Himmlisch leckere Engelsaugen

Engelsaugen! Ich dachte immer, die Kekse würden Liebesaugen heißen. Aber ehrlich gesagt finde ich beide Namen bekloppt. Denn ich habe weder einen Engel noch einen Verliebten jemals mit roten Augen gesehen. Nur Zombies haben rote Augen!

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Allerdings isst man Zombiekekse wohl nur zu Halloween und nicht und in der Weihnachtszeit.

Der treffendste Name wäre wohl  Daumen- oder Marmeladenkekse. Man drückt nämlich, wenn man praktisch veranlagt ist, mit dem Daumen so Mulden in den Teig und gefüllt diese dann mit Gelee.

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Natürlich klingt Engelsaugen viel filigraner als Daumenkekse. Daumenkekse verkaufen sich marketingtechnisch sicherlich nicht gut, auch wenn sie noch so lecker sind.

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Ich habe im Internet ein wenig recherchiert und mir diverse, nicht glutenfreie Rezepte durchgelesen. Irgendwie waren sie alle recht unterschiedlich, sodass ich eigentlich gar nicht weiß, wie Engelsaugen wohl wirklich schmecken. Sind sie nun aus Mürbeteig oder nicht? Soll man die Marmelade oder das Gelee nun leicht erwärmen, damit es sich besser in die Kekse füllen lässt? Ich habe beides ausprobiert. Erwärmtes Gelee in die Kekse geben oder direkt aus dem Gefrierbeutel in die Mulden füllen.

Die Gefrierbeutelvariante geht nicht nur schneller, sondern ist auch viel einfacher zu handhaben. Und vor allen Dingen richtet man damit keine große Sauerei in der Küche an.

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Ich habe für einen Mürbeteig entschieden, allerdings dieses Mal auf eine Fertigmehlmischung, wie z. B. von Schär verzichtet. Mich störte bei den letzten Mürbeteigplätzchen der hohe Anteil an Kartoffelstärke, den man irgendwie raus schmeckte.

Ich kann absolut verstehen, wenn jemand aus Zeitmangel oder geringer Lust am Backen zu Fertigmischungen greift. Inzwischen bin ich jedoch mit dem von mir gemixten Mürbeteig, zumindest für diese Engelsaugen, absolut zufrieden. So viel länger dauert das Mischen nicht, aber man muss natürlich alle Zutaten daheim haben .

Ich habe anders als in klassischen Mürbeteigrezepten sehr wenig Zucker beigemengt. Zum einen mag ich es nicht, wenn etwas zu süß ist, zum anderen geben die gemahlenen Mandeln und insbesondere die Marmelade schon sehr viel Süße ab. Wer das ganze wie ich, gerne noch mit Staubzucker toppt, bekommt am Ende einen Zuckerschock. Dennoch empfehle ich allen Naschkatzen unter Euch, die Zuckermenge einfach von 60 g auf 100 g zu erhöhen, wenn Ihr besonders gerne süß esst.

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Apropos Staubzucker. Hier in Norddeutschland sagt man Puderzucker. Die Menschen machen sich lustig über einen, wenn man Staubzucker sagt. Ja ja, ich weiß wovon ich spreche. “Staubzucker, was soll das denn sein?” Ja, was wohl! Manche Menschen sind aber auch sehr begriffsstutzig. Tztztztz! Dabei finde ich den Begriff sehr passend und nutze ihn gerne.

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Zu den Engelsaugen passt übrigens ein Espresso oder aber Schwarztee. Denn beides bildet einen herrlichen Kontrast zu dem süßen Keks, der tatsächlich himmlisch lecker ist. Vielleicht heißen die Engelsaugen auch deshalb so.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Start in die neue Woche, es ist die letzte vor Weihnachten. Jeppi!

Engelsaugen (glutenfrei)

  • 80 g Reismehl
  • 70 g glutenfreies Hafermehl (aus glutenfreien Haferflocken mahlen)
  • 40 g gemahlene Mandeln
  • 20 g Braunhirsemehl
  • 20 g Kartoffelstärke
  • 60 Zucker
  • 1 1/2 TL Xantan Gum
  • 100 g Butter / Margarine, kalt
  • 1 Ei
  • Lieblingsmarmelade oder Gelee zum Füllen, ich habe Johannisbeere gewählt
  • Staubzucker / Puderzucker zum Bestäuben (optional)

Alle Zutaten (bis auf die Marmelade und den Staubzucker) mit dem Händen rasch und gut verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und in einem Gefrierbeutel / in Folie eingepackt für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kühlen (geht auch über Nacht).

Aus dem Teig kleine Kugeln formen (so etwas zwischen Haselnuss und Walnuss, Hauptsache alle Kekse haben die gleiche Größe) und jeweils mit dem Daumen eine Mulde in den Teig drücken.

Nun mit einen Gefrierbeutel nehmen, das Gelee einfüllen und mit einer Schere ein kleines Loch an ein Zipfelende schneiden. Das Gelee in die Kekse füllen.

Die Kekse bei 180° C ca. 10-15 Minuten backen (je nach Backofen).

Auf einem Rost komplett auskühlen lassen und vor dem Servieren ggf. mit Staubzucker bestreuen. Die Kekse in einer luftdichten Dose aufbewahren.

5 comments

  1. Ja wirklich ein komischer Name, für mich sehen die Plätzchen aus wie Hildaplätzchen oder Spitzbuben. Ich glaube, Kekse, die wie Augen klingen, hätte ich als Kind nicht gegessen hihihi, oh schöner Schnee! :D

  2. Da unsere Kinder nicht so marmeladig sind habe ich sie noch nie glutenfrei gebacken, dafür stibitze ich dann an der grossen Familienweihnacht welche vom Gabentisch :)
    Deine sehen sehr lecker aus!

    1. Vielen lieben Dank. Du kannst sie sonst mit Karamell füllen, das habe ich irgendwo auch gesehen. Es gibt von dem gleichen Hersteller wie die Marmelade auch eine Karamellsoße. Da ich allerdings keine Milchprodukte vertrage, hab ich es nicht ausprobiert.

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