Pasta in Zucchinischälchen mit Rosé Champignons und Jalapeños in Weißwein-Dijon Soße

Ich mag nicht abwaschen, da es mir nicht sonderlich viel Spaß bringt. Es gibt Menschen, für die Geschirr spülen Meditation ist. Ich versuche jeden Abend beim Abwaschen zu meditieren, aber es gelingt mir einfach nicht. Also brauchte ich eine Lösung.

Folgende Ideen kamen mir in den Sinn:

a) Eine Spülmaschine kaufen.
b) Jemanden anstellen, der den Abwasch übernimmt
c) Sich bei anderen zum Essen einladen
d) Essen gehen
e) Einweggeschirr verwenden

Ich habe mich für Lösung e wie Einweggeschirr entschieden. Wie praktisch ist es bitte? Ja ja, jetzt kommen mir wieder die Umweltschützer und Weltretter. Ich höre sie schon Erderwärmung, Rettung des Regenwalds usw. rufen! Gott sei Dank habe ich mich für Geschirr entschieden, dass die Natur direkt liefert. Eine runde Zucchini!

Man entfernt des Fleisch der Zucchini und füllt am Ende sein Essen in die so gebaute Schale! Ist man fertig, kann man die Zucchini entweder entsorgen, erneut verwenden oder Zucchinisuppe machen. Den Abwasch umgeht man so wunderbar. Gut, bis auf das Besteck, die Töpfe und Pfannen. Keine Sorge, auch hier arbeite ich noch an einer Lösung!

Die Hauptrolle bei der Pasta spielt übrigens nicht, wie man meinen könne, die runde Zucchini oder die Champignons, nein, es sind die Jalapeños. Wie Euch sicherlich allen bekannt sein dürfte, befindet sich der Weltmarkt zurzeit in einer Jalapeños Krise! In einem großen, deutschen Supermarkt wurde ich vor einiger Zeit darüber aufgeklärt, dass es wegen der Krise weder eingelegte Jalapeños aus Gläsern noch frische Jalapeños mehr geben würde. Die Ware sei in so einem schlechtem Zustand, dass man sie umgehend zurück an die Hersteller schicken würde. Ja ja, die Krise. Man liest ja täglich in der Zeitung darüber.

Letzte Woche bin ich zu meinem türkischen Gemüsehändler gegangen und habe ihn ganz scheinheilig gefragt, woher er denn seine Ware beziehen würde. Ich konnte mir nämlich nicht vorstellen, dass er liebevoll all die Tomaten, Gurken und Pfirsiche in seinem Garten hinterm Haus anbauen würde. Ehrlich gesagt war ich natürlich nur daran interessiert, was ihm über die Krise bekannt sei. Ich hatte gehofft, dass er mir eine spannende Geschichte über die Jalapeños Mafia erzählen wird.

Ich “Woher beziehen Sie eigentlich Ihre Ware?”
Er “Vom Großmarkt?”
Ich “Ach gibt es dort eigentlich auch Jalapeños?”
Er nickend “Oh ja!”
Ich “Wie interessant. Aber es gibt doch gar keine.”
Er legte seinen Kopf schief, runzelte die Stirn und sagte “Ich kann zu nächste Woche welche besorge.”

Ich fand es unglaublich spannend und konnte kaum erwarten, dass das Wochenende vorbei ging. Man möge sich es mal vorstellen! Es gibt weit und breit keine Jalapeños mehr und er kann dennoch welche liefern???

Tatsächlich wartete am Anfang der Woche eine große Kiste Jalapeños auf mich. Der Türke war unglaublich stolz, dass er einen ganzen Karton hatte und strahlte über das gesamte Gesicht. Ich auch! Jalapeños Krise! Ha! Entweder steckt der Türke mit der Jalapeños Mafia unter einer Decke oder der Mann aus dem großen deutschen Supermarkt hat gelogen.

Jedenfalls bin ich mir sicher, dass ich die einzige Kundin sein werde, die Jalapeños kauft, weil der Rest der Bevölkerung sich immer noch mit den Gründen der Krise beschäftigen wird. So gibt es bei mir jetzt jeden Abend Jalapeños.

Übrigens habe ich das Gemüse und die Nudeln in einer leichten Weißweinsoße mit Dijonsenf geschwenkt. Ein cremiger Genuss! Wer mag, genießt ein Glas eiskalten Weißwein dazu.

Pasta mit Rosé Champignons in Weißwein-Dijon Soße

ergibt 2 Portionen

  • 200 g Spaghetti (z. B. glutenfrei von Schaer)
  • 25 g Butter / Margarine
  • 250 g Rosé Champignons
  • 1 runde Zucchini oder alternativ eine normale Zucchini
  • 1/2 – 1 TL Meersalz
  • 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
  • 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, fein geschnitten oder gepresst
  • 1 Jalapeño, in Ringe geschnitten
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 1/4 TL Curry
  • 120 ml Sojasahne (z. B. Kochcreme von alpro soja) oder normale Sahne
  • 60 ml trockener Weißwein
  • 1 EL körniger Dijonsenf

1. Die Pilze putzen und in feine Scheiben schneiden.

2. Die Kerne (Innereien) der Zucchini mit einem Löffel entfernen. Bei einer runden Zucchini diese mit einem Löffel weiter aushöhlen, sodass feine Streifen entstehen. Das Fleisch der Zucchini auf ein Küchenkrepp legen.

3. Die Nudeln nach Packungsanleitung kochen.

4. In einer Pfanne die Butter / Maragrine erhitzen und die Zwiebeln, den Knoblauch und die Jalapeños andünsten. Die Pilze und die Zucchini dazugeben, salzen und mit Oregano bestreuen. Den Curry hinzugeben.

5. In einem Topf die Sojasahne mit dem Weißwein und dem Senf aufkochen und gut verrühren.

6. Wenn die Spaghetti gar sind, diese abgießen, in den Topf zurück geben und in der Soße und den Pilzen schwenken. Sofort servieren.

P.S. Falls Ihr wegen der Krise keine frischen Jalapeños bekommt, lasst sie weg. Schmeckt das Gericht einfach mit frisch gemahlenen Pfeffer ab oder verwendet ein bis zwei getrocknete Chilischoten.

P.P.S. Ich glaube, ich muss den Türken noch mal fragen, ob er von der Krise noch nicht gehört hat. Oder steckt er mit den Jalapeños Mafia unter einer Decke?

4 comments

  1. Wow, die Fotos sehen wirklich beeindruckend aus. Toll gemacht! Jeder sollte so einen Gemüse Händler haben. Die sind viel sympathischer als Supermärkte die unter Weltkrisen leiden :-)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *