Vom Eier auspusten und anmalen

Nachdem auf fast jedem Blog jetzt einmal das Thema Ostergebäck oder Osterdeko angesprochen worden ist, wollte ich auch unbedingt mal ein paar Eier anmalen.

Es liest sich ja immer alles ganz einfach. Scheinbar hat alle Welt immer stets das richtige Bastelmaterial zur Hand und bemalt die Eier, während nebenbei noch ein Kuchen gebacken wird.

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Lieber Leser, es geht auch anders! In 7 Schritten verrate ich Ihnen, wie das Projekt DIY EASTER EGGS beinahe scheitern kann!

1. Die richtigen Eier

Für das Eier bemalen braucht man weiße Eier. Natürlich hatte ich keine weißen Eier, da ich niemals weiße Eier kaufe. Das liegt nur daran, dass die Eierbauern ihren kleinen dicken Hühner immer Karotin (hoffentlich ist es nur Karotin) ans Futter beimischen. Angeblich mag der Deutsche sein Frühstücksei gerne mit einem Orangestich versehen (natürlich nur das Eigelb, versteht sich). Müsste es dann nicht eigentlich Eiorgane heißen? Glücklicherweise gibt es in meinem kleinen Supermarkt Bioeier, die zwar sehr teuer sind, bei denen das Eigelb aber wirklich gelb ist. Darum kaufe ich sie überhaupt. Nicht wegen Bio, sondern wegen des Eigelbs. Die Eier haben allerdings eine braune Schale. Leider wissen die Hühner natürlich nicht, dass sie jetzt zu Ostern weiße Eier legen müssen. Dumme Dinger!

2. Eier auspusten

Eier auspusten kennt wohl jeder noch aus Kindheitstagen. Es ist wirklich absolut einfach. Die Mama macht Löcher in die Eier, das Kind pustet das Ei aus, fertig!

Was machen, wenn Mama nicht da ist? Selber machen, richtig!

Ich habe zunächst den Eierpikser genommen. Ihr wisst schon. Dieses Ding mit der Nadel, mit dem man sein Ei ansticht, bevor man es kocht. Ich hielt mich besonders clever. Paar mal rein piksen, das perfekte Loch haben, los geht’s!

Nachdem ich einen knallroten Kopf hatte und nach fünf Minuten nur ein winziges Stück Eiweiß in der Schüssel lag, habe ich die Idee verworfen und ein Messer zur Hand genommen. Mit dem habe ich dann riesige Löcher hineingebohrt.

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3. Die Vorbereitung

Es gibt total tolle Dekotipps, beispielsweise bei Vera oder Annette. Beide haben mich inspiriert, sodass ich unbedingt auch meine Eier mit Maskingtape und Stempeln versehen wollte.

Die Stempel, an deren Motive ich mich nicht mehr erinnerte, liegen im Keller. Ich gehe jedoch niemals in den Keller. Was nun?

4. Der Keller

Der Keller ist dunkel, voller Spinnweben, feucht und auf dem Fußboden liegt Kot (von Mäusen oder Ratten). Die Dunkelheit ist mir egal, Spinnweben auch, feucht auch, aber Mäuse oder Ratten? Der Onkel einer Klassenkameradin wurde mal von einer Ratte gebissen. Daraufhin musste sein Fuß amputiert werden. Meine Phantasie ist sehr blühend. Was, wenn ich vor einer Ratte stehe?

Folgende Ideen fielen mir ein:

    a) Anruf bei der besten Freundin mit der Bitte, ihre Katze ausleihen zu dürfen. Problem, sie hat gar keine Katze.
    b) bei der Nachbarin klingeln und fragen, ob sie nicht gerade mal zufällig die Osterdeko aus dem Keller holen will. Ich würde auch tragen helfen.
    c) laut trampelnd die Treppe runter laufen und dabei immer mauzen.

Ich bin laut trampelnd in den Keller gegangen, habe zehn Minuten in dem einzigen Karton gewühlt und habe nur die Hälfte gefunden. Das nennt man Teilerfolg! Ratten und Mäuse habe ich übrigens keine getroffen.

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6. Die Stempel

Meine Stempel stammen alle aus den 90ern und bestehen zu 95 % aus Katzenmotiven. Sehr passend für Ostern. Immerhin habe ich auch einen kleinen Stempel mit einem Ornament.

Das Auftragen war jedoch eine einzige Sauerei. Die Farbe ähnelte der vom Waldboden. Das Motiv konnte man überhaupt nicht erkennen, dafür hatte ich die Farbe an den Fingern.

7. Der Edding

Aufgeben gilt nicht, dachte ich mir! Das mit dem Stempeln überlasse ich mal lieber den Profis. Wozu gibt es einen weißen edding? Male ich das braune Ei doch einfach weiß an und beseitige damit auch die hässlich rote Eiercode Schrift. Unmöglich! In der Osterzeit können sie doch darauf mal verzichten. Ich lese mir den Code eh nie durch.

Da eddings so stark riechen, habe ich mich ans offene Fenster gestellt. Leider war der Stift so stark eingetrocknet, dass ich ihn kräftig schütteln musste. Solltet Ihr heute von einer herabfallenden edding Spitze getroffen worden sein, tut es mir schrecklich leid. Mal ehrlich. Wer konstruiert so einen Stift, dessen Spitze bei starkem ein bisschen schütteln im hohen Bogen aus dem Fenster fliegt?

Gut, weiße Eier gibt es dieses Ostern also nicht. Und ich brauche auch keine. Jawohl!

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8. Die Lösung

Am Ende habe ich einfach meine braunen Eier mit Masking Tape, einem schwarzen und silberfarbenden nicht eingetrockneten Edding bemalt. Es hat Spaß gebracht und war lustig!

Das Masking Tape überklebt wunderbar die Löcher!

Die perfekte Osterdeko habe ich wahrhaftig nicht, aber das finde ich auch gar nicht schlimm. Hauptsache, man hat Spaß!

Ich gehe jetzt erst mal ein Zitronenküchlein essen und bereite dann den Fisch fürs Abendessen zu. Das erscheint mir doch einfacher!

Habt einen wundervollen Abend und startet voller Energie in eine neue Woche.

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Wer wirklich nach Dekotipps sucht, schaut unbedingt mal bei Annette oder Vera vorbei. Denn die Idee mit Masking Tape stammt nicht von mir. Sowohl Vera als auch Annette haben wirklich sehr schicke Ostereier.

Annette von Blick 7 beklebt übrigens auch braune Eier mit Masking Tape!

Vera von Nicest Things verrät 5 DIY Ostereier Stylings

P.S. Sorry, das es heute kein Rezept gibt. Aber das hätte einfach den Rahmen gesprengt. Außerdem gibt es noch keine Fotos vom Zitronenkuchen.

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