was in der Zwischenzeit passierte

Wenn ich die letzten acht Wochen mit einem Wort beschreiben sollte, so wäre es wohl krank. Denn krank waren der Mann, das Kind und ich seit Juli immer abwechselnd, manchmal auch gemeinsam. Ein Kita Keim nach dem nächsten raffte uns nieder. Ich hatte eine schmerzhafte Mittelohrentzündung, die dazu führte, dass ich zeitweise auf dem rechten Ohr nichts hörte. Noch immer, gut fünf Wochen später, ist mein Gehör noch nicht wieder tadellos hergestellt. Zwischenzeitlich ging es mir zwar besser, doch nun hat mich der nächste fiebrige Erkältungsvirus nieder gerafft.

Tatsächlich habe ich mir den Sommer, wer konnte es ahnen, dass er so bombastisch werden wird, anders vorgestellt. Mit sandigen Füßen und klebrigen Händen, Eiscreme und Pommes, Wassermelone und Keksen, Rosé und Sekt, Meer und Elbe, der Duft vom frischen Regen und Sonnenmilch, nun ja eben allem, was Sommernachmittage und -abende schöner machen. Viel erlebt haben wir davon allerdings nicht.

Als es mir endlich besser ging, waren alle Freunde in die Ferien verschwunden und wir saßen alleine da, in der großen, warmen Stadt.

Aber immerhin haben auch wir ein paar schöne Tage gehabt.

Legendär war übrigens der Besuch in der Eisdiele, als wir uns überlegten, mal so richtig über die Stränge zu schlagen und uns eine Schlemmertüte zu gönnen. Es gab weder Eiswaffeln noch Sahne, da die Sahnemaschine kaputt war. Für eine Eisdiele eine recht traurige Bilanz. Das wäre ja fast so, wenn ein Coffeeshop keine Milch mehr hätte. So gönnten wir uns also nur drei Kugeln Eis, dann allerdings auch ohne Soße, denn Soße ohne Sahne, na ich weiß ja nicht. Wirklich lecker was das Eis übrigens nicht.

Schön waren unsere Ausflüge an die Elbe. Selbst am Wochenende war der Strand vormittags herrlich leer, was wohl an den Ferien lag. Haylee buddelte fröhlich durch den Sand und ich überlegte, wohin die Schiffe wohl fahren würden. Ich weiß, dass es dafür zwar eine App gibt, aber manchmal finde ich es einfach schöner, der Phantasie freien Lauf zu lassen.

Eines Abends lagen der Mann und ich im Bett, als ich zu ihm sagte, dass ich auf dem iPad heute endlich mal auf MyDeals geklickt hätte. Ich nutze nämlich das ausrangierte iPad des Mannes, hatte aber bisher wenig Interesse an seinen Apps. In der App werden Tagesdeals, also Schnäppchen, bereit gestellt. An dem Tag wurde der Flammkuchen von Wagner in einem Supermarkt promotet, der tatsächlich spottbillig war. Ich klickte also auf den Tagesdeal Flammkuchen und erwartete, dass sich nun ein Fenster mit weiteren Informationen öffnen würde. Das tat sich auch, nämlich mit reichlich Kommentaren. Ich sagte zum Mann, dass sich mir der Sinn der App nicht ganz erschließen würde. Klar, Schnäppchen anzeigen sei prima, aber wieso denn da ein weiteres Fenster aufgehen würde, in dem die Leute dann so Dinge schreiben würden wie „Wirklich super Angebot. Aber ob sich das Flammkuchen schimpfen darf, bei den Zutaten, die da enthalten sind, mag ich mal bezweifeln“. Da lachte der Mann und sagte, dass die Kommentare doch das Beste an der App seien. Aha!

