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12 von 12 – am 12. Juni 2018

Es ist der 12. Juni 2018 und somit Zeit für eine neue Runde 12 von 12. Wer damit noch nicht vertraut ist, kann bei Karo mehr lesen.

Ich stehe früh auf, um ein wenig von daheim zu arbeiten. Unser Ticketsystems treibt mich an den Rand des Wahnsinns, allerdings bin ich viel zu müde, um mich darüber zu ärgern. Vielleicht bediene ich es auch nur falsch. Dafür schmeckt mein Cashew Kaffee allerdings ausgezeichnet.

Auf dem Weg zur Kita komme ich an einem alten Backsteingebäude vorbei. Mir gefallen die Rosen davor so gut, dass ich ein Foto mache. Dabei stehe ich auf einmal in einer klebrigen Masse und es riecht, als wenn literweise Traubenmost oder gegorener Apfelsaft ausgefloßen wäre. Meine Schuhe kleben am Kopfsteinpflaster fest und ich bewege mich schwerfällig fort.

Nach der Kita gehen wir kurz im Supermarkt einkaufen. Haylee bekommt vom Schlachter ein Würstchen geschenkt.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle kommen wir an einem verwunschen Garten voller Rosen vorbei. Im Vorbeigehen sehe ich ein Schild „Kletterrosen“. Eigentlich würde ich mir es gerne durchlesen, aber ich will unbedingt den Bus bekommen und so lasse ich nicht nur das Schild, sondern auch die Hexe, die sich im Baum versteckt hat, links liegen.

Wir warten auf den Bus und spiegeln uns in einer schmutzigen Scheibe. Mir fällt auf, dass mein Einkaufsbeutel gut zur Bushaltestelle passt und die Windelpackung zum Pulver, nur meine Tasche stört das Outfit.

Mir fällt zum ersten Mal auf, dass auf dem Abwasserdeckel Kaiserslautern steht. Ich denke an Kata und überlege, ob nur ihre Mutter da lebt oder ob sie dort auch aufgewachsen ist. So genau erinnere ich es nicht mehr.

Wir vertreiben uns im Wartezimmer ein wenig die Zeit mit diesem bekloppten Spiel. Ich mag es nicht, aber immerhin gefällt es Haylee einigermaßen.

Mittagessen! Salate sehen ja, insbesondere mit Dressing, irgendwie nie so richtig appetitlich aus. Und wenn sie appetitlich aussehen, dann lassen sie sich meistens nicht essen. Der Thunfischsalat mit karamellisierten Kernen war sehr lecker.

Ich stehe bereits heute zum dritten Mal an der Bushaltestelle und blicke in den Himmel. Es ist frisch und ich wünschte, ich hätte ein leichtes Tuch dabei, da ich Halskratzen und Kopfschmerzen habe. Gleichzeitig ist es irgendwie drückend.

Es gibt eine Obstpause mit Kirschen und Pfirsichen. Haylee stopft mir allerdings davon das meiste in den Mund, da sie mich sehr gerne füttert. Welch ein Glück habe ich keinen Apfel aufgeschnitten.

Nun sind wir doch tatsächlich zum vierten Mal heute mit dem Bus nach Blankenese gefahren. Mir fallen zum ersten Mal die schönen Verzierungen am Bahnhofsgebäude auf. Passend dazu steht ein nostalgischen Rad davor. Ich wünsche bloß, das Schloss wäre nicht im Bild. Und die Leiter hinter der Scheibe. Es stört mein Wohlbefinden nämlich etwas.

Draußen wird es immer dunkler, aber es fällt kein Regen. Böse, böse, bei uns gibt es Plastikflaschen. Dabei wollen wir den Plastikkonsum reduzieren. Mir schmeckt das Leitungswasser hier nicht. Tatsächlich gehöre ich zu den Menschen, die finden, dass jedes Wasser anders schmeckt. So gibt es hier also weiterhin Wasser aus Flaschen mit denen Haylee im ausgetrunkenen Zustand gerne spielt. Mein schlechtes Gewissen hält sich daher in Grenzen.

Weitere Beiträge findet Ihr wie immer bei Karo.

xoxo
Christine

die Hürde vom plastikfreien Einkaufen

Seit ungefähr zwei Wochen kreisen meine Gedanken immer wieder um das plastikfreie Einkaufen. Mich nervt der Plastikmüll, den wir wöchentlich erzeugen, tatsächlich sehr, was hauptsächlich auch daran liegt, dass die Wertstofftonne ständig gut gefüllt ist. Durch die akribische Mülltrennung (Restmüll, Bio, Papier, Glas, Wertstoffe) sind die Wertstoff- und Altpapiertonne hier nämlich niemals leer.

