Orangen Cranberry Kuchen mit Schokostückchen

Frisch gepresster Orangensaft trifft getrocknete Cranberries und knackige Zartbitterschokolade.

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Was für ein Slogan! Der Kuchen hat mich fast zur Verzweiflung getrieben. Nur das gute Zureden des ersten Detektivs Justus Jonas ist es zu verdanken, dass ich nun die Geschichte von diesem Kuchen erzähle.

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Ich habe gestern, während ich im Büro Dokumentationen für einen neuen Teil unseres ERP-Systems geschrieben habe, über Kuchen nachgedacht. Alles war aufregender als diese Dokumentation, die ich laut Oberprogrammierer Herr Bert für genau zwei bis vier Leute schreiben würde. Zwischendurch schaute ich aus dem Fenster und sah auf dem benachbarten Firmengelände wieder einmal die scheue schwarz Katze mit den weißen Pfoten und Lätzchen lang laufen.

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Vielleicht Marmorkuchen an Anlehnung an die Katze oder noch lieber Bratapfelkuchen? Da die Mittagspause bereits vorbei war und wir unglücklicherweise gerade in der kürzesten Tageszeit des Jahres leben, entschied ich mich gegen etwas Aufwendiges.

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Tatata! Kuchen mit frisch gepressten Orangensaft. Dabei mag ich eigentlich gar keinen Orangensaft. Erst recht nicht im Sekt. Das hat zwar mit der Geschichte vom Kuchen nichts zu tun, aber ich frage mich ernsthaft, wer leidenschaftlich O-Saft mit Sekt trinkt. Entweder oder. Aber doch nicht so ein sparsames Gepansche.

Jedenfalls bot Justus mir an, mich kurz nach Hause zu fahren, damit ich den Kuchen backen und noch schnell ein paar Fotos schießen könne. Gesagt getan!

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Ich habe also schnell alle Zutaten, die ich vorher natürlich noch rasch einkaufen musste miteinander verrührt. Beim Naschen vom Teig verzog ich das Gesicht. Der Teig war irgendwie so prickelig. Hmm, dachte ich mir, das kann ja was werden.

Mein Augenmaß ist an manchen Tagen alles andere als gut. In der ersten Form, die ich wählte, war quasi kein Kuchen mehr zu sehen. Gut dachte ich mir, nimmst Du halt die verhasste Springform. Davon mal abgesehen viel mir zu diesem Zeitpunkt auch ein, dass ich das Backpulver vergessen habe. Also, alles zurück in die Schüssel, Backpulver rein und noch mal ordentlich umrühren. Nächste Form.

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Ich finde Kuchen aus einer Gugelhupfform wunderschön. Leider habe ich nicht sonderlich viel Talent. Ich kann die Form noch so gut einfetten, der Kuchen kommt niemals so raus, wie ich es will.

Nach kurzer Zeit roch es bereits leicht angebrannt. Hmm, dachte ich mir. Der Kuchen wird wohl kaum in fünf Minuten fertig sein. War er auch nicht, aber ein Teil des Teigs war aus der Form gelaufen und tropfte auf den heißen Boden des Backofens.

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Meine Laune verschlechterte sich, da bereits ein großartiges Chaos in der Küche herrschte. Ich weiß ja nicht, wie Ihr kocht und backt. Aber ich brauche immer sehr viel Platz, den ich definitiv nicht habe. Zusätzlich werden bei mir gefühlt alle Gegenstände, die ich besitze, auch benutzt, was bedeute, dass ich diese am Ende auch abwaschen muss. Gestern habe ich dann zusätzlich noch meine Espressomaschine mit Teig eingeschmiert und auf dem Fußboden rum gekleckert.

Nach zwanzig Minuten war der Kuchen noch halb flüssig, was für meinen Turbobackofen recht ungewöhnlich ist. Weitere Stichproben kurz danach ergaben immer noch kein zufriedenstellendes Ergebnis. Ich wurde inzwischen leicht nervös, da ich wusste, dass mein Backofen die Eigenschaft hat, Backwaren innerhalb kürzester Zeit von unfertig in verbrannt zu verwandeln. Ich zog den Kuchen gerade noch rechtzeitig aus denn Ofen und ließ ihn kurz abkühlen.

Der Sturz erwies sich jedoch als schwierig. Der Kuchen wollte nicht aus der Form. Also half ich etwas nach und hatte am Ende zwei Hälften auf dem Rost.

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Vielleicht könnt Ihr Euch vorstellen, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich sauer war.

Als ich die zerbrochen Stücken dann ins Wohnzimmer für Fotoaufnehmen trug, stellte ich fest, dass es so gut wie kein Tageslicht mehr gab. Grrrrrr!

Damit ging ich in die Küche zurück und erledigte schimpfend den Abwasch. Ja, ich spreche manchmal wie Wellensittich mit mir selbst.

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Die Geschichte wäre damit eigentlich zu Ende gewesen, wenn Justus mich heute Morgen nicht per SMS gefragt hätte, was aus dem Kuchen geworden wäre. Er riet mir, die wahre Geschichte zu erzählen mit dem Hinweis, wie man nicht bäckt.

Daraufhin probierte ich den Kuchen, was ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht getan habe, um über den schlechten Geschmack zu erzählen.

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Huuuiiii! Der Kuchen ist total lecker. Er mag zwar nicht ganz perfekt aussehen, aber er ist saftig und lecker. Den Orangensaft schmeckt man nur dezent und die Schokolade und Cranberries bilden einen herrlichen Kontrast. Ich habe den Kuchen noch mit etwas Zitronenguss beträufelt, was ihn geschmacklich abrundet.

Orangen Cranberry Kuchen

      120 g Butter / Margarine
      80 g Zucker
      2 Eier
      1 Päckchen Bourbon Vanillezucker
      120 g Vollkornreismehl
      40 g Hirsemehl
      20 g Tapiocastärke
      1/2 TL Backpulver
      80 ml Orangensaft, frisch gepresst (am besten aus Saftorangen)
      40 g getrocknete Cranberries
      40 g gehackte Zartbitterschokolade (optional)

      Streusel (optional)
      30 g glutenfreier Mehlmix
      15 g Butter
      15 g Zucker

      Die Zutaten mit den Händen rasch zu Streuseln kneten.

      Zitronenguss (optional)

      4 EL Puderzucker
      Zitronensaft, frisch gepresst (Saft 1/2 Zitrone)

      Den Puderzucker mit einigen Spritzern Zitronensaft vermengen und gut umrühren. Ich habe weniger als eine 1/2 Zitrone benötigt. Starte zunächst nur mit wenig Saft und füge nach und nach einige Spritzer hinzu.

In einer Schüssel den Zucker und Vanillezucker mit der Butter verrühren. Die Eier hinzugeben und verrühren.
Die Mehlsorten, die Stärke und das Backpulver hinzugeben und unter die Zucker-Eimischung rühren. Nun die frisch gepressten Orangensaft hinzugeben und die Cranberries und optional die Schokolade hinzugeben. Gut verrühren, bis alle Zutaten gut miteinander vermengt sind. Statt Schokolade kann man auch Nüsse hinzufügen.
Den Teig in eine kleine, gefettet Form der Wahl geben, ggf. mit den Streuseln toppen und bei 180 C ca. 25-35 Minuten backen (Stäbchenprobe). Die Backzeit kann je nach Form und Ofen variieren.

Den Kuchen kurz auskühlen lassen und dann aus der Form auf ein Rost stürzen. Den Kuchen vollständig auskühlen lassen und ggf. anschließend mit Zitronenguß beträufeln.

Und so sah der Kuchen nach dem Stürzen aus.

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