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12 von 12 – November 2018

Heute ist der 12. November und somit Zeit für 12 von 12. Ich bin selbst überrascht, dass ich daran gedacht habe, da wir im Urlaub sind. Auf der anderen Seite zückt man die Kamera oder in meinem Fall war es dann doch eher das Handy, im Urlaub häufiger als im Alltag. Wir genießen gerade etwas außerplanmäßig die Westküste der USA und lassen vor allen Dingen Ruhe walten. Mir ist beim Durchsehen meiner Fotos aufgefallen, dass ich natürlich nicht alles eingefangen habe, wie zum Beispiel das Frühstück oder der Geburtstagsanruf bei unserer Freundin Anja im Schlafanzug. Letztlich haben wir sie auch nicht erreicht und haben stattdessen dann super modern eine Sprachnachricht geschickt, die sie aber nicht abspielen konnte. Keine Ahnung, woran es lag. Also schickten wir am Ende eine SMS hinterher (das stimmt zwar nicht ganz, weil es streng genommen eine iMessage war) und hoffen, dass zumindest die Geburtstagskarte rechtzeitig angekommen ist. Ansonsten gibt es nächstes Mal eine Brieftaube.

Doch nun zu unserem Tag!

Ich hätte so gerne in der ehemaligen Feuerwehrstation etwas gekauft, aber die Verkäuferin war unfreundlich und ich konnte tatsächlich nichts von dem gebrauchen, was angeboten wurde.

Ein kuscheliger Hinterhof. Allerdings war es uns zum draußen sitzen dann doch zu kalt.

Verliebt in die Hausecke. Der Baum wirft seine knochigen Schatten an die Backsteinmauer und ein kleines Bäumchen strahlt in seinem gelben Mäntelchen.

So viele Häuser tragen hier Namen, wie zum Beispiel THE BERING. Ich mag das ja und erwähne es immer wieder. Allerdings finde ich es in deutschen Ferienorten dann doch befremdlich, wenn an den Mauern „Haus Anna“ oder „Haus Sonnenschein“ steht.

Siehst Du die Space Needle?

Solche Szenen machen mich ja leicht fertig, weil ich nicht weiß, was genau passiert ist. Ich vermute, dass das Auto erst wenige Minuten vorher gebrannt hat, da noch reichlich Löschwasser auf der Straße zu sehen ist und es nicht geregnet hat. Nun frage ich mich natürlich, ob der Wagen beim eigentlichen Waschen in Flammen aufgegangen ist oder ob der Motor zu heiß gelaufen ist oder aber, ob jemand eine kleine Bombe unter die Motorhaube gelegt hat, so wie in der Folge „Die Drei Fragezeichen und der Karptenhund“. Ich kann heute Nacht bestimmt nicht schlafen.

Diese Herbststimmung! Was mir wirklich positiv aufgefallen ist und mich so unglaublich glücklich macht, sind die zahlreichen Kastanien, die hier in Seattle stehen. Bei uns in Hamburg gibt es natürlich auch Kastanien und ich liebe sie wirklich innig. Allerdings sind die Bäume in Hamburg seit Jahren von Motten befallen und werfen somit ihre Blätter bereits im Spätsommer ab. Hach! Ihr wunderschönen Kastanien im Herbstkleid.

Das Haus erinnert mich spontan an Hamburg. Denn in der Elbchaussee steht ein recht ähnliches Häuschen.

Es gibt in Seattle einen Starbucks Reserved, der anderen Kaffee anbietet, als in den herkömmlichen Kaffeehäusern. Tatsächlich schmeckt der Kaffee hier um Welten besser und auch die Milch wird sehr cremig aufgeschäumt. Hier ist der Barista dann endlich wieder Barista. Der einzige Nachteil ist, dass der Shop inzwischen zum absoluten Must-Seen-Spot geworden ist und somit vollkommen überlaufen ist. Der Flair, den der Laden einst hatte, ist leider verloren gegangen. Aber so ist es ja immer.

Der dicke Mann mit der Sonnenbrille und dem bauchfreien Top erinnert mich an meinen Onkel Jörn. Den habe ich zwar noch nie in knappen Shirts gesehen, aber der Rest, der passt. Na gut, die Haarfarbe auch nicht, wir wollen hier aber mal nicht kleinlich werden.

Mehr Beiträge gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen.

Vielleicht nicht gerade die schönste Brückenaussicht, aber das Licht, dass entschädigt dafür.

