Marmorkuchen

Auf den ersten Blick sieht der Kuchen nicht aus wie ein Marmorkuchen. Auf den zweiten auch nicht. Aber wenn man sich viel Mühe gibt, kann man etwas Marmoriertes erkennen.

Nur, weil etwas nicht der Norm entspricht, muss nicht schlecht sein. Mein Daumennagel zum Beispiel sieht für einige auch nicht aus, wie der eines Mädchen (für alle, die sich ebenfalls fragten, wessen Daumen das Brot ins Ei tunkte, dem sei versichert, es ist meiner – ich habe quasi ein Selbstporträt gemacht). Jedenfalls lasse ich mir jetzt von all meinen Freundinnen immer ihre Daumennägel zeigen und vergleiche sie mit meinen. Meine Freundin Anja erklärte übrigens, dass man einen Männerdaumen immer an der Behaarung erkennen würde. Daraufhin schaute sich mein Vater sehr skeptisch seine Daumen an und sagte, dass er dort keine Haare hätte, sondern nur auf den Fingern. Tja, und nun? Ich weiß auch nicht. Lasst uns lieber über den Kuchen sprechen.

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Dabei fällt mir ein, dass Mr. Claudius den Kuchen für eine Stulle hielt. Vielleicht, weil er ein wenig aus der Ferne (2 m) wie Schwarzbrot aussieht.

Der Kuchen schmeckt auf jeden Fall nicht nach Schwarzbrot, sondern ist saftig und himmlisch lecker.

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Dabei sah es am Anfang nach einem Desaster aus. Als ich aus dem Büro heimkam, überlegte ich mir, etwas Sinnvolles zu machen, bevor ich zum Mädelsabend beim Italiener aufbrechen musste. Kuchen backen! Alternativ gab es so unattraktive Beschäftigungen wie Staubwischen, aufräumen oder bügeln. Und wer mag das schon?

Ich fing fröhlich an, die Eier mit dem Zucker zu verrühren und überlegte mir, dass ich ja schon mal die Butter schmelzen könnte. Ich steckte meine Nase in den fast leeren Kühlschrank – keine Butter weit und breit. Natürlich passiert so etwas immer nur mir. Statt wie alle anderen vernünftigen Köche und Bäcker, die Zutaten vorher ordentlich bereit zu legen, suche ich immer erst dann die passende Zutat, wenn es denn so weit ist.

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Ich lief also in den Supermarkt, kaufte die Butter und buk weiter. Von ein bisschen fehlender Butter lasse ich mich jedenfalls nicht entmutigen.

Der erste Dämpfer setze jedoch ein, als ich den Schokoladenteig auf den hellen Teig goss. Die Teige waren so flüssig, dass sich beide sofort miteinander vermischten. Das Linien ziehen mit einer Gabel war also überflüssig.

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Ich hatte mir überlegt, dass der Kuchen so ca. 30 Minuten backen müsste, max. 40 Minuten. Schließlich musste ich ja noch zum Italiener. Was soll ich sagen? Dieses verdammte Ding wurde einfach nicht gar. Nach 40 Minuten klebte immer noch Teig am Holzstäbchen. Genervt stellte ich den Kuchen auf das Rost und beschwerte mich bei Sonja über das miserable Ergebnis. Innen matschig, außen schon recht dunkel. Sonja hat natürlich immer rettende Ideen. Sie schlug vor, den Kuchen oder die Innereien des Kuchen mit Eierlikör zu essen.

Als ich am nächsten Morgen den Kuchen anschitt, war ich absolut überrascht. Er war fantastisch! Das Fazit: Ende gut, alles Gut!

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P.S. Christoph, beim nächsten Handporträt werde ich vorher zur Maniküre gehen und die Nägel lackieren.

Marmorkuchen (glutenfrei)

3 Eier
150 g Zucker
1 Päckchen Bourbon Vanillezucker
200 g Butter / Margarine, schmelzen
150 g Reismehl
50 g Buchweizenmehl
30 g Kartoffelmehl
1 1/2 TL Backpulver
Ca. 30-50 ml kochendes Wasser
3 EL Kakao

Den Backofen vorheizen und die Kastenform (ca. 23 cm) mit Butter einfetten oder Backpapier auslegen.

Die Eier und den Zucker, plus Vanillezucker cremig rühren.
Alle Mehlsorten plus Backpulver hinzugeben und verrühren. Nun die geschmolzene Butter einrühren und einen Schuss heißes Wasser dazu. Das Wasser gibt dem Teig genug Feuchtigkeit, mach ihn aber leider auch etwas flüssiger, was den Marmoeffekt beeinträchtigt.

Nun einen Teil des Teigs (ich habe das per Augenmaß gemacht) in die Form geben und dem restlichen Teig den Kakao beimengen, sehr gut verrühren.

Den Schokoladenteig auf den Hellen geben und dann bei ca. 180 C Ober- und Unterhitze ungefähr 40-60 Minuten backen (Stäbchenprobe). Den Kuchen nicht überbacken, er trocknet noch nach.

In meinem Ofen war der Kuchen ca. 40 Minuten. Es klebte noch ein wenig Teig am Holzstab. Ich habe ihn noch fünf Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen lassen und dann auf einem Küchenrost gestürzt.

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