Märchenfenster im Alsterhaus

Auch der zweite Advent zeigte sich wettertechnisch nicht gerade von seiner freundlichsten Seite. Nachdem es den ganzen Vormittag immer wieder geregnet hatte und wir einem Lagerkoller gefährlich nahe kamen, beschlossen wir am Nachmittag definitiv ein wenig Luft zu schnappen. Ganz egal, ob es nun regnen würde oder nicht. 

Meine Eltern fuhren während der Adventszeit immer mit mir mindestens einmal in die Hamburger Innenstadt, um die prunkvoll geschmückten Märchenfenster vom Alsterhaus und Karstadt zu betrachten. Welches Kaufhaus erzählte dieses Jahr die schönere Geschichte? Waren die Teddys und Hasen wieder zum Skilaufen unterwegs oder trieb der böse Wolf sein Unwesen und lauerte Rotkäppchen auf? Die Kinder drückten sich an den Schaufenstern die Nasen platt, während die Eltern sich vermutlich an den vielen Details erfreuten. 

Ich finde es schön, wenn man Traditionen hat, die man jedes Jahr wieder aufleben lässt. Traditionen prägen die Kindheit und sorgen, hoffentlich, für schöne Erinnerungen. Während unsere Wohnung überhaupt nicht weihnachtlich geschmückt ist, abgesehen von dem Adventskalender meiner Kindheit (einem Weihnachtsmann im Heißluftballon) und einem sehr abstrakten Adventskranz, fand ich die Idee, einen Ausflug in die Stadt zu machen, wirklich gut. Außerdem wollte ich natürlich auch gleichzeitig das Praktische mit dem Nützlichen verbinden. Nicht nur den Mann und das Kind lüften, sondern außerdem auch noch rasch ein paar Weihnachtsbilder knipsen. Wozu sollte ich mir die Mühe machen, meine Wohnung mühevoll und verschwenderisch zu dekorieren, spricht doch die halbe Welt davon, nachhaltig und minimalistisch zu leben?

Die Hamburger Innenstadt wird von Lichterketten, Leuchtschriften und Weihnachtsmärkten geradezu überschwemmt. Während ich auf Weihnachtsmärkte sehr gut verzichten könnte, mag ich das Lichtermeer und wünschte mir, dass die Deko, wenn ökologisch auch sehr verwerflich, bis Ende März hängen bleiben würde. Mir fehlt einfach das Tageslicht und die Sonne. 

Wir schlenderten zunächst langsam den Jungfernstieg entlang, doch je näher wir dem Alsterhaus kamen, desto größer wurden meine Schritte und der Abstand zum Rest der Familie wuchs stetig.

Das Bühnenbild, wenn ich das jetzt einfach mal so sagen darf, entsprach nicht ganz meinen Vorstellungen, aber immerhin war es auch nicht zu modern und abstrakt. Riesige Nussknackerfiguren zierten je ein Fenster, mal mit einem klassisch geschmückten Weihnachtsbaum, dann wiederum mit einem kitschigen rosa Bäumchen, dass so hässlich war, dass es mir schon wieder gefiel. An jeder Scheibe gab es einen Aufkleber, der ein paar Worte zu dem Schaubild verlor. Ich schenkte diesem allerdings keine Aufmerksamkeit, da ich mehr damit beschäftigt war, Haylee die zahlreichen Hunde in den jeweiligen Schaufenstern zu zeigen. Haylee war wiederum mehr von den „Fensterbänken“ beeindruckt und versuchte auf diesen Platz zu nehmen, als an der Dekoration an sich. 

Habt einen guten Wochenstart!

xoxo
Christine

P.S. Und was war mit Karstadt? Nun ja, ich fand es ziemlich enttäuschend, da es nur noch ein einziges „Märchenfenster“ gab, in dem drei große Lego STARWARS Figuren und ein wenig Kleinkram ausgestellt war. Es liegt gar nicht so sehr daran, dass ich keinen Bezug zu STARWARS habe, sondern viel mehr, dass in diesem Fenster keine Geschichte erzählt wurde. Ich kann verstehen, wenn Karstadt auf Grund von Sparmaßnahmen nicht mehr alle Fenster üppig gestalten kann, aber zumindest mit dem einem kann man sich doch etwas mehr Mühe geben. Würde man allerdings Haylee fragen, wäre sie schier begeistert und würde weiterhin beteuern, dass sie unbedingt das „Flugzeug“ (lies: Slave I für Kinder ab 10 Jahren) haben möchte. „Kaufen Papa, kaufen!“ Nee, schon klar!

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