Äpfel pflücken im Alten Land

Manchmal glaube ich, nie wieder viele Stunden am Stück schlafen zu können. So wie letztes Wochenende, als Haylee Margen-Darm hatte und uns in der einen Nacht gleich zweimal das Bett voll kotzte, um dann die restliche Nacht jede Stunde weinend aufzuwachen. Oder aber wie vor zwei Nächten, als sie anfing zu zählen. Natürlich spricht sie die Zahlen für Außenstehende noch nicht verständlich aus und auch ich vernehme keine klare eins, zwei oder drei, aber anhand der Betonung (sie imitiert den Papa) ist es eindeutig, dass sie bis fünf zählt. Denn so viele Finger hat sie an einer Hand, die am Wickeltisch immer mal wieder durchgezählt werden. In der Nacht wurden wir übrigens zunächst von einer Mücke geweckt. Als der Mann dann mit der Fliegenklatsche bewaffnet durchs Schlafzimmer hechtete und immer wieder erfolglos an die Wand klatschte, gab es kein Halten mehr. Das Kind lachte sich kringelig wie schon lange nicht mehr.

Immerhin schliefen wir als gerechten Ausgleich dafür die Nacht von Freitag auf Samstag exzellent und waren so verhältnismäßig ausgeschlafen wie schon lange nicht mehr. Während die Wettervorhersage für den Samstagvormittag noch einige Sonnenstunden versprach, zeigte die App für das restliche Wochenende vor allen Dingen Regen an.

Vor den Toren Hamburgs liegt das Alte Land, ein großes Obstanbaugebiet. Seit einigen Jahren bieten viele Höfe das Pflücken von Äpfeln, Kirschen oder Pflaumen an. Bisher hielt sich meine Begeisterung fürs Pflücken in Grenzen, was allerdings mehr den Äpfeln als der Tätigkeit des Pflücken zu verschulden ist. Schließlich esse ich Äpfel, wenn sie nicht gerade in einem Kuchen verbacken sind, nicht sonderlich gerne.

Doch mit Kind ändert sich vieles. Auch wenn Haylee noch sehr klein ist, finde ich es wichtig, schon früh zu vermitteln, wo Lebensmittel herkommen. Zwar gibt es vor unserer Haustür auf dem Nachbargrundstück einen Apfelbaum, sodass ich mich rein theoretisch mit Haylee an den Gartenzaun stellen könnte, aber damit wäre der Spaß dann auch schon beendet.

Auf dem Apfelhof hingegen kann man sein Körbchen nach Belieben mit unterschiedlichen Apfelsorten füllen. Naschen ist tatsächlich erlaubt. Bei so vielen Apfelsorten ist es sinnvoll, vorab einmal zu testen, ob einem die Sorte schmeckt.

Auf dem Hof standen neben zahlreichen Körben und Kisten auch Bollerwagen parat, was zum einen recht romantisch ist und sofort Kindheitserinnerungen in mir weckte, zum anderen auch ziemlich praktisch. Denn wer will schon unzählige Kilos gepflückter Äpfel die langen Wege lang schleppen? Gleichzeitig entwickelte Haylee eine unbeschreibliche Leidenschaft für den Wagen und bestand darauf, in diesem zu sitzen. Das verwunderte uns tatsächlich sehr, denn momentan ist sie mehr ein Tragekind, als das sie sich freiwillig in den Kinderwagen oder Buggy setzt. Zumindest dann, wenn ich mit ihr unterwegs bin.

ALs wir gerade die ersten Schritte zu den Obstbäumen gingen, huschte ein kurzer Regenschauer über uns hinweg und am Horizont war ein Regenbogen zu sehen. Während wir noch die Stirn in Falten legten und es in Erwähnung zogen, zurück zur großen Halle zu gehen, in der man sich fürs Pflücken anmelden musste, kämpfte sich die Sonne zwischen den Wolken hindurch zurück. Wir zogen mit unserem Bollerwagen los. Es war herrlich leer und wir waren in unserer Baumreihe ganz alleine, sodass Haylee auf Papas Arm ganz in Ruhe ihren ersten Apfel pflücken durfte. Sie war begeistert und so unglaublich stolz, dass mein Herz vor Freude nur so hüpfte.