Würde es nur um mich gehen, wäre plastikfreies Einkaufen tatsächlich leichter möglich. Man kauft eben nur noch das, was im besten Fall ganz ohne Verpackung angeboten wird. Die Ernährung wird dann zwar schnell fade und eintönig, aber immerhin erzeugt man kein Plastik. Ware in Gläsern scheint bei dieser Challenge irgendwie ok zu sein, wobei ich den Verschluss der Gefäße doch irgendwie bedenklich finde. Aber gut, es geht ja um plastikfrei und nicht um Metall.

Radikales, plastikfreies Einkaufen funktioniert für uns als Familie allerdings nicht. Es fängt damit an, dass wir Windeln benutzen, die ausschließlich in Folie verpackt verkauft werden. Und das ist auch gut so, denn ansonsten dringen Keime oder gar Feuchtigkeit hinein. Feuchte Windeln liefert mir mein Kind ganz von alleine.

Ich bin ja froh, dass die Erdbeeren plastikfrei verkauft werden, denn ich esse Erdbeeren wirklich gerne. Haylee hat sich gestern nach dem Einkauf sofort auf die Schale gestürzt und direkt noch auf dem Flur zwei fette Beeren gegessen. Durch die Hitze und Lagerung sehen die Beeren leider nicht mehr ganz so frisch aus, aber sie schmecken köstlich.

Da wir schon beim Thema Hygieneartikel sind, will ich es hier kurz abhaken. Der Mann mag keine feste Seife und Shampoo am Stück, womit wir den nächsten Plastikmüll erzeugen. Überhaupt habe ich festgestellt, dass unsere Kosmetik- und Pflegeprodukte alle in Plastik verkauft werden. Immerhin habe ich für die Challenge mein Deo gewechselt und verwende jetzt eines aus dem Glasroller (nennt man das so?). Ich habe vor ca. zwei Jahren mal probiert, meine Haare mit Tonerde zu waschen. Ist besser für die Umwelt und angeblich auch für die Haare. Doch was soll ich sagen? Sie wurden nie wirklich sauber und fetteten noch schneller als sonst.

Unser Obst und Gemüse kaufe ich meistens beim Türken. Der hat nicht nur gute Qualität und faire Preise, sondern verkauft fast alles lose. Das ist mir tatsächlich wichtig. Nicht nur wegen des unnötigen Plastikmülls, sondern weil ich nur so viel kaufe, wie ich benötige. Ein Sack Kartoffeln oder Zwiebeln, die es sicherlich irgendwo billiger gibt, würden bei uns sehr schnell schlecht werden. Neben Obst und Gemüse gibt es auch noch eine Frischetheke. Hier werden diverse Oliven, verschiedene Käsesorten und selbstgemachte Salate sowie Dips angeboten. Natürlich werden diese in Plastikschalen oder Plastiktüten abgefüllt. Wäre ich konsequent, würde ich darauf verzichten. Allerdings esse ich marinierte Oliven sehr gerne und auch der Schafskäse hat eine hervorragende Qualität. Also wandern auch hier Schälchen in meinem Einkaufskorb. Ich unterstütze lieber einen kleinen Laden, als das im Supermarkt zum eingeschweißten Produkt greife.

Da ich so neugierig war, sind wir am Wochenende in einen Laden gefahren, der unverpackte Ware anbietet. Der Kunde bringt seine eigenen Gefässe mit oder leiht sich Gläser vor Ort. Den Gedanken finde ich reizend. Schließlich wird hier wirklich etwas zum Thema Umweltschutz beigetragen. Aber gekauft habe ich nichts, obwohl ich extra noch Gefässe eingesteckt habe. Ich persönlich fand das Geschäft viel zu alternativ und öko, fühlte mich in der Enge nicht wohl und fand die Produktauswahl auch nicht so gelungen. Das ist natürlich rein subjektiv. Objektiv betrachtet, findet man die Grundnahrungsmittel und kann durchaus satt werden, wenn man einmal alle sein Gläschen befüllt. Allerdings gibt es noch einen zweiten Aspekt, der mich vom Kaufen abhielt. Das waren die Preise. Die sind mitunter gepfeffert hoch. Ich weiß schon, was jetzt kommen wird. Nachhaltigkeit, faire Preise, bio, Demeter, blablabala. Das ist fein, wirklich! Doch in der Realität gibt es viele, die es sich nicht leisten können oder wollen. Ich möchte kein Fair Trade Kaffee kaufen, der mir nicht schmeckt. Dann landet er nämlich im Müll, was ich dann wiederum mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann. So verließen wir den Laden also enttäuscht und ich überlegte erneut, wie man den Plastikwahn die Stirn bieten kann.

