Category Archives: my life

Alltag

Vor einigen Wochen hätte die Einleitung zu diesem Beitrag ungefähr so geklungen:

„Mein Kopf scheint jeden Moment zu explodieren, nachdem ich gerade festgestellt habe, wie viele Fotos ich auf meinem Handy und der Speicherkarte meiner Digitalkamera habe. Ich habe keine Ahnung, wann und wie ich all die unendlichen Bilder jemals sortieren, geschweige denn in irgendeiner Art und Weise verarbeiten soll.“ 


Seit gestern muss ich mir immerhin nicht mehr ganz so viele Gedanken zum Verwalten machen, da ich nämlich einen Lightroom Workshop besucht habe. An dieser Stelle muss ich allerdings betonen, dass ich mit meiner bisherigen Ordnung gar nicht mal so schlecht lag. Nur habe ich das Programm etwas stiefmütterlich behandelt.

Das eigentliche Problem ist jedoch geblieben. Was fange ich mit all den Fotos an?

Kleinkind blickt in ein Schaufenster
Schaufensterbummel

Mit Fotobüchern hinke ich weiterhin sehr hinterher. Für mich ist die Erstellung eines Buches aufwendig, da ich doch hohe, vielleicht auch zu hohe Ansprüche an mich selbst stelle. Wie man ein Album innerhalb eines Abends erstellen kann, ist mir ein Rätsel. 

Auf der anderen Seite finde ich es irgendwie schade, die Fotos so ungesehen auf den Festplatten versauern zu lassen. Hätte ich sie dann überhaupt erst machen müssen? Ja, auf jeden Fall! Denn das Fotografieren bringt mir wirklich Spaß und Freude. Ich liebe das Geräusch, wenn die Kamera auslöst. In der heutigen Zeit ist es ja eigentlich Quatsch, weil gar kein Film mehr, so wie früher, transportiert wird (sagt man das so?). Ich habe den Ton an meiner Digitalkamera aber bewusst nicht ausgeschaltet, weil ich ihn wirklich liebe und jedes Mal so ein kleines Kribbeln verspüre, ganz im Gegensatz zu dem Geräusch an meinem Handy. Das stelle ich dann meist auf lautlos und wundere mich hinterher wieder über verpasste Anrufe. Ich habe keine Ahnung, ob man Bilder am iPhone auch geräuschlos erstellen kann. Dafür müsste man sich ja mit seinem Telefon beschäftigen, wozu ich grundsätzlich keine Lust habe. 

Meine Bilder erzählen keine hochtrabenden Geschichten. Dafür ist unser Leben vermutlich zu langweilig beziehungsweise einfach der normale Alltag, den jeder irgendwie kennt. Keiner von uns wird jeden Tag ein wildes Abendteuer erleben, dass allen anderen den Atem rauben wird. Das wäre auf Dauer vermutlich auch sehr anstrengend. Daher geht es eher um die kleinen Dinge, die mir rückwirkend das Herz erwärmen. Es ist schon fast ein wenig grotesk. Denn in dem Moment, in dem ich mit Haylee unterwegs bin, empfinde ich es weder als aufregend, noch irgendwie besonders. Es gibt Tage, an denen es mich einfach nur anstrengend und ich mir wünsche, dass wir endlich abends im Bett liegen und zur Ruhe kommen. 

Wenn ich dann Tage oder Wochen später die Fotos betrachte, stelle ich fest, wie schön wir es doch hatten. Dabei ist es gar nicht wichtig, was wir unternommen haben. Ob wir mit dem Roller durch die Gegend gesaust sind, im Supermarkt einkaufen waren, wir am Elbstrand saßen oder zu Hause mit Knete gespielt haben (Gott, ich hasse diese kleinen Krümel, die überall rumliegen).

Ich liebe die Fotos von meinen Reisen sehr, aber dennoch möchte ich die kleinen Alltagsschnipsel nicht missen. Denn letztendlich sind sie es, die unsere Geschichte erzählen.

xoxo
Christine 

Ein verregneter Urlaub

So viele Regentage wie in diesem Urlaub hatten wir bisher noch nie. Der November ist selbst für Südeuropa nicht der idealste Reisemonat. 

Ursprünglich wollten wir gerne wieder in die USA fliegen. Entweder gab es zwar sehr günstige Flüge für zirka 300 Euro, die jedoch mit miserablen Flugzeiten von bis zu 32 Stunden verbunden waren oder aber erträgliche Flugzeiten, was hohe Ticketpreise nach sich zog. Die Reise wäre schnell sehr teuer geworden, da noch Unterkünfte und ein Mietwagen dazugekommen wären, sodass es mir die Lust nahm, das Geld auszugeben. 