Nein, das Kind trägt keinen Lippenstift und hat auch keine blutige Lippe. Ich bin selbst erstaunt über diesen Kussmund. Übrigens sind die Bürgersteige hier sehr häufig mit wilden Markierungen gekennzeichnet und Haylee macht auf alle aufmerksam. Selbst Schnecken würden uns überholen.

Ich verabschiede mich aus Seattle und wünsche Euch einen guten Start in den Dienstagmorgen,
xoxo
Christine

12 von 12 – Oktober 2018

Ich bin selbst überrascht, dass ich ausnahmsweise heute Morgen bemerkt habe, dass heute der 12. Oktober ist. Zeit für 12 von 12. Wer das Format noch nicht kennt, kann mehr darüber hier nachlesen.

Ich nutze meinen freien Tag für einen Bummel entlang der Elbe. Quasi als Tourist in der eigenen Stadt. Schön war es und auch ziemlich warm, so waren doch 22° C im Schatten. Ich habe es genoßen und hoffe, dass das Wetter noch lange so gut bleibt.

Oatmeal mit Pfirsichen und einem recht unterhaltsamen Buch

Die Allee erinnert mich an meine Kindheit und ich rätsle immer noch, ob es nicht ein Herbstbild von mir als Kleinkind gibt.

Linien, soweit das Auge reicht

Schattenspiele

Die kleine Gasse erinnerte mich sofort an New York oder San Francisco. Allerdings ist unsere dann doch sauberer.

Moderne trifft Geschichte. Früher gab es im hinteren Teil des Gebäudes den „Speicher“. Hier konnte man reichlich Trödel kaufen, von Kleinigkeiten bis hin zu Möbeln. Das gesamte Ambiente erinnerte an einen Kolonialwarenhandel. Es war ein wenig dunkel und muffig und dennoch fühlten sich die Kunden pudelwohl. Dann wurde das Gebäude, ich glaube, saniert. Der Laden zog um in ein neues Gebäude bei der Autobahn. Das Flair war verschwunden, die Artikel entpuppten sich zu Ramsch und der Laden musste schließen. Lage ist dann manchmal doch alles.

Manchmal läuft man an Dingen vorbei und ist überrascht, an wen sie einen erinnern. Erst beim Lesen des Textes auf der Schiffsschraube musste ich an meine Freundin denken und grinsen. Sie prüfte jahrelang das Unternehmen.

Ich mag das weiche Herbstlicht, das dem Hinterhof einen ganz besonderen Touch verleiht.

Kopfstand

Kaffeeliebe

Wir kaufen Schuhe und natürlich ist die Rutsche das Highlight. Auch ich mochte als Kind am liebsten die Schuhläden mit Rutsche. Lustig, dass sich das nicht geändert hat.

Schilderliebe

Mehr 12 von 12 Beiträge findet Ihr wie immer bei Caro.

Habt ein schönes Wochenende,
xoxo
Christine

ich nenne mich Patentante, auch wenn ich das nach der katholischen Kirche gar nicht bin

Viel zu lange ist sie her, die wunderschöne Taufe meines Patensohnes. Geht man nach der katholischen Kirche, darf ich mich natürlich nicht Patentante und den kleinen Nick ganz sicher nicht Patensohn nennen. Der Pfarrer wird erst einmal drei Kreuze über sich schlagen, wenn er es hört und den Rosenkranz rauf und runter beten.

mein Patensohn – mit Papa fliegt es sich einfach am besten

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Äpfel pflücken im Alten Land

Manchmal glaube ich, nie wieder viele Stunden am Stück schlafen zu können. So wie letztes Wochenende, als Haylee Margen-Darm hatte und uns in der einen Nacht gleich zweimal das Bett voll kotzte, um dann die restliche Nacht jede Stunde weinend aufzuwachen. Oder aber wie vor zwei Nächten, als sie anfing zu zählen. Natürlich spricht sie die Zahlen für Außenstehende noch nicht verständlich aus und auch ich vernehme keine klare eins, zwei oder drei, aber anhand der Betonung (sie imitiert den Papa) ist es eindeutig, dass sie bis fünf zählt. Denn so viele Finger hat sie an einer Hand, die am Wickeltisch immer mal wieder durchgezählt werden. In der Nacht wurden wir übrigens zunächst von einer Mücke geweckt. Als der Mann dann mit der Fliegenklatsche bewaffnet durchs Schlafzimmer hechtete und immer wieder erfolglos an die Wand klatschte, gab es kein Halten mehr. Das Kind lachte sich kringelig wie schon lange nicht mehr.

