Freitagslieblinge am 17. Mai 2019

Es ist schon Ewigkeiten her, dass ich einen „die Freitagslieblinge“ Beitrag hier geschrieben hatte. Mir gefiel das Format, positiv auf eine Woche zurück zu blicken und sich bewusst zu machen, was man Gutes erlebt hat. Aber irgendwann fiel es mir immer schwerer, die Kategorien Lieblingsmoment nur für mich, Lieblingsmoment mit Kind, Lieblingsessen, Lieblingsbuch und Inspiration der Woche zu bedienen. Insbesondere die letzten beiden Rubriken lagen mir so gar nicht. Ich bin keine Leseratte, sondern lese ausschließlich in Zyklen. Wenn mich die Leselust gepackt hat, dann verschlinge ich die Bücher innerhalb kürzester Zeit. Danach folgt dann aber irgendwann eine wochen- oder monatelange Pause. Und Inspiration? Nun ja. Ich kann nicht sagen, dass mich jede Woche irgendwer oder irgendwas zutiefst inspiriert. Im Netz auf andere Seiten zu verlinken finde ich zwar grundsätzlich nicht schlecht, sind es jedoch immer die gleichen, ist es irgendwann auch etwas eintönig.

Auch bei Anna aka Berlin Mitte Mom erschienen die Freitagslieblinge irgendwann nicht mehr. Das hatte verschiedenen Gründe, die Ihr direkt bei Anna nachlesen könnt. Ich persönlich fand das sehr schade, da ich sowohl Annas Freitagslieblinge als auch ihr Wochenende in Berlin besonders gerne las. Überhaupt mag ich den Schreibstil von Anna. Aber ich kann verstehen, dass man machmal einfach eine Pause braucht, auch wenn alle Außenstehenden das sehr bedauern und betonen, wie wohl sie sich doch auf dem Blog fühlen. Nun sind bei Anna die Freitagslieblinge jedenfalls zurück mit leicht veränderten Kategorien (geblieben sind die Bücher, Inspirationen und Essen, neu dazu gekommen sind Ziel der Woche, Lerneffekt der Woche und fragt mich was). Ich weiß noch nicht, wie gut oder schlecht ich die neuen Kategorien finde und ob ich überhaupt die Muße habe, wieder regelmäßig zu schreiben. Doch für diese Woche bin ich dabei, bunt, schön und anstrengend war sei.

Lieblingsmoment mit Kind

Ich beginne die Woche einfach mal frecherweise am Sonntag, so ganz amerikanisch. Ja ja, wenn Ihr Euch mal ein amerikanisches Kalenderformat anschaut, dann beginnt die Woche am Sonntag, auch wenn ich finde, dass es sich ein wenig merkwürdig anfühlt.

Am Sonntag war Muttertag und ich mag diesen Tag ja irgendwie, während meine Mutter ihn rigoros ablehnt. Ich finde eigentlich sämtliche „Feiertage“ toll und wenn es was Gutes zum Essen gibt, freue ich mich gleich doppelt. So romantisch wie es in Filmen immer dargestellt wird, lief es bei uns nicht ab. Ich stand am Sonntag nämlich als erste auf, sicherlich gut eine Stunde vor Mann und Kind, setzte Waffelteig an, bereitete einen Obstteller zu und wartete, dass die beiden Langschläfer endlich aus den Betten krochen. Irgendwann erschien der Mann in der Küche und machte uns Kaffee, was ich wirklich liebe. Wir haben ja seit einigen Monaten eine neue Siebträgermaschine und der Espresso schmeckt tatsächlich ganz anders als aus dem alten Gerät.

Obstmandala mit Büchern

Während ich bereits ein wenig Obst naschte, blättere ich im Reiseführer.

Nach einiger Zeit beschlossen wir, dass das Kind doch so langsam mal aufstehen müsste, da wir schließlich noch ein wenig was vom Tag haben wollte. Der Mann weckte die Püppi und ich hörte die beiden im Gästeklo tuscheln. Plötzlich schoss das Kind mit Blumen und einer Karte um die Ecke und überreichte mir beides strahlend und so unglaublich stolz! Es war ein wunderbarer Moment. Natürlich hat Haylee nicht begriffen, warum sie mir Blumen und eine Karte schenkte. Und es ging auch gar nicht um die Geschenke an sich, über die ich mich freute, wobei die Rosen wirklich sehr schön sind und die Karte mir Tränen in die Augen trieb, sondern viel mehr um die Sekunden, in denen ich in ihre leuchtenden Augen und strahlendes Gesicht blickte. Ein Foto gibt es nicht und das braucht es auch nicht.