Ich habe in der letzten Woche einen neuen Blog gefunden und bin total begeistert. Fast hätte ich geschrieben, dass der Blog in Russland spielt, aber das wäre nicht ganz korrekt. Katrin ist Journalistin und lebt seit vier Jahren in Russland. In ihrem Blog schreibt sie über ihren Alltag, über die Fußballweltmeisterschaft, über Kulturelles, eben über Russland, so wie wir es nicht kennen. Bisher war mein Interesse für Russland relativ gering, doch jetzt bin ich Feuer und Flamme. Ob ich nun gleich die nächste Reise dorthin planen würde, lasse ich mal so dahingestellt sein, aber mich fasziniert das große Land sehr. Als Einstieg empfehle ich Euch übrigens Elf Polizisten müsst ihr sein.

Gegessen haben wir hin und wieder auch ganz fein. Es gab unteranderem Pfirisch-Muffins und Salat mit gezupfter Polenta. Ich überlege, auch wenn beides nicht gerade fotogen aussieht, noch zu verbloggen. Muffins gehen ja irgendwie immer und sind der perfekte Begleiter zum Morgenkaffee oder Tee, wenn zumindest kein Kind in der Nähe ist und ein Salat ist ja niemals verkehrt.

Ein mini Projekt habe ich übrigens dann doch noch abgeschlossen. Haylee hat jetzt ihr erstes eigenes Fotobuch, dass sie sich tatsächlich alleine angucken kann. Der Hersteller verspricht, dass es extra für Kleinkinder sei. Fester Karton mit Spiralbuchbindung und abgerundeten Kanten. Ich bin gespannt, wie lange es halten wird. Ein Schnäppchen ist es mit 20,- Euro wahrlich nicht, aber es macht immerhin einen hochwertigen und ordentlichen Eindruck.

Ich wünsche Euch einen guten Wochenstart,
xoxo
Christine

Ein Sommerwochenende – 29. Juni bis 1. Juli 2018

Freitag

Am Freitag startete Haylee in einen kurzen Kita-Tag, da es einen so starken Personalmangel gab, dass die Eltern gebeten wurden, die Kinder wenn möglich anders betreuen zu lassen. Am Nachmittag fand dann dennoch das Sommerfest im Kindergarten statt, wenn auch mit sehr eingeschränktem Programm und weniger Gästen als sonst. Ich vermisste tatsächlich einige Kinder aus Haylees Gruppe, lernte dafür aber die Eltern von meinem Lieblingskind kennen. Letztlich ist es den Kindern auch schnuppe gewesen, wie viel Programm es gab, da die Hüpfburg stand. Mehr braucht man nicht. Haylee ist dafür, wie alle Krippenkindern, natürlich noch zu klein und vergnügte sich so im Sandkasten oder genoss das Entertainment vom Papa und dem Mann meiner Freundin. Erschöpft fiel Madame ganz unerwartet um 19 Uhr ins Bett.

Nachdem ich das Kind im Kindergarten abgeliefert habe, mache ich es mir im Café gemütlich und blicke auf die glänzenden Weinflaschen.

Da mich auf der Speisekarte nichts zu Essen anlacht, mache ich kurzerhand eine Trinkkur und bestelle mir Tee, Wasser und Espresso. Eine feine Mischung und ein wundbares Ambiente, bis Kai kommt und ein lautstarkes Gespräch nach dem anderen führt. Daraufhin verlasse ich irgendwann genervt das Café und gehe einkaufen.

Tatsächlich wächst auf meinem Balkon die Zucchini jeden Tag ein bisschen mehr. Ich hoffe sehr, dass ich sie bald ernten kann. Bisher hatte ich mit der Zucchinizucht nicht so viel Glück.

Auf dem Sommerfest der Kita treffen wir auch Luci und schlemmen gemeinsam vom Buffet.

Nach dem Mittagsschlaf gibt es für das Kind erst einmal eine Beerenpause. Ihr neuer Favorit sind die süßem Himbeeren, die sie nicht teilt. Anders als die Blaubeeren. Leider esse ich nicht so gerne Blaubeeren, lasse mich aber dennoch von Haylee füttern.