Bei der Anmeldung bekommt man einen Plan ausgehändigt, auf dem nicht nur das Gelände eingezeichnet ist, sondern auch die verschiedenen Apfelsorten ausgewiesen sind. So wählten wir den Weg von Rubinette, über Elstar, Jonagold und Royal Jonagold bis hin zum Topaz. Haylee saß währenddessen im Bollerwagen, sortierte die Äpfel und zählte zwischenzeitlich auch durch, ob noch alle Früchte an Bord waren.

Nach über einer Stunde gingen wir schließlich mit unserem Korb zur Kasse und staunten nicht schlecht, als die Waage mehr als sechs Kilo anzeigte. Neben Apfelsaft und Apfelmus werden wir wohl auch einen Apfelkuchen oder Apfelcrumble backen. Auf jeden Fall muss das Obst zügig verarbeitet werden, da es bei der Inventur durchs Kind etwas in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Vielleicht gibt es auch bei Euch in der Gegend einen Apfelhof, der das selbst Pflücken anbietet. Dann nichts wie hin, es ist ein Heidenspaß und auch wesentlich entspannter, als die Erdbeeren auf dem Boden aufzulesen.

xoxo
Christine

was in der Zwischenzeit passierte

Wenn ich die letzten acht Wochen mit einem Wort beschreiben sollte, so wäre es wohl krank. Denn krank waren der Mann, das Kind und ich seit Juli immer abwechselnd, manchmal auch gemeinsam. Ein Kita Keim nach dem nächsten raffte uns nieder. Ich hatte eine schmerzhafte Mittelohrentzündung, die dazu führte, dass ich zeitweise auf dem rechten Ohr nichts hörte. Noch immer, gut fünf Wochen später, ist mein Gehör noch nicht wieder tadellos hergestellt. Zwischenzeitlich ging es mir zwar besser, doch nun hat mich der nächste fiebrige Erkältungsvirus nieder gerafft.

Tatsächlich habe ich mir den Sommer, wer konnte es ahnen, dass er so bombastisch werden wird, anders vorgestellt. Mit sandigen Füßen und klebrigen Händen, Eiscreme und Pommes, Wassermelone und Keksen, Rosé und Sekt, Meer und Elbe, der Duft vom frischen Regen und Sonnenmilch, nun ja eben allem, was Sommernachmittage und -abende schöner machen. Viel erlebt haben wir davon allerdings nicht.

Als es mir endlich besser ging, waren alle Freunde in die Ferien verschwunden und wir saßen alleine da, in der großen, warmen Stadt.

Aber immerhin haben auch wir ein paar schöne Tage gehabt.

Legendär war übrigens der Besuch in der Eisdiele, als wir uns überlegten, mal so richtig über die Stränge zu schlagen und uns eine Schlemmertüte zu gönnen. Es gab weder Eiswaffeln noch Sahne, da die Sahnemaschine kaputt war. Für eine Eisdiele eine recht traurige Bilanz. Das wäre ja fast so, wenn ein Coffeeshop keine Milch mehr hätte. So gönnten wir uns also nur drei Kugeln Eis, dann allerdings auch ohne Soße, denn Soße ohne Sahne, na ich weiß ja nicht. Wirklich lecker was das Eis übrigens nicht.

Schön waren unsere Ausflüge an die Elbe. Selbst am Wochenende war der Strand vormittags herrlich leer, was wohl an den Ferien lag. Haylee buddelte fröhlich durch den Sand und ich überlegte, wohin die Schiffe wohl fahren würden. Ich weiß, dass es dafür zwar eine App gibt, aber manchmal finde ich es einfach schöner, der Phantasie freien Lauf zu lassen.

Eines Abends lagen der Mann und ich im Bett, als ich zu ihm sagte, dass ich auf dem iPad heute endlich mal auf MyDeals geklickt hätte. Ich nutze nämlich das ausrangierte iPad des Mannes, hatte aber bisher wenig Interesse an seinen Apps. In der App werden Tagesdeals, also Schnäppchen, bereit gestellt. An dem Tag wurde der Flammkuchen von Wagner in einem Supermarkt promotet, der tatsächlich spottbillig war. Ich klickte also auf den Tagesdeal Flammkuchen und erwartete, dass sich nun ein Fenster mit weiteren Informationen öffnen würde. Das tat sich auch, nämlich mit reichlich Kommentaren. Ich sagte zum Mann, dass sich mir der Sinn der App nicht ganz erschließen würde. Klar, Schnäppchen anzeigen sei prima, aber wieso denn da ein weiteres Fenster aufgehen würde, in dem die Leute dann so Dinge schreiben würden wie „Wirklich super Angebot. Aber ob sich das Flammkuchen schimpfen darf, bei den Zutaten, die da enthalten sind, mag ich mal bezweifeln“. Da lachte der Mann und sagte, dass die Kommentare doch das Beste an der App seien. Aha!