Wir verbrachten den Tag weitestgehend draußen, schlenderten durch die leere Hamburger Innenstadt und trafen später noch ganz spontan die Großeltern auf Kaffee und Kuchen.

Lieblingsessen und Inspiration

Vieles, was diese Woche auf den Tisch kam, war einfach, recht unspektakulär und essbar, aber nicht umwerfend, so zum Beispiel Nudeln mit fertiger Tomatensoße, Spargel mit Kartoffeln und Schinken, Reis mit leicht verbrannten Würstchen aus der Pfanne oder Fischstäbchen mit Remoulade und Kartoffeln. Das mit Abstand beste Essens, das ich diese oder vielleicht sogar in den letzten Wochen überhaupt gegessen habe, ist diese Black Rice Bowl. Vielleicht verblogge ich demnächst einfach mal das Rezept, wobei es so einfach ist, dass man eigentlich gar keine Anleitung braucht. Neben schwarzen Reis habe ich noch Feldsalat, geröstete Süßkartoffel und Aubergine, etwas rote Zwiebel und Paprika beigefügt. Das klingt erst einmal ziemlich ernüchternd und langweilig. Das Geheimnis dieses Essens ist jedoch die Magical Avocado Sauce von Sprouted Kitchen. Oh mein Gott! Diese Sauce pimpt wirklich jedes Essen. Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich nicht einfach noch eine zweite Portion essen sollte, aber dann würde ich platzen.

Lernfaktor

Tatsächlich habe ich diese Woche sehr viel gelernt. Nicht nur, dass ich an einem zweitägigen Workshop teilgenommen habe, der mich teilweise fast verzweifeln ließ, nein, ich habe auch gelernt, Dinge einfach mal liegen zu lassen.

Seit Wochen nehme ich mir immer wieder vor, endlich einen Artikel für den Blog zu schreiben und sei er nur so klein. Doch meistens stand ich mir selbst im Wege. Entweder war jemand von uns krank, ich war viel zu müde oder erschöpft oder aber ich erledigte andere Dinge, denen ich eine höhere Priorität einräumte. Nämlich dem Einkaufen, Aufräumen und Putzen an meinem freien Tag. Es ist schön, wenn unsere Wohnung ein wenig sauberer und aufgeräumter ist. Es ist auch schön, wenn ich in Ruhe bügeln kann. Aber es ist nicht schön, wenn ich am Ende des Tages das Gefühl habe, nichts für mich getan zu haben. Das macht mich maulig und unausgeglichen. Ich pflaume das jammernde Kind an, habe keine Geduld und patzig.

So ähnlich habe ich heute Vormittag geschaut, als ich pro und contra abwog und mir die Frage stellte, ob ich schreiben oder doch lieber putzen sollte.

Ich muss zugeben, dass es mir ziemlich schwer fiel, das Chaos um mich herum zu ignorieren. Ein paar Dinge habe ich zwar rasch erledigt, aber eigentlich hätte ich es auch gerne schön und ordentlich. So wie bei meinen Freundinnen. Da könnt Ihr auch nachts um drei klingeln und kein Brotkrummen liegt irgendwo rum. Bei einer Freundin ist es zu Hause nicht nur äußerst sauber und ordentlich, da kann auch jederzeit Schöner Wohnen vorbei schauen und tolle Aufnahmen machen. Sie hat ein unglaubliches Händchen für Dekorationen, einen tollen Geschmack und somit Einrichtungsstil. Legt sie ein Stück Strandgut im Badezimmer auf ein Regal, sieht es einfach verdammt gut. Lege ich hingegen den gleichen Gegenstand bei uns ab, fragt mich der Mann, ob das weg kann. Das Kind zerstört eh sämtliche Arrangements. Ich fühle mich daher an manchen Tagen wirklich schlecht, dass es bei uns zu Hause nicht so schön aussieht und auch nicht so sauber ist. Aber ich möchte mich auch nicht verbiegen. Denn was nützt mir die sauberste Wohnung, wenn ich nicht glücklich bin?

unser tägliches Chaos

Daher bin ich heute einfach stolz auf mich, dass ich die Arbeit hab Arbeit sein lassen. Ich muss es jetzt nur noch schaffen, dass Chaos zu ertragen.

Ihr Lieben, ich wünsche Euch ein tolles Wochenende,
xoxo
Christine

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