Samstag

Der Samstag startete mit schlechter Laune, da der Mann und Haylee immer noch erkältet waren und ich weiterhin mit meinem Rücken kämpfte. So strichen wir unsere To-Do-Liste kurzerhand zusammen. Das sorgte anfangs bei mir für viel Unmut, da ich häufig das Gefühl habe, dass wir ja eigentlich nichts machen und ständig ausgeknockt daheim sitzen. Statt an die Nordsee fahren, ließen wir es am Samstag erst einmal ruhig angehen. Der Mann legte sich mit dem Kind noch einmal für einen längeren Vormittagsschlaf hin, während ich ein paar Einkäufe erledigte. Anders als sonst, fuhr ich dieses Mal nicht zu meinen Lieblingsläden Richtung Stadt, sondern beschloss in Rissen (ein Stadtteil weiter) und Wedel einkaufen zu fahren. Es war ein Disaster, da es in den Läden voll und die Kassen schlecht besetzt waren. Einiges war auch ausverkauft, wie zum Beispiel Wasser. So kaufte ich das Wasser dieses Mal im überteuerten Getränkemarkt ein und griff zu Mehrwegflaschen aus Glas. Geschmacklich ist das Mineralwasser ein Genuss, aber für meinen Rücken war das Geschleppe dann doch nicht so der Hit. Wir beschlossen, uns mit einem späten Mittagessen in der Hafencity zu verwöhnen und fuhren auf meinen Wunsch hin mit der Bahn in die Stadt. Im Restaurant war es herrlich leer, sodass Haylee fröhlich auf und ab krabbelte. Selbstverständlich fragten wir, ob es jemanden stören würde. Denn ich finde, dass man grundsätzlich Rücksicht aufeinander nehmen muss. Ob nun mit oder ohne Kind. Tja, und dann machten wir tatsächlich etwas ganz Verrücktes, was ich sonst niemals machen würde. Wir hatten am Morgen von unserer Freundin eine SMS erhalten, dass sie am Abend den Grill anschmeißen würden, um ein paar Würstchen vom besten Schlachter der Stadt zu grillen. Der Mann und ich scherzten beim Frühstück noch, dass es sicherlich eine Einladung gewesen sei. Dann kamen wir allerdings vom Thema ab und lebten in den Tag hinein. Während wir nach dem späten Mittagessen noch durch die Stadt schlenderten, sagte ich schließlich zu ihm, dass wir uns doch jetzt noch zu unseren Freunden in die Bahn setzen sollten. Einfach so, ohne Ankündigung. Klingeln, Wurst essen, heimfahren! Aus den angedachten dreißig Minuten wurden dann knapp fünf Stunden. Es war wunderbar und die beste Idee, die wir seit langer Zeit hatten. Spontanität zahlt sich manchmal doch aus.

Am Samstag gibt es Pancakes zum Frühstück und tatsächlich stibitzt sich Haylee später auch einen.

Ich schwinge am Vormittag das Bügeleisen und lege haufenweise Wäscheberge weg, bevor ich schließlich zur Einkaufstour aufbreche.

Fast möchte man meinen, dass Haylee die Speisekarte liest. Allerdings handelt es sich hierbei nur um ihr „Buggybuch“, dass sie von der Mama meiner Freundin geschenkt bekommen hat.

Nein, wir haben dem Kind nicht die Sonnenbrille aufgesetzt. Das Kind ist von meiner Brille besessen und spielt ständig damit herum. Alte Poserin!

Woher sie die Geste hat, ist mir ein Rätsel!

Mauerblümchen

Während ich noch nach Fotomotiven Ausschau halte, spaziert der Mann mit dem Kind schon einmal voran, in der Hoffnung, dieses in den Schlaf zu schieben.

Eindeutig mein Lieblingsfoto der Woche, auch wenn es unscharf ist. Es handelt sich hierbei tatsächlich um einen Schnappschuss. Ich hatte mir die Kamera wie ein Tourist um den Hals gehängt und drückte einfach auf den Auslöser, ohne den Ausschnitt zu kennen. Ich liebe die Bewegungsunschärfe und die kräftigen Farben.

Meine Freundin Anja und ich haben den gleichen Blumengeschmack. Dabei fällt mir ein, dass ich meine Sukkulenten noch umtopfen wollte.