Ich habe in der letzten Woche einen neuen Blog gefunden und bin total begeistert. Fast hätte ich geschrieben, dass der Blog in Russland spielt, aber das wäre nicht ganz korrekt. Katrin ist Journalistin und lebt seit vier Jahren in Russland. In ihrem Blog schreibt sie über ihren Alltag, über die Fußballweltmeisterschaft, über Kulturelles, eben über Russland, so wie wir es nicht kennen. Bisher war mein Interesse für Russland relativ gering, doch jetzt bin ich Feuer und Flamme. Ob ich nun gleich die nächste Reise dorthin planen würde, lasse ich mal so dahingestellt sein, aber mich fasziniert das große Land sehr. Als Einstieg empfehle ich Euch übrigens Elf Polizisten müsst ihr sein.

Gegessen haben wir hin und wieder auch ganz fein. Es gab unteranderem Pfirisch-Muffins und Salat mit gezupfter Polenta. Ich überlege, auch wenn beides nicht gerade fotogen aussieht, noch zu verbloggen. Muffins gehen ja irgendwie immer und sind der perfekte Begleiter zum Morgenkaffee oder Tee, wenn zumindest kein Kind in der Nähe ist und ein Salat ist ja niemals verkehrt.

Ein mini Projekt habe ich übrigens dann doch noch abgeschlossen. Haylee hat jetzt ihr erstes eigenes Fotobuch, dass sie sich tatsächlich alleine angucken kann. Der Hersteller verspricht, dass es extra für Kleinkinder sei. Fester Karton mit Spiralbuchbindung und abgerundeten Kanten. Ich bin gespannt, wie lange es halten wird. Ein Schnäppchen ist es mit 20,- Euro wahrlich nicht, aber es macht immerhin einen hochwertigen und ordentlichen Eindruck.

Ich wünsche Euch einen guten Wochenstart,
xoxo
Christine

Ein Sommerwochenende – 29. Juni bis 1. Juli 2018

Freitag

Am Freitag startete Haylee in einen kurzen Kita-Tag, da es einen so starken Personalmangel gab, dass die Eltern gebeten wurden, die Kinder wenn möglich anders betreuen zu lassen. Am Nachmittag fand dann dennoch das Sommerfest im Kindergarten statt, wenn auch mit sehr eingeschränktem Programm und weniger Gästen als sonst. Ich vermisste tatsächlich einige Kinder aus Haylees Gruppe, lernte dafür aber die Eltern von meinem Lieblingskind kennen. Letztlich ist es den Kindern auch schnuppe gewesen, wie viel Programm es gab, da die Hüpfburg stand. Mehr braucht man nicht. Haylee ist dafür, wie alle Krippenkindern, natürlich noch zu klein und vergnügte sich so im Sandkasten oder genoss das Entertainment vom Papa und dem Mann meiner Freundin. Erschöpft fiel Madame ganz unerwartet um 19 Uhr ins Bett.

Nachdem ich das Kind im Kindergarten abgeliefert habe, mache ich es mir im Café gemütlich und blicke auf die glänzenden Weinflaschen.

Da mich auf der Speisekarte nichts zu Essen anlacht, mache ich kurzerhand eine Trinkkur und bestelle mir Tee, Wasser und Espresso. Eine feine Mischung und ein wundbares Ambiente, bis Kai kommt und ein lautstarkes Gespräch nach dem anderen führt. Daraufhin verlasse ich irgendwann genervt das Café und gehe einkaufen.

Tatsächlich wächst auf meinem Balkon die Zucchini jeden Tag ein bisschen mehr. Ich hoffe sehr, dass ich sie bald ernten kann. Bisher hatte ich mit der Zucchinizucht nicht so viel Glück.

Auf dem Sommerfest der Kita treffen wir auch Luci und schlemmen gemeinsam vom Buffet.

