Ein Sommerwochenende – 29. Juni bis 1. Juli 2018

Freitag

Am Freitag startete Haylee in einen kurzen Kita-Tag, da es einen so starken Personalmangel gab, dass die Eltern gebeten wurden, die Kinder wenn möglich anders betreuen zu lassen. Am Nachmittag fand dann dennoch das Sommerfest im Kindergarten statt, wenn auch mit sehr eingeschränktem Programm und weniger Gästen als sonst. Ich vermisste tatsächlich einige Kinder aus Haylees Gruppe, lernte dafür aber die Eltern von meinem Lieblingskind kennen. Letztlich ist es den Kindern auch schnuppe gewesen, wie viel Programm es gab, da die Hüpfburg stand. Mehr braucht man nicht. Haylee ist dafür, wie alle Krippenkindern, natürlich noch zu klein und vergnügte sich so im Sandkasten oder genoss das Entertainment vom Papa und dem Mann meiner Freundin. Erschöpft fiel Madame ganz unerwartet um 19 Uhr ins Bett.

Nachdem ich das Kind im Kindergarten abgeliefert habe, mache ich es mir im Café gemütlich und blicke auf die glänzenden Weinflaschen.

Da mich auf der Speisekarte nichts zu Essen anlacht, mache ich kurzerhand eine Trinkkur und bestelle mir Tee, Wasser und Espresso. Eine feine Mischung und ein wundbares Ambiente, bis Kai kommt und ein lautstarkes Gespräch nach dem anderen führt. Daraufhin verlasse ich irgendwann genervt das Café und gehe einkaufen.

Tatsächlich wächst auf meinem Balkon die Zucchini jeden Tag ein bisschen mehr. Ich hoffe sehr, dass ich sie bald ernten kann. Bisher hatte ich mit der Zucchinizucht nicht so viel Glück.

Auf dem Sommerfest der Kita treffen wir auch Luci und schlemmen gemeinsam vom Buffet.

Nach dem Mittagsschlaf gibt es für das Kind erst einmal eine Beerenpause. Ihr neuer Favorit sind die süßem Himbeeren, die sie nicht teilt. Anders als die Blaubeeren. Leider esse ich nicht so gerne Blaubeeren, lasse mich aber dennoch von Haylee füttern.

Samstag

Der Samstag startete mit schlechter Laune, da der Mann und Haylee immer noch erkältet waren und ich weiterhin mit meinem Rücken kämpfte. So strichen wir unsere To-Do-Liste kurzerhand zusammen. Das sorgte anfangs bei mir für viel Unmut, da ich häufig das Gefühl habe, dass wir ja eigentlich nichts machen und ständig ausgeknockt daheim sitzen. Statt an die Nordsee fahren, ließen wir es am Samstag erst einmal ruhig angehen. Der Mann legte sich mit dem Kind noch einmal für einen längeren Vormittagsschlaf hin, während ich ein paar Einkäufe erledigte. Anders als sonst, fuhr ich dieses Mal nicht zu meinen Lieblingsläden Richtung Stadt, sondern beschloss in Rissen (ein Stadtteil weiter) und Wedel einkaufen zu fahren. Es war ein Disaster, da es in den Läden voll und die Kassen schlecht besetzt waren. Einiges war auch ausverkauft, wie zum Beispiel Wasser. So kaufte ich das Wasser dieses Mal im überteuerten Getränkemarkt ein und griff zu Mehrwegflaschen aus Glas. Geschmacklich ist das Mineralwasser ein Genuss, aber für meinen Rücken war das Geschleppe dann doch nicht so der Hit. Wir beschlossen, uns mit einem späten Mittagessen in der Hafencity zu verwöhnen und fuhren auf meinen Wunsch hin mit der Bahn in die Stadt. Im Restaurant war es herrlich leer, sodass Haylee fröhlich auf und ab krabbelte. Selbstverständlich fragten wir, ob es jemanden stören würde. Denn ich finde, dass man grundsätzlich Rücksicht aufeinander nehmen muss. Ob nun mit oder ohne Kind. Tja, und dann machten wir tatsächlich etwas ganz Verrücktes, was ich sonst niemals machen würde. Wir hatten am Morgen von unserer Freundin eine SMS erhalten, dass sie am Abend den Grill anschmeißen würden, um ein paar Würstchen vom besten Schlachter der Stadt zu grillen. Der Mann und ich scherzten beim Frühstück noch, dass es sicherlich eine Einladung gewesen sei. Dann kamen wir allerdings vom Thema ab und lebten in den Tag hinein. Während wir nach dem späten Mittagessen noch durch die Stadt schlenderten, sagte ich schließlich zu ihm, dass wir uns doch jetzt noch zu unseren Freunden in die Bahn setzen sollten. Einfach so, ohne Ankündigung. Klingeln, Wurst essen, heimfahren! Aus den angedachten dreißig Minuten wurden dann knapp fünf Stunden. Es war wunderbar und die beste Idee, die wir seit langer Zeit hatten. Spontanität zahlt sich manchmal doch aus.