Letzte Woche haben wir uns spontan mit Freunden am Strand verabredet und ich sprang noch kurz in den Supermarkt, um ein paar Dinge für das Picknick zu besorgen. Haylees Leibspeise sind Blaubeeren. Da sie ansonsten kaum was isst, was wohl hauptsächlich auch am Zahnen liegt, habe ich eine Packung für sie mitgenommen, obwohl sie in der Plastikschale angeboten wurden. Das Wohle meines Kindes wiegt für mich höher als das der Umwelt. Hätte ich gewusst, dass sie nun auf einmal auch Erdbeeren isst, die ich liebe, wären die Blaubeeren im Supermarkt geblieben.

Wir produzieren sicherlich weniger Müll als andere, da wir viel beim Türken, Fischmann oder Schlachter einkaufen, aber dennoch bleibt immer noch zu viel Plastik übrig. Ich habe mir vorgenommen, zumindest bei Produkten, die nur dem Genuss dienen, wie zum Beispiel einem Schälchen Himbeeren, auf den Einkauf zu verzichten, wenn sie in Plastik angeboten werden. Was ich übrigens niemals kaufe und mich in den Wahnsinn treibt, sind Gurken in Folie. Vorzugsweise bietet Rewe die Bio Gurken mit Gummizug an, damit sie von den herkömmlichen Gurken unterschieden werden können. Ich bin ja eh kein Biofreund und greife lieber beim Türken zu den Vierländer Gurken (die kommen aus Hamburg), die tatsächlich nach Gurke schmecken. Sind zwar teurer als vom Discounter, aber immer noch billiger als dieses Biogedöns und immerhin regional. Überhaupt wiegt für mich regional höher als plastikfrei.

Vielleicht gibt es hier bald eine Versetzung zum Thema plastikfrei. Ich finde das nämlich wirklich spannend und verfolge sowohl bei den Buddenbohms als auch bei Christiane aufgeregt den Stand.

Lasst es euch gut gehen,
xoxo
Christine

auch ich habe jetzt eine Datenschutzerklärung

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Unwort des Jahres 2018 Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO werden wird. Auch ich habe mich die letzten Wochen mit dem unliebsamen Thema beschäftigt und zahlreiche Beiträge im Netz gelesen. Je mehr man liest, desto bekloppter und komplizierter wird es. 

Mein Postfach quillt über von E-Mails, in denen ich entweder über die neue Datenschutzerklärung des Absenders aufgeklärt werde oder bei denen ich einen Link bestätigen muss, um weiterhin bzw. erneut den Newsletter abonnieren zu können. Ein Restaurant hat mitgeteilt, den Newsletter nun einzustellen, da alle relevanten Informationen auch regelmäßig zum Abruf auf der Website bereit stehen. Ich find es schade, weil mir ausgerechnet dieser Newsletter nun gut gefiel und ich mir sicherlich keinen Serientermin in den Kalender knallen werde, nur um zu schauen, ob es ein neues Gericht auf der Speisekarte gibt. Immerhin bleibt der Webauftritt noch bestehen und wird nicht ganz geschlossen. 

Wenn ich alle Datenschutzerklärungen der Händler bei denen ich regelmäßig oder auch nur hin und wieder einkaufe, lese und mich mit jeder Erklärung auf den Blogs, denen ich folge, auseinander setze, habe ich den Sommer gut zu tun. Heute wollte ich zum Beispiel meine Budni App nutzen, um zu sehen, welche auf mich zugeschnittenen Angebote es gibt. Ging nicht! Ich musste erst ein Update der App durchführen und mir dann sehr viele Texte durchlesen und mindestens dreimal auf OK bzw. bestätigen klicken. Natürlich habe ich mir das alles nicht durchgelesen. Denn ich wollte ja noch vor Ladenschluss meine Einkäufe erledigen. Also habe ich es so wie immer gemacht und einfach nur genervt OK, OK, OK geklickt, um am Ende festzustellen, dass es immerhin Haylees Lieblingsbrei im heutigen Angebot gibt. 

Auch ich habe jetzt eine Datenschutzerklärung, weil man sie eben haben muss. Ob das jetzt alles so passt, weiß ich nicht. Und es interessiert mich auch nicht so wirklich, da ich persönlich keinen Nutzen davon habe. Schließlich betreibe ich hier weder einen Shop, noch schalte ich Werbung oder übe irgendeine Art von Beratung aus. Die Daten, die hier anfallen, sammle ich nicht aus Leidenschaft, sondern einfach, weil mir WordPress es so vorgibt. Man kann nun mal keinen Kommentar ohne E-Mail-Adresse und Namen hinterlassen. Wenn mir jemand eine E-Mail schicken möchte, dann sehe ich oh Wunder, die Absenderadresse. Ja aber hallo! Wie soll ich denn sonst auch antworten?