Nach dem Mittagsschlaf gibt es für das Kind erst einmal eine Beerenpause. Ihr neuer Favorit sind die süßem Himbeeren, die sie nicht teilt. Anders als die Blaubeeren. Leider esse ich nicht so gerne Blaubeeren, lasse mich aber dennoch von Haylee füttern.

Samstag

Der Samstag startete mit schlechter Laune, da der Mann und Haylee immer noch erkältet waren und ich weiterhin mit meinem Rücken kämpfte. So strichen wir unsere To-Do-Liste kurzerhand zusammen. Das sorgte anfangs bei mir für viel Unmut, da ich häufig das Gefühl habe, dass wir ja eigentlich nichts machen und ständig ausgeknockt daheim sitzen. Statt an die Nordsee fahren, ließen wir es am Samstag erst einmal ruhig angehen. Der Mann legte sich mit dem Kind noch einmal für einen längeren Vormittagsschlaf hin, während ich ein paar Einkäufe erledigte. Anders als sonst, fuhr ich dieses Mal nicht zu meinen Lieblingsläden Richtung Stadt, sondern beschloss in Rissen (ein Stadtteil weiter) und Wedel einkaufen zu fahren. Es war ein Disaster, da es in den Läden voll und die Kassen schlecht besetzt waren. Einiges war auch ausverkauft, wie zum Beispiel Wasser. So kaufte ich das Wasser dieses Mal im überteuerten Getränkemarkt ein und griff zu Mehrwegflaschen aus Glas. Geschmacklich ist das Mineralwasser ein Genuss, aber für meinen Rücken war das Geschleppe dann doch nicht so der Hit. Wir beschlossen, uns mit einem späten Mittagessen in der Hafencity zu verwöhnen und fuhren auf meinen Wunsch hin mit der Bahn in die Stadt. Im Restaurant war es herrlich leer, sodass Haylee fröhlich auf und ab krabbelte. Selbstverständlich fragten wir, ob es jemanden stören würde. Denn ich finde, dass man grundsätzlich Rücksicht aufeinander nehmen muss. Ob nun mit oder ohne Kind. Tja, und dann machten wir tatsächlich etwas ganz Verrücktes, was ich sonst niemals machen würde. Wir hatten am Morgen von unserer Freundin eine SMS erhalten, dass sie am Abend den Grill anschmeißen würden, um ein paar Würstchen vom besten Schlachter der Stadt zu grillen. Der Mann und ich scherzten beim Frühstück noch, dass es sicherlich eine Einladung gewesen sei. Dann kamen wir allerdings vom Thema ab und lebten in den Tag hinein. Während wir nach dem späten Mittagessen noch durch die Stadt schlenderten, sagte ich schließlich zu ihm, dass wir uns doch jetzt noch zu unseren Freunden in die Bahn setzen sollten. Einfach so, ohne Ankündigung. Klingeln, Wurst essen, heimfahren! Aus den angedachten dreißig Minuten wurden dann knapp fünf Stunden. Es war wunderbar und die beste Idee, die wir seit langer Zeit hatten. Spontanität zahlt sich manchmal doch aus.

Am Samstag gibt es Pancakes zum Frühstück und tatsächlich stibitzt sich Haylee später auch einen.

Ich schwinge am Vormittag das Bügeleisen und lege haufenweise Wäscheberge weg, bevor ich schließlich zur Einkaufstour aufbreche.

Fast möchte man meinen, dass Haylee die Speisekarte liest. Allerdings handelt es sich hierbei nur um ihr „Buggybuch“, dass sie von der Mama meiner Freundin geschenkt bekommen hat.

Nein, wir haben dem Kind nicht die Sonnenbrille aufgesetzt. Das Kind ist von meiner Brille besessen und spielt ständig damit herum. Alte Poserin!

Woher sie die Geste hat, ist mir ein Rätsel!

Mauerblümchen

Während ich noch nach Fotomotiven Ausschau halte, spaziert der Mann mit dem Kind schon einmal voran, in der Hoffnung, dieses in den Schlaf zu schieben.

Eindeutig mein Lieblingsfoto der Woche, auch wenn es unscharf ist. Es handelt sich hierbei tatsächlich um einen Schnappschuss. Ich hatte mir die Kamera wie ein Tourist um den Hals gehängt und drückte einfach auf den Auslöser, ohne den Ausschnitt zu kennen. Ich liebe die Bewegungsunschärfe und die kräftigen Farben.