Sonntag

Der Sonntag startete verschlafen. Haylee war früh wach und weckte mich mit ihren klebrigen Händen. Wir spielten eine Runde, ich machte Crumble zum Frühstück und danach fielen wir gemeinsam mit dem Papa wieder ins Bett. Zu müde waren wir vom Vorabend und zu sehr quälten das Kind die Zähne und die Erkältung. Nach einem leichten Mittagessen wollten wir eigentlich endlich raus, aber das Kind schwächelte erneut. So kuschelten Haylee und ich uns schließlich erneut ins Bett. Wieder kippten wir die Pläne, die wir geschmiedet hatten und beschlossen einfach nur zum Spielplatz zu fahren. Getreu unserem Motto, Spontanität ist alles, entschieden wir uns zu einem Abendessen beim Italiener in Blankenese. Wir warteten ewig auf die Getränke und unser Abendessen. Zu Hause hätte ich in der Zeit auch ein 3-Gänge-Menü kochen können. Dennoch hatten wir es schön, verfolgen nebenbei das spannende Match zwischen Russland und Spanien und ließen uns schließlich die Pizza und Pasta schmecken.

Im Sonntagsmorgenkaffee sehe ich eine Dackelschnauze aus der Vogelperspektive.

Es gibt einen Crumble. Die Lichtverhältnisse sind so früh morgens in unserem Wohnzimmer dann doch sehr bescheiden.

Es gibt zwei Arten von Spielzeug. Das, was man kauft und nur in der Ecke rum liegt oder das, was heiß und innig geliebt wird. Das Batman Mobil gehört zum liebsten Spielzeug von Haylee. Auch wenn sie vieles noch nicht kann und ich es so leid bin, ständig von anderen zu hören „Also mein Kind schläft ja schon alleine in seinem Zimmer. Mein Kind schläft durch. Mein Kind spricht. Mein Kind kann schon laufen. Mein Kind isst alles. Mein Kind kann auf Händen gehen und dabei ach du lieber Augustin singen. Mein Kind isst mit Messer und Gabel und kleckert niemals“, so hat Haylee viel Ausdauer, an Dingen rum zu fummeln. Ich glaube, man spricht von der Feinmotorik. Stundenlang hebt sie winzige Sandkörnchen auf, nimmt jede Erbse einzeln in die Hand oder lädt die Kanone ins Badmobil, um dann den Auslöser zu drücken. Ich habe keine Ahnung, wann ein Kind was können MUSS und es ist mir auch egal. Es macht mich einfach müde, wenn andere Eltern in einem gehäßigen Ton aufzählen, was ihr Kind schon alles kann. Ich kann absolut verstehen, wenn Eltern stolz auf die Fähigkeiten ihrer Kinder sind. Das dürfen und müssen sie auch. Aber man kann auch ohne spitzen Ton erzählen, was das eigene Kind kann.

Mittagsschlaf

Das Kind schaut sich eines der Bilderbücher an, während ich die Küche ein wenig aufräume.

Eine der wenigen Babyschaukeln in Hamburg oder gar Deutschland! Ich wünschte, dass es davon viel mehr geben würde, als diese bekloppten und nicht ganz ungefährlichen Nestschaukeln.

Wir gehen rutschen. Allerdings glaube ich, dass Haylee daran nicht so viel Gefallen gefunden hat, wie ich! Ja nun, das Leben ist kein Ponyhof.

Cheers, auf eine wunderbare neue Woche!

Weitere Wochenenden könnt Ihr wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen sehen.

Träumt süß
xoxo
Christine

Der Sommer ist zurück – fünf Freitagslieblinge am 29. Juni 2018

Es ist Freitag und wir kommen gerade von unserem ersten Sommerfest der Kita zurück. Ich habe mich gefreut, von einigen Kindern nun endlich mal die Eltern kennenzulernen und plauderte einige Zeit mit der Mama meines Lieblingskitakindes. Ihr kleiner Sohn sieht nämlich genauso aus wie der Junge aus den Bilderbüchern von Nathalie Choux. Insbesondere im Krippenbuch ist er hervorragend getroffen.

