommen wären, sodass es mir die Lust nahm, das Geld auszugeben. 

Es war ein Zeichen des Universums! Denn kurze Zeit später begannen die Feuer in Nordkalifornien zu wüten, was auch Auswirkungen auf unsere geliebte Bay Area hatte. Die Menschen saßen mitunter mehrere Tage ohne Strom da, vieles hatte geschlossen, ganz zu schweigen von der schlechten Luftqualität. Airbnb Unterkünfte waren nicht mehr zu buchen, da diese vernünftigerweise den Menschen zur Verfügung gestellt werden sollten, die ihre Häuser in den Feuern verloren hatten. Wir waren dankbar uns gegen eine Reise in den USA entschieden zu haben, auch wenn insbesondere ich ziemlich traurig war, da ich mich dort einfach sehr wohl fühle. 

So buchte ich also kurzfristig unseren Urlaub in Europa und überlegte, was ich mir denn gerne anschauen würde und was gut zu erreichen sei. Meine Wahl fiel schließlich auf Mailand, Florenz und Mallorca. Die Ziele ließen sich gut miteinander verbinden und boten eine interessante Mischung aus Metropolen, Kultur und Erholung. 

Ich hätte bei meinem Recherchen vielleicht auch besser mal ein Auge auf das Wetter werfen sollen, was ich natürlich nicht tat. Das in Italien und Spanien immer die Sonne scheint, liegt ja auf der Hand, dachte ich mir. Nun weiß ich es besser. 

Der viele Regen zerrt an unseren Nerven, so richtig gut erholen wir uns nicht. Wir versuchen dennoch, jeden Tag etwas Schönes zu unternehmen. 

Am Sonntagnachmittag fuhren wir nach Palma und suchten zwischen den zahlreichen Regenschauern einfach Unterschlupf in Geschäften oder Cafés. Dabei probierten wir Kleidung an, setzen uns alberne Hüte auf und bestaunten die vielen hässlichen Kleider, bei denen ich mich ernsthaft fragte, ob die jemand kaufen würde. 

Außerdem ließen wir uns die selbst gebackenen Schokoladenkekse auf einem kleinen Platz schmecken, auf dem Haylee voller Freude immer wieder um eine Statue rannte. 

Es könnte schlechter sein, aber über mehr Sonnenschein würden wir uns dennoch freuen!

xoxo
Christine 

12 von 12 – November 2019

Es ist schon wieder der 12. und somit Zeit für die 12 von 12. Wer das Format noch nicht kennen sollte, kann hier mehr darüber nachlesen.

Wir sind momentan im Urlaub und daher kommen die Fotos dieses Mal aus Spanien. Der Alltag hier wirkt merkwürdigerweise gleich viel spannender, obwohl wir auch hier ganz normal aufstehen, frühstücken, spielen, snacken und irgendwann ein Abendessen essen. Aber das ist im Urlaub eben so, weil es doch irgendwie alles entspannter ist.

Morgenstimmung über Cala Pi
Vor dem Frühstück kneten wir noch kurz eine Runde. Kneten ist momentan ihre absolute Lieblingsbeschäftigung.
Heute Morgen müssen wir ein wenig Hausarbeit erledigen. Während ich sauge, trägt Haylee die schmutzige Wäsche zum Wäschekorb. Sie ist immer stolz, wenn sie helfen kann.
Ich bin mir nicht genau sicher, ob es nun ein Palmenblatt darstellen soll. Mich erinnert es eher an Hanf, auch wenn die Blätter ganz anders aussehen.
Die Bootshäuser in der Bucht von Cala Pi liegen herrlich malerisch da.
Einen Muschelabdruck habe ich auch gefunden.
Irgendwo habe ich gelesen, dass der feine, weiße Sandstrand in der Bucht von Cala Pi an die Karibik erinnert. Nun ja, im November ist der Strand nicht gerade sauber. Haylee spielt dennoch verträumt mit dem Sandspielzeug und plätschert stundenlang mit Meereswasser.
Offensichtlich gefiel jemanden das Schild nicht und so klebte er einen Aufkleber drauf, was schnell zu Nachahmungen führte.
Von hier oben aus betrachtet, ist die Bucht wirklich sehr malerisch.
Mittagessen auf unserer Terrasse
Am Nachmittag fuhren wir nach Colònia de Sant Jordi, in der Hoffnung, einen schöneren Strand zu finden. Es war unglaublich windig und der Strand durch das viele Wasser in der Bucht unerreichbar. Der gesamte Ort lag wie ausgestorben da, alle Restaurants und Hotels hatten geschlossen. Einzig ein paar Bauarbeiter und Gärtner werkelten hier und da herum. Wir fühlten uns fast wie in einer Geisterstadt.
Happy Birthday Anja! Auf Dich. Wir schicken unserer Freundin ein Geburtstagsvideo von unserer Dachterrasse und genießen dabei ein Glas Weißwein vom Winzer ums Eck. Ich überlege die ganze Zeit, warum das iPhone eigentlich so einen merkwürdigen Effekt erzeugt hat.

Weitere 12 von 12 Beiträge findet Ihr wie immer auf Caros Blog Draußen nur Kännchen.

xoxo
Christine