Meine Freundin Anja und ich haben den gleichen Blumengeschmack. Dabei fällt mir ein, dass ich meine Sukkulenten noch umtopfen wollte.

Sonntag

Der Sonntag startete verschlafen. Haylee war früh wach und weckte mich mit ihren klebrigen Händen. Wir spielten eine Runde, ich machte Crumble zum Frühstück und danach fielen wir gemeinsam mit dem Papa wieder ins Bett. Zu müde waren wir vom Vorabend und zu sehr quälten das Kind die Zähne und die Erkältung. Nach einem leichten Mittagessen wollten wir eigentlich endlich raus, aber das Kind schwächelte erneut. So kuschelten Haylee und ich uns schließlich erneut ins Bett. Wieder kippten wir die Pläne, die wir geschmiedet hatten und beschlossen einfach nur zum Spielplatz zu fahren. Getreu unserem Motto, Spontanität ist alles, entschieden wir uns zu einem Abendessen beim Italiener in Blankenese. Wir warteten ewig auf die Getränke und unser Abendessen. Zu Hause hätte ich in der Zeit auch ein 3-Gänge-Menü kochen können. Dennoch hatten wir es schön, verfolgen nebenbei das spannende Match zwischen Russland und Spanien und ließen uns schließlich die Pizza und Pasta schmecken.

Im Sonntagsmorgenkaffee sehe ich eine Dackelschnauze aus der Vogelperspektive.

Es gibt einen Crumble. Die Lichtverhältnisse sind so früh morgens in unserem Wohnzimmer dann doch sehr bescheiden.

Es gibt zwei Arten von Spielzeug. Das, was man kauft und nur in der Ecke rum liegt oder das, was heiß und innig geliebt wird. Das Batman Mobil gehört zum liebsten Spielzeug von Haylee. Auch wenn sie vieles noch nicht kann und ich es so leid bin, ständig von anderen zu hören „Also mein Kind schläft ja schon alleine in seinem Zimmer. Mein Kind schläft durch. Mein Kind spricht. Mein Kind kann schon laufen. Mein Kind isst alles. Mein Kind kann auf Händen gehen und dabei ach du lieber Augustin singen. Mein Kind isst mit Messer und Gabel und kleckert niemals“, so hat Haylee viel Ausdauer, an Dingen rum zu fummeln. Ich glaube, man spricht von der Feinmotorik. Stundenlang hebt sie winzige Sandkörnchen auf, nimmt jede Erbse einzeln in die Hand oder lädt die Kanone ins Badmobil, um dann den Auslöser zu drücken. Ich habe keine Ahnung, wann ein Kind was können MUSS und es ist mir auch egal. Es macht mich einfach müde, wenn andere Eltern in einem gehäßigen Ton aufzählen, was ihr Kind schon alles kann. Ich kann absolut verstehen, wenn Eltern stolz auf die Fähigkeiten ihrer Kinder sind. Das dürfen und müssen sie auch. Aber man kann auch ohne spitzen Ton erzählen, was das eigene Kind kann.

Mittagsschlaf

Das Kind schaut sich eines der Bilderbücher an, während ich die Küche ein wenig aufräume.

Eine der wenigen Babyschaukeln in Hamburg oder gar Deutschland! Ich wünschte, dass es davon viel mehr geben würde, als diese bekloppten und nicht ganz ungefährlichen Nestschaukeln.

Wir gehen rutschen. Allerdings glaube ich, dass Haylee daran nicht so viel Gefallen gefunden hat, wie ich! Ja nun, das Leben ist kein Ponyhof.

Cheers, auf eine wunderbare neue Woche!

Weitere Wochenenden könnt Ihr wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen sehen.

Träumt süß
xoxo
Christine

Der Sommer ist zurück – fünf Freitagslieblinge am 29. Juni 2018

Es ist Freitag und wir kommen gerade von unserem ersten Sommerfest der Kita zurück. Ich habe mich gefreut, von einigen Kindern nun endlich mal die Eltern kennenzulernen und plauderte einige Zeit mit der Mama meines Lieblingskitakindes. Ihr kleiner Sohn sieht nämlich genauso aus wie der Junge aus den Bilderbüchern von Nathalie Choux. Insbesondere im Krippenbuch ist er hervorragend getroffen.