Die Woche war schön, aber irgendwie auch anstrengend, da Haylee mit ihrer Erkältung nachts sehr unruhig schlief und gestern schließlich mit Fieber daheim bleiben musste. Immerhin schlief sie fast den gesamten Tag und kurierte sich damit etwas aus.

Dennoch hatten wir auch viele schöne Momente. Und hier sind sie, die letzten Freitagslieblinge im Juni.

Inspiration

In dem Artikel „Hauptsache, die Internet Verbindung ist stabil„, geht es um das flexible Arbeiten. Statt klassisch im Büro zu hocken, kann man bei Spengler überall auf der Welt arbeiten. Ob auf den Kanaren, in der Hängematte auf Bali, von zu Hause oder einem Coworking Space. Die Zeiten eines klassischen Bürojobs sind in meinen Augen längst überfällig. Ich selbst arbeite auch gerne von zu Hause, bin dort ungestörter und produktiver und kann nebenbei noch wirklich guten Kaffee trinken. Noch lieber sitze ich allerdings im Café, stellte aber gerade erst diese Woche wieder fest, dass sich ein Starbucks in Deutschland doch sehr von dem in Kanada oder den USA unterscheidet. Denn in den USA und Kanada ist es Gang und Gebe, aus dem Coffee Shop zu arbeiten, die Atmosphäre ist eine ganz andere. In Deutschland hingegen gehen die Menschen zum Vergnügen einen Kaffee trinken, unterhalten sich lautstark und die Kinder toben durch den Laden. Meine Freundin zum Beispiel fühlt sich in ihrem Büro nicht sehr wohl, da ihr Chef etwas durchgeknallt ist und persönliche Dinge auf dem Schreibtisch und den Wänden nicht oder nur sehr eingeschränkt erlaubt. Da wäre die Motivation, nicht im Büro, sondern von einem anderen Platz aus zu arbeiten, doch wesentlich höher.

Lieblingsmoment ohne Kind

Ich habe meinen letzten freien Tag mit meiner langjährigen Freundin für einen kurzen Spaziergang an der Elbe genutzt, während Haylee im Kindergarten war. Viel Zeit hatten wir beide nicht, aber wir genossen umso mehr den Bummel durchs Treppenviertel bis an die Elbe und setzten uns schließlich ins Strandcafé unter den Sonnenschirm. Der Himmel war so blau, der Strand weiß, es wehte ein leichter warmer Wind und für einen Augenblick wähnten wir uns im Urlaub, weit weg. Es war wunderschön!