Es war ein Zeichen des Universums! Denn kurze Zeit später begannen die Feuer in Nordkalifornien zu wüten, was auch Auswirkungen auf unsere geliebte Bay Area hatte. Die Menschen saßen mitunter mehrere Tage ohne Strom da, vieles hatte geschlossen, ganz zu schweigen von der schlechten Luftqualität. Airbnb Unterkünfte waren nicht mehr zu buchen, da diese vernünftigerweise den Menschen zur Verfügung gestellt werden sollten, die ihre Häuser in den Feuern verloren hatten. Wir waren dankbar uns gegen eine Reise in den USA entschieden zu haben, auch wenn insbesondere ich ziemlich traurig war, da ich mich dort einfach sehr wohl fühle. 

So buchte ich also kurzfristig unseren Urlaub in Europa und überlegte, was ich mir denn gerne anschauen würde und was gut zu erreichen sei. Meine Wahl fiel schließlich auf Mailand, Florenz und Mallorca. Die Ziele ließen sich gut miteinander verbinden und boten eine interessante Mischung aus Metropolen, Kultur und Erholung. 

Ich hätte bei meinem Recherchen vielleicht auch besser mal ein Auge auf das Wetter werfen sollen, was ich natürlich nicht tat. Das in Italien und Spanien immer die Sonne scheint, liegt ja auf der Hand, dachte ich mir. Nun weiß ich es besser. 

Der viele Regen zerrt an unseren Nerven, so richtig gut erholen wir uns nicht. Wir versuchen dennoch, jeden Tag etwas Schönes zu unternehmen. 

Am Sonntagnachmittag fuhren wir nach Palma und suchten zwischen den zahlreichen Regenschauern einfach Unterschlupf in Geschäften oder Cafés. Dabei probierten wir Kleidung an, setzen uns alberne Hüte auf und bestaunten die vielen hässlichen Kleider, bei denen ich mich ernsthaft fragte, ob die jemand kaufen würde. 

Außerdem ließen wir uns die selbst gebackenen Schokoladenkekse auf einem kleinen Platz schmecken, auf dem Haylee voller Freude immer wieder um eine Statue rannte. 

Es könnte schlechter sein, aber über mehr Sonnenschein würden wir uns dennoch freuen!

xoxo
Christine 

12 von 12 – November 2019

Es ist schon wieder der 12. und somit Zeit für die 12 von 12. Wer das Format noch nicht kennen sollte, kann hier mehr darüber nachlesen.

Wir sind momentan im Urlaub und daher kommen die Fotos dieses Mal aus Spanien. Der Alltag hier wirkt merkwürdigerweise gleich viel spannender, obwohl wir auch hier ganz normal aufstehen, frühstücken, spielen, snacken und irgendwann ein Abendessen essen. Aber das ist im Urlaub eben so, weil es doch irgendwie alles entspannter ist.

Morgenstimmung über Cala Pi
Vor dem Frühstück kneten wir noch kurz eine Runde. Kneten ist momentan ihre absolute Lieblingsbeschäftigung.
Heute Morgen müssen wir ein wenig Hausarbeit erledigen. Während ich sauge, trägt Haylee die schmutzige Wäsche zum Wäschekorb. Sie ist immer stolz, wenn sie helfen kann.
Ich bin mir nicht genau sicher, ob es nun ein Palmenblatt darstellen soll. Mich erinnert es eher an Hanf, auch wenn die Blätter ganz anders aussehen.
Die Bootshäuser in der Bucht von Cala Pi liegen herrlich malerisch da.
Einen Muschelabdruck habe ich auch gefunden.
Irgendwo habe ich gelesen, dass der feine, weiße Sandstrand in der Bucht von Cala Pi an die Karibik erinnert. Nun ja, im November ist der Strand nicht gerade sauber. Haylee spielt dennoch verträumt mit dem Sandspielzeug und plätschert stundenlang mit Meereswasser.
Offensichtlich gefiel jemanden das Schild nicht und so klebte er einen Aufkleber drauf, was schnell zu Nachahmungen führte.
Von hier oben aus betrachtet, ist die Bucht wirklich sehr malerisch.
Mittagessen auf unserer Terrasse
Am Nachmittag fuhren wir nach Colònia de Sant Jordi, in der Hoffnung, einen schöneren Strand zu finden. Es war unglaublich windig und der Strand durch das viele Wasser in der Bucht unerreichbar. Der gesamte Ort lag wie ausgestorben da, alle Restaurants und Hotels hatten geschlossen. Einzig ein paar Bauarbeiter und Gärtner werkelten hier und da herum. Wir fühlten uns fast wie in einer Geisterstadt.
Happy Birthday Anja! Auf Dich. Wir schicken unserer Freundin ein Geburtstagsvideo von unserer Dachterrasse und genießen dabei ein Glas Weißwein vom Winzer ums Eck. Ich überlege die ganze Zeit, warum das iPhone eigentlich so einen merkwürdigen Effekt erzeugt hat.