Die Woche war schön, aber irgendwie auch anstrengend, da Haylee mit ihrer Erkältung nachts sehr unruhig schlief und gestern schließlich mit Fieber daheim bleiben musste. Immerhin schlief sie fast den gesamten Tag und kurierte sich damit etwas aus.

Dennoch hatten wir auch viele schöne Momente. Und hier sind sie, die letzten Freitagslieblinge im Juni.

Inspiration

In dem Artikel „Hauptsache, die Internet Verbindung ist stabil„, geht es um das flexible Arbeiten. Statt klassisch im Büro zu hocken, kann man bei Spengler überall auf der Welt arbeiten. Ob auf den Kanaren, in der Hängematte auf Bali, von zu Hause oder einem Coworking Space. Die Zeiten eines klassischen Bürojobs sind in meinen Augen längst überfällig. Ich selbst arbeite auch gerne von zu Hause, bin dort ungestörter und produktiver und kann nebenbei noch wirklich guten Kaffee trinken. Noch lieber sitze ich allerdings im Café, stellte aber gerade erst diese Woche wieder fest, dass sich ein Starbucks in Deutschland doch sehr von dem in Kanada oder den USA unterscheidet. Denn in den USA und Kanada ist es Gang und Gebe, aus dem Coffee Shop zu arbeiten, die Atmosphäre ist eine ganz andere. In Deutschland hingegen gehen die Menschen zum Vergnügen einen Kaffee trinken, unterhalten sich lautstark und die Kinder toben durch den Laden. Meine Freundin zum Beispiel fühlt sich in ihrem Büro nicht sehr wohl, da ihr Chef etwas durchgeknallt ist und persönliche Dinge auf dem Schreibtisch und den Wänden nicht oder nur sehr eingeschränkt erlaubt. Da wäre die Motivation, nicht im Büro, sondern von einem anderen Platz aus zu arbeiten, doch wesentlich höher.

Lieblingsmoment ohne Kind

Ich habe meinen letzten freien Tag mit meiner langjährigen Freundin für einen kurzen Spaziergang an der Elbe genutzt, während Haylee im Kindergarten war. Viel Zeit hatten wir beide nicht, aber wir genossen umso mehr den Bummel durchs Treppenviertel bis an die Elbe und setzten uns schließlich ins Strandcafé unter den Sonnenschirm. Der Himmel war so blau, der Strand weiß, es wehte ein leichter warmer Wind und für einen Augenblick wähnten wir uns im Urlaub, weit weg. Es war wunderschön!

