Schwedischer Mandelkuchen und warum es am Valentinstag kein Herz für Euch gab

Eigentlich wollte ich Euch zum Valentinstag einen Schokoladenkuchen in Herzform backen. Oder eine Obsttorte in Herzform. Oder irgendwas anderes in Herzform. Ich habe nämlich eine Herzbackform, die schon ganz alt ist. Meine Mutter hat sehr selten darin Kuchen gebacken, weil angeblich der Teig immer so fies in der Form kleben blieb. Pah, ich glaube, sie fand das Herz einfach nur doof.

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Jedenfalls war der Valentinstag plötzlich da. Also ich wusste schon, dass er immer am 14. Februar jeden Jahres stattfindet – gell Olaf, nicht dienstags, auch wenn es ValenTINSTAG heißt, aber ich war zu beschäftigt mit anderen Dingen.

Dabei habe ich extra super pünktlich Feierabend gemacht, damit ich Euch am Freitag noch mit etwas Süßem beglücken konnte. Statt direkt Heim zu fahren, bin ich aber erst mal ein wenig bummeln gegangen und habe es mir gut gehen lassen. Irgendwann dachte ich mir, dass die Blogs eh schon überfüllt sind mit Schokoladencremes, Erdbeereis und Baisetörtchen. Da muss ich nicht auch noch mit einem Herzdingsda um die Ecke sausen, bei dem die Hälfte der Leserzahl aus Prinzip gegen den kommerziell gestalteten Valentinstag gewittert hätten.

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Also, kein Valentinstagbeitrag auf meinem Blog. Stattdessen habe ich Sushi in der Stadt gegessen. Ganz alleine, da ich niemanden kenne, der so spontan Zeit hatte. Natürlich war ich im Restaurant nicht alleine, sondern mit mir sehr viele andere Geschäftsleute und vielleicht ein paar Touristen.

Ich mag keine Sushi Restaurants, die mit all you can eat werben. Ich möchte nur das bezahlen, was ich auch wirklich esse, dafür allerdings in allerbeste Qualität. Statt dem typischen Sushiband, das an seinen Gästen vorbeirattert, gibt es hier eine Kühltruhe in der abgepackte kleine Sushihäppchen liegen. In der offenen Küche gibt eine Maschine, welche die kleinen Sushi Dinger einzeln oder in zweier Paketen in Zellophanfolie einwickelt. Was für eine praktische Erfindung, die garantiert  nur  von einem Japaner kommen kann! Jedenfalls nimmt man sich die Sushi aus der Kühltheke, die man gerne essen möchte. Das finde ich total toll, da ich bei den abgepackten Versionen meist etwas nicht mag oder nicht vertrage (dieses Krebsersatzfleisch ist wirklich eines der überflüssigsten Lebensmittel, die es gibt). Mit den Paketen in der Hand steht man in einer Schlange an, bezahlt dann und gibt die Sushi ab. Im Austausch erhält man eine Nummer, nimmt irgendwo im Laden platz und wartet darauf, dass einem das Sushi gebracht wird. Natürlich wickeln die netten Damen das Sushi dann für einen aus, legen es auf ein Holzbrett (es heißt bestimmt anders, aber ich kleiner Bauer drücke mich gerne platt aus) und servieren es dann mit einer Schale Grünen Pulvertee. Ich finde das wirklich ganz liebreizend.

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Wenn man alleine ist, kann man sich die Wartezeit mit dem Schauen eines Japans Videos vertreiben, in dem hübsche Landschaften, eine lange Brücke und hin und wieder auch Menschen, die zum Beispiel tanzen, gezeigt werden. Der Film läuft mit japanischen Untertitel und im Hintergrund plätschert japanische Musik. Ich kann kein Japanisch und denke mir daher meinen eigenen Untertitel aus. Ich finde Filme mit Untertiteln in der Landessprache irgendwie merkwürdig. Aber vielleicht sind die Japaner so wissbegierig, dass sie unbedingt möglichst viel Informationen aufsaugen möchten, auch wenn sie nur ein daher plätscherndes Video schauen.

Nach der kleinen Sushi Stärkung war ich übrigens noch guter Dinge, es pünktlich nach Hause zu schaffen, zu backen und dann das Ganze schnell noch zu fotografieren.