Weitere 12 von 12 Beiträge findet Ihr wie immer auf Caros Blog Draußen nur Kännchen.

xoxo
Christine

Tanti saluti da Firenze!

Wir waren für einige Tage in Florenz. Die Altstadt am Arno ist tatsächlich bezaubernd, sodass das „Forbes Magazin“ Florenz nicht zu unrecht zu einer der schönsten Städte der Welt gewählt hat. 

Blick auf den Palazzo Pitti
Das Panini, welches nicht schmeckte.

Die Stadt besticht durch seine schmalen Gassen mit den gut erhaltenen Häusern, die riesigen Villen und Paläste, als auch die zahlreichen Museen, Kirchen und Denkmäler. Und sie ist so unglaublich sauber! 

Der gute Espresso und Wein, die zahlreichen Eisdielen und überhaupt all die Leckereien der toskanischen Küche sprechen für sich selbst. 

Ein Löwe aus alten Rebstöcken.

Man kann sicherlich mehrere Wochen in der Stadt verbringen und wird dann immer noch nicht alles gesehen haben. Wir haben von der Sightseeing Liste jedenfalls kaum etwas abgehakt, legen darauf aber auch keinen großen Wert. Wenn wir an einer Sehenswürdigkeit vorbei kommen, freuen wir uns, wenn nicht, auch gut. Gerade mit Kleinkind kann man zwar beliebig viele Pläne aufstellen, aber jeder, der ein Kind hat weiß, dass man diese meist über den Haufen schmeißen kann. Also haben wir uns gar nicht erst überlegt, welche Museen, Plätze und Denkmäler wir uns anschauen wollen. 

Stattdessen haben wir uns zwischen Spielplätzen und Gelatterias fortbewegt und das Ambiente der Stadt genossen. 

Buchweizentoast mit Erdnussbutter, Aprikosmus und Bananen

Ich kann Florenz im November allerdings nur bedingt empfehlen. Sicherlich ist die Stadt nicht mehr ganz von Touristen überflutet, auch wenn ich die Menschenmassen immer noch unerträglich fand. Wie muss es bloß erst im Sommer sein? Der November hat statisch allerdings die meisten Regentage. Es wäre sehr clever gewesen, dies vor Reiseantritt zu ermitteln, aber so haben wir eine Feldrecherche hingelegt und ich kann sagen: „ Holy shit, es hat mitunter geschüttet wie aus Kübeln!“. Immerhin haben wir dafür auch den einen oder anderen Regenbogen gesehen, da sich zwischendurch dann immer wieder ganz kurz die Sonne blicken ließ. 

Dennoch hemmte der viele Regen unsere Unternehmungslust, da wir irgendwann sehr durchweicht waren.  Selbst Haylees Regenanzug, der für Hamburger Schietwetter bestens geeignete ist, hat den Wassermassen einfach nicht mehr standgehalten. So entfiel sowohl ein Besuch in Fiesole als auch ein Abstecher zum Piazzale Michelangelo am Abend. Im Regen muss ich dann auch nicht auf Florenz hinabblicken. 

Am ersten Sonntag im Monat bezahlt man für die Museen übrigens keinen Eintritt. Da das Wetter am Vormittag allerdings so schön war, konnten wir unmöglich in eine Ausstellung gehen und entschlossen uns daher, den Boboli-Garten zu durchstreifen. Direkt an den Garten grenzt ein Spielplatz, sodass wir zunächst einige Zeit auf dem Spielplatz waren, dann durch den Garten schlenderten, wo wir leider von einigen Regenschauern überrascht wurden und schließlich einen Mittagssnack bei RAW einnahmen. 

Haylee bei ihrer allerliebsten Beschäftigung – schaukeln!

RAW ist ein kleines, niedliches Restaurant, das ausschließlich vegane und glutenfreie Snacks und Drinks anbietet, die ohne Industriezucker, Konservierungsstoffe und anderem Schnickschnack auskommen. Wir waren ganz begeistert, weil die Sachen tatsächlich auch noch schmeckten. Ich bin ja normalerweise überhaupt kein Marmeladenfan, aber die schonend zubereitete Aprikosenmarmelade, glich mehr einem Mus, als einer geleartigen Masse und schmeckte auf dem selbstgemachten Buchweizentoast mit der Erdnussbutter hervorragend. Für Haylee war das Essen zwar etwas zu abgefahren, aber sie war ganz verrückt nach den Smoothies und sagte, als wir das dritte Mal den Laden betraten „Oooohhh lecker!“. Normalerweise fällt ihr ja nicht gerade in den Sinn, Gemüse in unserer Gegenwart zu essen, aber so ein grüner Smoothie, ja den wollte sie gerne trinken. 

Ja doch, Florenz ist definitiv eine Reise wert. Aber man sollte dann doch eher im April oder September kommen, wenn das Wetter etwas besser ist und die Stadt noch nicht oder nicht mehr in Touristen ertrinkt. 

Mille baci,
Christine