Lieblingsmoment mit Kind

Hohoho! Da gab es einige. Das Kuscheln im Bett, das freudestrahlende Gesicht nach dem ersten Mal essen in der Kita (ha, es gab ja auch American Pancakes mit Apfelmus, da hätte ich auch gute Laune gehabt) oder aber der Mittwochnachmittag im Garten meiner Freundin. Eigentlich stand er unter keinem guten Stern, da ich Haylee einfach nicht zu einem Mittagsschlaf bewegen konnte und ihre Erkältung sie nervte. Sie schlief dann sehr viel später als geplant in meinen Armen ein und ich war froh, als ich mich aus dem Zimmer schleichen konnte, um schnell noch den Brotteig für das Abendessen anzusetzen. Mit einiger Verspätung sind wir dann zu meiner Freundin gestartet. Da für mich die Nationalhymnen eines Fußballspiels neben den Toren das Wichtigste sind, hielten wir noch kurz an der Dönerbude an und warfen einen Blick auf den Bildschirm. Ich kann es tatsächlich nicht leiden, wenn Sportler die Nationalhymne nicht mitsingen. Sorry, da bin ich ultraspießig und würde als Trainer auch sagen: „Na dann spielst Du halt nicht mit“. Ich höre mir gerne die Hymnen der Ländern an und finde es großartig, wenn Menschen aus voller Inbrunst und Stolz das Lied ihres Landes singen. Zugegebenermaßen schmettern wir Deutschen „Einigkeit und Recht und Freiheit“ nicht so daher, wie die Südamerikaner. Der gute Hoffmann von Fallersleben und Haydn, die alte Socke, übten sich da dann doch eher in Zurückhaltung. Vielleicht schickte es sich in der damaligen Zeit nicht, etwas fröhliches zu komponieren, ich weiß es nicht. Mit einer kleinen Verspätung landeten wir schließlich im Garten, wobei wir außer coolen Kindersprüchen nichts verpasst haben. Ich finde es ja immer noch schade, dass Deutschland rausgeflogen ist, weil der Mann meiner Freundin ein wirklich tolles Public-Viewing im Garten aufgebaut hat. Der riesige Fernseher stand unter einem Pavillon, davor waren mehrere Stühle aufgereiht und wir verfolgten gemeinsam mit den Nachbarn das Spiel.
Der fast vierjährige Sohn meiner Freundin haute einen Knaller nach dem nächsten raus. Zu seiner Nachbarsfreundin sagte er, als diese in die Chipstüte greifen wollte und leise wisperte „Kann ich auch Chips haben“, lautstark „Und noch ein Wort dazu, BITTE!“.
So ging es den gesamten Abend weiter. Er brachte mich nach Abpfiff des Deutschlandspiels wirklich an den Rand des Wahnsinns, als er mir erklärte, dass Deutschland morgen ganz gewiss nach dem Aufstehen weiter spielen könne. Auf meine vielseitigen Erklärungen, dass Deutschland leider zu viele Spiele verloren hätte und nun nicht mehr bei der WM dabeisein könne, erwiderte er immer „Ja, aber morgen nach dem Aufstehen, da spielen sie dann weiter“.
Zum Abendessen steuerte jeder etwas bei und so saßen wir ganz ungezwungen im lauen Sommerabend an einer großen Tafel und genossen das Leben! Etwas Besseres kann es nicht geben.

Lieblingsbuch

Und wieder stelle ich Euch ein Kinderbuch für die Kleinsten vor. Es kommt wie bereits die Vorgänger aus dem arsEdition Verlag von Nathalie Choux und heißt „Mein erstes Buch von den Spielsachen„. Haylee hat es von meiner Freundin Sandra zum Geburtstag geschenkt bekommen und liebt es sehr. Ich bin ganz begeistert, denn Haylee hat gleich von zwei Freundinnen jeweils ein Buch aus der Reihe von Nathalie Choux geschenkt bekommen, obwohl ich nie erwähnte, wie toll ich die Bücher finden würde. Das ist jetzt also unser viertes Buch von Nathalie Choux und genau wie die Themen Kinderkrippe, Fußball und Garten, sind die Illustrationen auch beim Spielzeug schlicht gehalten. Das Prinzip ist stets das Gleiche. Wenige Motive auf weißem Untergrund, dazu etwas, was das Kind hin- und herschieben kann. Haylee findet von den abgebildeten Sachen (noch) wenig davon in ihrem eigenen Zimmer wieder, während ich mein altes Kinderzimmer vor mir sehe. Denn interessanterweise erinnern mich die Illustrationen an meine eigene Kindheit aus den 80ern. Gibt es heute überhaupt noch kastenförmige Telefonapparate?

Lieblingsessen

Es gab viele Leckereien diese Woche! Ein Essen, dass es die letzten Wochen immer wieder auf unsere Teller schaffte, ist die Spinat-Blätterteig-Tarte. Sie ist einfach in der Zubereitung, fühlt sich ein wenig nach Junk-Food an (hallo Blätterteig) und ist trotzdem nicht ganz so ungesund, wie Frittiertes oder Pommes rot-weiß.

Person der Woche

Die Person der Woche ist dieses Mal der ältere Herr mit seinem dicken Bauch. Als ich vorhin in einer Baustellengegend mit Sackgassenlage einen Parkplatz suchte und gerade am Wenden war, winkte mir ein älterer Herr zu und sagte: „Mir gehört das weiße Auto dort. Fahren Sie zur Einbahnstraße, ich warte auf Sie. Das ist Ihr Parkplatz!“. Ich habe mich so gefreut und war gleichzeitig von so viel Herzlich- und Aufmerksamkeit berührt. Schließlich dauerte es doch einen Moment, bis ich einmal ganz um Pudding gefahren bin.