Lieblingsmoment mit Kind

Hohoho! Da gab es einige. Das Kuscheln im Bett, das freudestrahlende Gesicht nach dem ersten Mal essen in der Kita (ha, es gab ja auch American Pancakes mit Apfelmus, da hätte ich auch gute Laune gehabt) oder aber der Mittwochnachmittag im Garten meiner Freundin. Eigentlich stand er unter keinem guten Stern, da ich Haylee einfach nicht zu einem Mittagsschlaf bewegen konnte und ihre Erkältung sie nervte. Sie schlief dann sehr viel später als geplant in meinen Armen ein und ich war froh, als ich mich aus dem Zimmer schleichen konnte, um schnell noch den Brotteig für das Abendessen anzusetzen. Mit einiger Verspätung sind wir dann zu meiner Freundin gestartet. Da für mich die Nationalhymnen eines Fußballspiels neben den Toren das Wichtigste sind, hielten wir noch kurz an der Dönerbude an und warfen einen Blick auf den Bildschirm. Ich kann es tatsächlich nicht leiden, wenn Sportler die Nationalhymne nicht mitsingen. Sorry, da bin ich ultraspießig und würde als Trainer auch sagen: „Na dann spielst Du halt nicht mit“. Ich höre mir gerne die Hymnen der Ländern an und finde es großartig, wenn Menschen aus voller Inbrunst und Stolz das Lied ihres Landes singen. Zugegebenermaßen schmettern wir Deutschen „Einigkeit und Recht und Freiheit“ nicht so daher, wie die Südamerikaner. Der gute Hoffmann von Fallersleben und Haydn, die alte Socke, übten sich da dann doch eher in Zurückhaltung. Vielleicht schickte es sich in der damaligen Zeit nicht, etwas fröhliches zu komponieren, ich weiß es nicht. Mit einer kleinen Verspätung landeten wir schließlich im Garten, wobei wir außer coolen Kindersprüchen nichts verpasst haben. Ich finde es ja immer noch schade, dass Deutschland rausgeflogen ist, weil der Mann meiner Freundin ein wirklich tolles Public-Viewing im Garten aufgebaut hat. Der riesige Fernseher stand unter einem Pavillon, davor waren mehrere Stühle aufgereiht und wir verfolgten gemeinsam mit den Nachbarn das Spiel.
Der fast vierjährige Sohn meiner Freundin haute einen Knaller nach dem nächsten raus. Zu seiner Nachbarsfreundin sagte er, als diese in die Chipstüte greifen wollte und leise wisperte „Kann ich auch Chips haben“, lautstark „Und noch ein Wort dazu, BITTE!“.
So ging es den gesamten Abend weiter. Er brachte mich nach Abpfiff des Deutschlandspiels wirklich an den Rand des Wahnsinns, als er mir erklärte, dass Deutschland morgen ganz gewiss nach dem Aufstehen weiter spielen könne. Auf meine vielseitigen Erklärungen, dass Deutschland leider zu viele Spiele verloren hätte und nun nicht mehr bei der WM dabeisein könne, erwiderte er immer „Ja, aber morgen nach dem Aufstehen, da spielen sie dann weiter“.
Zum Abendessen steuerte jeder etwas bei und so saßen wir ganz ungezwungen im lauen Sommerabend an einer großen Tafel und genossen das Leben! Etwas Besseres kann es nicht geben.

Lieblingsbuch

Und wieder stelle ich Euch ein Kinderbuch für die Kleinsten vor. Es kommt wie bereits die Vorgänger aus dem arsEdition Verlag von Nathalie Choux und heißt „Mein erstes Buch von den Spielsachen„. Haylee hat es von meiner Freundin Sandra zum Geburtstag geschenkt bekommen und liebt es sehr. Ich bin ganz begeistert, denn Haylee hat gleich von zwei Freundinnen jeweils ein Buch aus der Reihe von Nathalie Choux geschenkt bekommen, obwohl ich nie erwähnte, wie toll ich die Bücher finden würde. Das ist jetzt also unser viertes Buch von Nathalie Choux und genau wie die Themen Kinderkrippe, Fußball und Garten, sind die Illustrationen auch beim Spielzeug schlicht gehalten. Das Prinzip ist stets das Gleiche. Wenige Motive auf weißem Untergrund, dazu etwas, was das Kind hin- und herschieben kann. Haylee findet von den abgebildeten Sachen (noch) wenig davon in ihrem eigenen Zimmer wieder, während ich mein altes Kinderzimmer vor mir sehe. Denn interessanterweise erinnern mich die Illustrationen an meine eigene Kindheit aus den 80ern. Gibt es heute überhaupt noch kastenförmige Telefonapparate?

Lieblingsessen

Es gab viele Leckereien diese Woche! Ein Essen, dass es die letzten Wochen immer wieder auf unsere Teller schaffte, ist die Spinat-Blätterteig-Tarte. Sie ist einfach in der Zubereitung, fühlt sich ein wenig nach Junk-Food an (hallo Blätterteig) und ist trotzdem nicht ganz so ungesund, wie Frittiertes oder Pommes rot-weiß.

Person der Woche

Die Person der Woche ist dieses Mal der ältere Herr mit seinem dicken Bauch. Als ich vorhin in einer Baustellengegend mit Sackgassenlage einen Parkplatz suchte und gerade am Wenden war, winkte mir ein älterer Herr zu und sagte: „Mir gehört das weiße Auto dort. Fahren Sie zur Einbahnstraße, ich warte auf Sie. Das ist Ihr Parkplatz!“. Ich habe mich so gefreut und war gleichzeitig von so viel Herzlich- und Aufmerksamkeit berührt. Schließlich dauerte es doch einen Moment, bis ich einmal ganz um Pudding gefahren bin.

Mehr Freitagslieblinge findet Ihr auch diese Woche wieder bei Anna von Berlin Mitte Mom.

Habt ein fantastisches Wochenende,
xoxo
Christine