Am Samstag gibt es Pancakes zum Frühstück und tatsächlich stibitzt sich Haylee später auch einen.

Ich schwinge am Vormittag das Bügeleisen und lege haufenweise Wäscheberge weg, bevor ich schließlich zur Einkaufstour aufbreche.

Fast möchte man meinen, dass Haylee die Speisekarte liest. Allerdings handelt es sich hierbei nur um ihr „Buggybuch“, dass sie von der Mama meiner Freundin geschenkt bekommen hat.

Nein, wir haben dem Kind nicht die Sonnenbrille aufgesetzt. Das Kind ist von meiner Brille besessen und spielt ständig damit herum. Alte Poserin!

Woher sie die Geste hat, ist mir ein Rätsel!

Mauerblümchen

Während ich noch nach Fotomotiven Ausschau halte, spaziert der Mann mit dem Kind schon einmal voran, in der Hoffnung, dieses in den Schlaf zu schieben.

Eindeutig mein Lieblingsfoto der Woche, auch wenn es unscharf ist. Es handelt sich hierbei tatsächlich um einen Schnappschuss. Ich hatte mir die Kamera wie ein Tourist um den Hals gehängt und drückte einfach auf den Auslöser, ohne den Ausschnitt zu kennen. Ich liebe die Bewegungsunschärfe und die kräftigen Farben.

Meine Freundin Anja und ich haben den gleichen Blumengeschmack. Dabei fällt mir ein, dass ich meine Sukkulenten noch umtopfen wollte.

Sonntag

Der Sonntag startete verschlafen. Haylee war früh wach und weckte mich mit ihren klebrigen Händen. Wir spielten eine Runde, ich machte Crumble zum Frühstück und danach fielen wir gemeinsam mit dem Papa wieder ins Bett. Zu müde waren wir vom Vorabend und zu sehr quälten das Kind die Zähne und die Erkältung. Nach einem leichten Mittagessen wollten wir eigentlich endlich raus, aber das Kind schwächelte erneut. So kuschelten Haylee und ich uns schließlich erneut ins Bett. Wieder kippten wir die Pläne, die wir geschmiedet hatten und beschlossen einfach nur zum Spielplatz zu fahren. Getreu unserem Motto, Spontanität ist alles, entschieden wir uns zu einem Abendessen beim Italiener in Blankenese. Wir warteten ewig auf die Getränke und unser Abendessen. Zu Hause hätte ich in der Zeit auch ein 3-Gänge-Menü kochen können. Dennoch hatten wir es schön, verfolgen nebenbei das spannende Match zwischen Russland und Spanien und ließen uns schließlich die Pizza und Pasta schmecken.

Im Sonntagsmorgenkaffee sehe ich eine Dackelschnauze aus der Vogelperspektive.

Es gibt einen Crumble. Die Lichtverhältnisse sind so früh morgens in unserem Wohnzimmer dann doch sehr bescheiden.

Es gibt zwei Arten von Spielzeug. Das, was man kauft und nur in der Ecke rum liegt oder das, was heiß und innig geliebt wird. Das Batman Mobil gehört zum liebsten Spielzeug von Haylee. Auch wenn sie vieles noch nicht kann und ich es so leid bin, ständig von anderen zu hören „Also mein Kind schläft ja schon alleine in seinem Zimmer. Mein Kind schläft durch. Mein Kind spricht. Mein Kind kann schon laufen. Mein Kind isst alles. Mein Kind kann auf Händen gehen und dabei ach du lieber Augustin singen. Mein Kind isst mit Messer und Gabel und kleckert niemals“, so hat Haylee viel Ausdauer, an Dingen rum zu fummeln. Ich glaube, man spricht von der Feinmotorik. Stundenlang hebt sie winzige Sandkörnchen auf, nimmt jede Erbse einzeln in die Hand oder lädt die Kanone ins Badmobil, um dann den Auslöser zu drücken. Ich habe keine Ahnung, wann ein Kind was können MUSS und es ist mir auch egal. Es macht mich einfach müde, wenn andere Eltern in einem gehäßigen Ton aufzählen, was ihr Kind schon alles kann. Ich kann absolut verstehen, wenn Eltern stolz auf die Fähigkeiten ihrer Kinder sind. Das dürfen und müssen sie auch. Aber man kann auch ohne spitzen Ton erzählen, was das eigene Kind kann.

Mittagsschlaf

Das Kind schaut sich eines der Bilderbücher an, während ich die Küche ein wenig aufräume.

Eine der wenigen Babyschaukeln in Hamburg oder gar Deutschland! Ich wünschte, dass es davon viel mehr geben würde, als diese bekloppten und nicht ganz ungefährlichen Nestschaukeln.

Wir gehen rutschen. Allerdings glaube ich, dass Haylee daran nicht so viel Gefallen gefunden hat, wie ich! Ja nun, das Leben ist kein Ponyhof.

Cheers, auf eine wunderbare neue Woche!

Weitere Wochenenden könnt Ihr wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen sehen.

Träumt süß
xoxo
Christine

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