Aber dann, dann fand ich mich auf einmal in der Buchhandlung mit dem neuen Buch von Zucker Zimt und Liebe wieder. Natürlich hätte ich das Buch einfach kaufen können, um es ausgiebig daheim zu bestaunen. Da ich aber bereits in vielen Buchhandlungen in den letzten Wochen gewesen bin und keine das Buch vorrätig hatte, musste ich es an Ort und Stelle durchblättern! Solltet Ihr kein Fan von Kochbüchern sein, stellt Euch einfach vor, dass Ihr die neuste Ausgabe vom Automagazin, Insekten der Tundra oder aber Malen nach Zahlen in den Händen haltet.

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Das Buch von Jeanny ist wirklich zauberhaft geworden. Hochwertig gebunden mit wunderschönen Aufnahmen ihrer zuckersüßen Gebäckstücke! Auch wenn es sich hierbei um kein gluten- und milchfreies Backbuch handelt, kann man sich dennoch wunderbar inspirieren lassen und die Rezepte eben ein wenig umwandeln. Geschmacklich tut es, behaupte zumindest ich, dem ganzen keinen Abbruch.

Ich habe mich beim Durchlesen des Rezepts sofort in den schwedischer Mandelkuchen verliebt, der, wie Jeanny schreibt, der einfachste Kuchen sei, den sie überhaupt kenne. Einfach ist er und vor allen Dingen geht es schnell. Aufwendige Cremetorten oder mit Fondant überzogen sind ja nichts für mich. Ich habe wenig Geduld und essen mag es dann auch keiner.

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Dieser Kuchen ist auf jeden Fall wundervoll. Ein bisschen Zitronen, ein bisschen Vanille und ein wenig Mandel. Eine perfekte Kombination. Kuchen aus reinem Mandelmehl sind mir übrigens immer viel zu süß und wuchtig. Bei dieser Variante stimmt einfach alles.

Backt ihn am besten gleich nach, damit Ihr Euch am Wochenende mit einigen Stücken verwöhnen könnt. Lasst es Euch gut gehen!

Schwedischer Mandelkuchen (gluten- und milchfrei)

leicht abgewandelt aus dem Buch Zucker, Zimt und Liebe: Jeannys süße Rezepte

  • 115 g geschmolzene Butter / vegane Margarine
  • 180 g Zucker
  • Abrieb von 1 unbehandelten Zitrone
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • ausgekratztes Mark einer Vanilleschote
  • 90 g Reismehl
  • 30 g Tapiokastärke (oder andere Stärke)
  • 1 Handvoll Mandelblättchen
  • 2 EL Zucker zum Bestreuen

Form: 1 Springform 20 cm oder eine ofenfeste Auflaufform

  1. Den Ofen auf 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen
  2. Zucker und Zitronenabrieb mit den Händen vermengen (riecht so gut!)
  3. Die Eier hinzugeben, schaumig rühren, Vanillemark und Salz hinzugeben.
  4. Das Mehl und die Stärke in den Teig rühren, anschließend die flüssige Butter hinzugeben.
  5. Den Teig in eine Form geben, Mandeln drauf legen und mit Zucker bestreuen.
  6. Den Kuchen ca. 25-30 Minuten je nach Form und Ofen backen lassen (Stäbchenprobe).
  7. Den Kuchen auskühlen lassen und dann mit jedem Bissen genießen.

3 comments

  1. Oh, Ich liebe Mandelkuchen! Den probiere ich auf jeden Fall aus. … Aber geht der auch vegan? Also Sojamilch statt Eier?

    Herzgrüße aus Heidelberg und wenn du magst, dann schau doch auch auf meinem Blog vorbei. :)
    LebenLiebeLaberei.blogspot.com

    1. Hallo Nina,

      ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob Du die Eier in diesem Kuchen durch Sojamilch ersetzen kannst. Da habe ich leider gar keine Erfahrung. Ich hätte vermutlich eher zu gemahlenen Leinsamen, eingeweicht in Wasser gegriffen. Aber auch hier weiß ich nicht, ob es klappt. Sonst probiere es einfach aus und lasse mich wissen, wie das Ergebnis geworden ist.
      Und nun husche ich erst mal zu Deinem Blog.

      Liebe Grüße
      Christine

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