Die Datenschutzerklärung hat jedoch auch etwas Gutes. Man räumt nämlich schnell mal seinen Blog auf und stellt fest, dass manche Funktionen, wie zum Beispiel das Kontaktformular, gar nicht mehr nutzbar sind. Mir wäre das sonst auch die nächsten zehn Jahre nicht aufgefallen, da ich weder auf meiner Seite surfe, geschweige denn mich selbst kontaktiere. 

Ich bin gespannt, wie es ab morgen weiter gehen wird. Ob die große Abmahnwelle tatsächlich kommt oder ob alle mit der Gesamtsituation überfordert sind und es langsam im Sande versickert. 

Ich gehe jetzt ins Bett, gute Nacht!

xoxo

Christine

P.S. Bei Kochtrotz und Buddenbohm und Söhne habe ich besonders schöne Links zu Beiträgen der DSGVO gefunden. 

Marcel fragt sich, ob wir die DSGVO nicht alle zusammen vergeigt haben? Und Enno erklärt, wie er sein Blog zu der datenschutzkonformsten kommunikativen Einbahnstraße ever gemacht hat, während Pia um anonyme Postkarten bittet, die jedoch bitte mindestens 50 km vom eigenen Wohnort in den Briefkasten geworden werden.  

12 von 12 – Mai 2018

Na langer Zeit erscheint hier endlich mal wieder ein 12 von 12 Beitrag. Ihr wisst schon, 12 Bilder am 12. jeden Monats.

Es ist Hafengeburtstag und hin und wieder zieht ein Schiffchen vorbei. Ich zeige Haylee den Eisbrecher und sie gibt aufgeregt Tönchen von sich. Raucht ja auch das Ding, da kann man ruhig mal drauf aufmerksam machen.

Wir treffen uns mit den Freunden auf der Lindenterrasse und bestellen uns eine Flasche köstlichen Roséwein.

Ich mag die Lindenterrasse sehr, strahlen die Bäume doch eine gewisse Gemütlichkeit aus.

Haylee dreht ebenfalls eine kleine Runde…

… und ist mit der Verlegung der Platten sehr zufrieden.

Passend zum Wein haben wir eine kleine Antipasti Platte bestellt. Der Käse schmeckt wunderbar. Das Kind hat bestimmt fünf kleine Stückchen vernascht.

Haylee ist müde und quengelt, sodass ich irgendwann zu einer kleinen Runde aufbreche und sie in den Schlaf trage. Der Erfolg währt leider nur kurz.

Mir gefällt der Seiteneingang der Kirche sehr gut und ich denke darüber nach, ob es sich hierbei wohl um einen typisch norddeutschen Stil handelt. Aber ich habe weder von Kirchen noch von Architektur Ahnung und zu wenig Interesse, um mich in das Thema einzulesen.

Jemand hat seine Kunstwerke am Gartenzaun liegen lassen und ich bewundere die Deutschlandkatze, die mich unweigerlich an Fußball und die kommende WM denken lässt. In einer Ausstellung würde das Bild vielleicht „Der Fan“ heißen.

Wir brechen getrennt auf zur nächsten Location. Ich versuche mein Glück noch einmal, Haylee in den Schlaf zu tragen. Daher laufe ich alleine über den Friedhof und genieße die Ruhe.

Ich bleibe einen Augenblick stehen und betrachte das Mausoleum. Auch hier fällt mir auf, dass ich erneut keine Ahnung über Architektur und die genaue Verwendung des Gebäudes habe. Immerhin nehme ich mir vor, bei nächster Gelegenheit darüber ein wenig zu lesen. Das Kind ist inzwischen eingeschlafen. Eigentlich hätte ich Zeit, beim Gehen umgehend zu recherchieren, aber auf einmal möchte ich nur noch handyfreie Zeit haben und nutze mein iPhone ausschließlich zum Fotografieren.

Offensichtlich dreht sich heute alles um Architektur. Mir gefällt das Haus auf den ersten Blick ganz gut, was wohl hauptsächlich an der roten Tür und den Bäumen liegt. Doch dann sehe ich die Gitterstangen vor den Fenstern und bekomme eine fiese Abneigung gegen das Haus.

Mehr 12 von 12 Beiträgen findet Ihr wie immer bei Caro von Draußen nur Kännchen.