Mehr Freitagslieblinge findet Ihr auch diese Woche wieder bei Anna von Berlin Mitte Mom.

Habt ein fantastisches Wochenende,
xoxo
Christine

Spinat-Blätterteig-Tarte

Heute gibt es hier endlich wieder etwas zu essen. Schnell, einfach und so variabel, dass man nicht wirklich von Rezept sprechen kann. Es ist ein wenig wie bei Pizza. Das Internet ist voll mit Rezepten und keiner benötigt ein Weiteres Dennoch freue ich mich, wenn meine Lieblingsblogs genau solche simplen Essen teilen, auch wenn ich selbst vielleicht schon das beste Rezept daheim habe. Aber es inspiriert mich und lässt mich Vergessenes wieder hervorkramen. Genau so ist es mit dieser Blätterteig-Tarte. Es ist eines dieser Essen, dass ich gerne auf den Tisch stelle, wenn ich müde bin, mich kränklich fühle oder irgendwie etwas nicht ganz so Gesundes essen möchte.

Die letzten Tage war es in Hamburg kalt und verregnet. Haylee schleppte die nächste fiese Erkältung aus der Kita an und ich habe mir am Freitag den Rücken gezerrt oder was auch immer, dass ich mich kaum bewegen konnte.

Das Wochenende war vollgepackt mit Aktivitäten. Während wir am Samstag Freunde zum Abendessen eingeladen haben und ich den halben Tag in der Küche stand, waren wir am Sonntag selbst zum Geburtstagsessen in der Lüneburger Heide eingeladen. Dort gab es Heidschnuckenbraten, der qualitativ zwar in Ordnung war, aber einfach nicht meinen Geschmack traf. Es war dann ein doch zu sehr Deutsches Essen. Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass mir die Deutsche Küche überhaupt nicht liegt. Knödel, Braten, Kohl aller Arten, Rouladen und sonstige Klassiker lassen meinen Gaumen erstarren, statt vor Freude hüpfen. Nichts ist für mich mehr vertane Zeit, als ein schlechtes Essen. Geschweige denn die unnötigen Kalorien, die man zu sich nimmt. Dann lieber ein Eisbecher mit Sahne und voller Genuss, als ein doofes Mittagessen.

Recht erschöpft waren wir am Sonntagabend, schliefen alle die Nacht schlecht und starteten definitiv mit dem falschen Fuß in den Montag. Ich stand extra früh auf, um von daheim aus zu arbeiten. Kennt Ihr das, wenn ein Berg blöder Mails vor Euch liegt und sich alles wie klebriges Kaugummi unter Eurer Schuhsohle anfühlt? In meinem Arbeitseifer vergass ich doch glatt, das Kind pünktlich zu wecken und so wurde es ein recht stressiger Morgen mit verpassten Bus. Natürlich hatte der Folgebus so viel Verspätung, dass ich zum Auto zurückhetzte, Haylee in ihren Sitz drückte und losfuhr. Nur mit lautstarken Gesang meinerseits ließ sich das Kind die Autofahrt gefallen. Singt mal gute zwanzig Minuten non-stop irgendwelche Kinderlieder, ihr werdet bekloppt. Und natürlich verzögerte sich die Fahrt, weil natürlich die Müllabfuhr die gelben Säcke einlud, was mich natürlich wieder über die massigen Plastikberge schimpfen ließ.

Der Montag wurde auch irgendwie nicht besser und da ich keine Lust hatte, lange in der Küche zu stehen, beschloss ich, dass es ein simples Essen geben wird. Schnell, lecker, ein wenig ungesund, aber genau das richtige für einen kalten, verregneten und grauen Montag. Es gab eine Spinat-Blätterteig-Tarte. Einige von Euch werden jetzt sicher sagen „Aber Christine, das ist ein super Deutsches Essen“, sobald sie einen Blick auf die Zutatenliste geworfen haben. Spinat und Kartoffeln lassen mich automatisch an meine Kindheit denken. Dazu kam bei uns immer noch ein Spiegelei mit auf den Teller und ich habe es geliebt!