Immerhin schliefen wir als gerechten Ausgleich dafür die Nacht von Freitag auf Samstag exzellent und waren so verhältnismäßig ausgeschlafen wie schon lange nicht mehr. Während die Wettervorhersage für den Samstagvormittag noch einige Sonnenstunden versprach, zeigte die App für das restliche Wochenende vor allen Dingen Regen an.

Vor den Toren Hamburgs liegt das Alte Land, ein großes Obstanbaugebiet. Seit einigen Jahren bieten viele Höfe das Pflücken von Äpfeln, Kirschen oder Pflaumen an. Bisher hielt sich meine Begeisterung fürs Pflücken in Grenzen, was allerdings mehr den Äpfeln als der Tätigkeit des Pflücken zu verschulden ist. Schließlich esse ich Äpfel, wenn sie nicht gerade in einem Kuchen verbacken sind, nicht sonderlich gerne.

Doch mit Kind ändert sich vieles. Auch wenn Haylee noch sehr klein ist, finde ich es wichtig, schon früh zu vermitteln, wo Lebensmittel herkommen. Zwar gibt es vor unserer Haustür auf dem Nachbargrundstück einen Apfelbaum, sodass ich mich rein theoretisch mit Haylee an den Gartenzaun stellen könnte, aber damit wäre der Spaß dann auch schon beendet.

Auf dem Apfelhof hingegen kann man sein Körbchen nach Belieben mit unterschiedlichen Apfelsorten füllen. Naschen ist tatsächlich erlaubt. Bei so vielen Apfelsorten ist es sinnvoll, vorab einmal zu testen, ob einem die Sorte schmeckt.

Auf dem Hof standen neben zahlreichen Körben und Kisten auch Bollerwagen parat, was zum einen recht romantisch ist und sofort Kindheitserinnerungen in mir weckte, zum anderen auch ziemlich praktisch. Denn wer will schon unzählige Kilos gepflückter Äpfel die langen Wege lang schleppen? Gleichzeitig entwickelte Haylee eine unbeschreibliche Leidenschaft für den Wagen und bestand darauf, in diesem zu sitzen. Das verwunderte uns tatsächlich sehr, denn momentan ist sie mehr ein Tragekind, als das sie sich freiwillig in den Kinderwagen oder Buggy setzt. Zumindest dann, wenn ich mit ihr unterwegs bin.

ALs wir gerade die ersten Schritte zu den Obstbäumen gingen, huschte ein kurzer Regenschauer über uns hinweg und am Horizont war ein Regenbogen zu sehen. Während wir noch die Stirn in Falten legten und es in Erwähnung zogen, zurück zur großen Halle zu gehen, in der man sich fürs Pflücken anmelden musste, kämpfte sich die Sonne zwischen den Wolken hindurch zurück. Wir zogen mit unserem Bollerwagen los. Es war herrlich leer und wir waren in unserer Baumreihe ganz alleine, sodass Haylee auf Papas Arm ganz in Ruhe ihren ersten Apfel pflücken durfte. Sie war begeistert und so unglaublich stolz, dass mein Herz vor Freude nur so hüpfte.

Bei der Anmeldung bekommt man einen Plan ausgehändigt, auf dem nicht nur das Gelände eingezeichnet ist, sondern auch die verschiedenen Apfelsorten ausgewiesen sind. So wählten wir den Weg von Rubinette, über Elstar, Jonagold und Royal Jonagold bis hin zum Topaz. Haylee saß währenddessen im Bollerwagen, sortierte die Äpfel und zählte zwischenzeitlich auch durch, ob noch alle Früchte an Bord waren.

Nach über einer Stunde gingen wir schließlich mit unserem Korb zur Kasse und staunten nicht schlecht, als die Waage mehr als sechs Kilo anzeigte. Neben Apfelsaft und Apfelmus werden wir wohl auch einen Apfelkuchen oder Apfelcrumble backen. Auf jeden Fall muss das Obst zügig verarbeitet werden, da es bei der Inventur durchs Kind etwas in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Vielleicht gibt es auch bei Euch in der Gegend einen Apfelhof, der das selbst Pflücken anbietet. Dann nichts wie hin, es ist ein Heidenspaß und auch wesentlich entspannter, als die Erdbeeren auf dem Boden aufzulesen.

xoxo
Christine