Doch statt des klassischen Kinderessen, Rahmspinat mit Kartoffeln und Ei, gab es bei uns am Montagabend eine Tarte. Tarte

Um den Spinat ein wenig aufzupeppen, habe ich zu Gewürzen aus der asiatischen und mexikanischen Küche gegriffen. Scharf war es nicht, aber es hatte eine angenehme Würze und ließ den Spinat sein volles Aroma entfalten. Unter den Spinat habe ich einfach noch ein bisschen klein gewürfelte gekochte Kartoffeln und Mais, sowie Knoblauch und eine Schalotte gemengt. Die Masse habe ich auf den Blätterteig gegeben, noch etwas Feta drüber gekrümelt und anschließend in den Ofen geschoben. Auch wenn der Mann und ich bereits nach dem ersten Stück eigentlich schon satt waren, griffen wir dennoch zu einem zweiten, einfach weil es so lecker war.

Die Tarte schmeckt übrigens nicht nur bei Regen, sondern auch an lauen Sommerabenden auf dem Balkon. Versprochen!

xoxo
Christine

Spinat-Blätterteig-Tarte

1 Rolle (glutenfreier) Blätterteig aus dem Kühlregal
400 g fein gehackter junger Spinat, tiefgefrorenen
150 g tiefgefrorener Mais (alternativ Mais aus der Dose)
3 kleine Kartoffeln, schälen und klein würfeln
Olivenöl
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe fein gehackt
1/2 TL Kreuzkümmel gemahlenen
1/2 TL geräuchertes Jalapeñopulver, alternativ geräuchtes Paprikapulver
1/4 TL Muskatnuss
3 EL griechischer Schafskäse (Feta)
Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Den Blätterteig aus der Verpackung nehmen, etwas ausrollen und in eine ofenfeste gefettete Form (alternativ mit Backpapier ausgelegt) geben.
Die geschälten und klein gewürfelten Kartoffeln in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen und ca. 10-15 Minuten kochen. Die Kartoffeln sollten bissfest sein.
In der Zwischenzeit in einer großen beschichteten Pfanne einen Schuss Olivenöl hineingeben und dieses erhitzen. Die Schalotten mit dem Kreuzkümmel und dem geräucherten Jalapeõpulver anschwitzen. Immer wieder umrühren, damit die Schalotten nicht braun werden oder anbrennen. Nach einigen Minuten den tiefgefrorenen Spinat hinzugeben. Gelegentlich umrühren. Ist der Spinat nicht mehr vereist, die geriebene Muskatnuss, den Knoblauch und den Mais hinzugeben und alles gut miteinander vermengen. Solange weiterköcheln, bis kein Wasser mehr in der Pfanne zu sehen (dadurch, dass der tiefgefrorene Spinat und der Mais erwärmt werden, entsteht zunächst etwas Flüssigkeit in der Pfanne). Mit Salz und Pfeffer abschmecken, erst dann die garen Kartoffeln vorsichtig unterheben.
Die Masse auf den Blätterteig geben und den Schafskäse drauf krümmeln. Den überstehenden Teig an den Rändern auf die Spinat-Kartoffel-Mais-Masse klappen. Wer mag, kann den Blätterteig auch noch mit einem verquirlten Ei bestreichen. Dann glänzt die Tarte hinterher mehr. Ich habe allerdings darauf verzichtet, da ich keins zur Hand hatte.
Die Tarte bei ca. 200°C Ober-und Unterhitze für 20-30 Minuten backen. Bitte beachtet auch die Anleitung auf Eurem Blätterteig, als auch die Eures Backofens. Ich habe tatsächlich einmal nicht aufgepasst und die Tarte bei 200°C Umluft im Ofen gebacken. Tja, das Ding war ganz schön verkohlt.