Vom Laterne basteln

Bevor die Laternenzeit nun ganz vorbei ist, will ich Euch schnell von meinem Geburtstag Anfang Oktober erzählen. Meistens bin ich über meinen Geburtstag verreist.

Dieses Jahr hingegen sind wir daheim geblieben und so wollte ich eigentlich ein großes Herbstfest am Elbstrand feiern. Da sich aber schon recht früh abzeichnete, dass das Wetter uns eher mit Regen als Sonnenschein beglücken würde, sprach ich meine Einladung sehr sparsam aus. Unsere Wohnung bietet nicht sonderlich viel Platz, auf Enge und Trubel hatten wir keine Lust.



So lud ich also einer meiner besten Freundinnen und ihre beiden Söhne zu Kaffee und Kuchen ein, mit einem Schimmer Resthoffnung, doch bitte bitte an der Elbe zu feiern. Warum nicht endlich mal wieder wie früher den Geburtstag unter freiem Himmel feiern? Tatsächlich habe ich schon bei milden Temperaturen im Schrebergarten oder Park gefeiert. Doch dieses Jahr, man mag schon gar nicht mehr darüber sprechen, fiel wohl mehr Regen als das die Sonne tanzend über uns stand.

Last Minute überlegte ich mir, dass es doch schön wäre, wenn die Kinder ein wenig basteln könnten. Sonst wird es ja doch arg langweilig, da Haylees Spielzeug die Jungs leicht unterfordert. Klar, dass man im Oktober Laternen bastelt. Und klar, dass mir diese Idee mittags im Einkaufszentrum kam. Der Besuch sollte ja auch erst in zwei Stunden kommen, da hat man schließlich noch ein wenig Zeit, sich über solche Dinge Gedanken zu machen.

Als wir bei einem Bastelgeschäft vorbei kamen, entdeckte ich Laternenkits. Nicht ganz günstig, aber der Vorteil war, dass man alle Materialen für die Laterne in einem Päckchen hatte. Einzig Klebe und eine Schere sollte man aus dem Vorrat nehmen. Bastelklebe besitzen wir nicht. Wir haben zwar Super-Sekunden-Ich-Klebe-Alles-Fest und einen Klebestift, aber beides eignete sich nicht für die filigrane Laterne. Daher erwarb ich schnell noch ein Doppelpack Flüssigkleber.

Zur Auswahl standen ein Drachen, ein Füchslein und Dracula. Die Dracula-Laterne machte mich sofort aggressiv, da der lila Anteil so hoch war. Ich mag lila nicht, genauso wenig wie orange. Das Füchslein war zwar trotz des hohen rot-braun-orange Anteil putzig, aber so langweilig, dass nur der knallrote Drache übrig blieb. Der baumelte von der Decke des Ladens und sah phantastisch aus. Der Mann fand es zwar etwas langweilig, dass ich zweimal die gleiche Laterne kaufte, aber so beugte ich zum einen Streit vor und zum anderen gab es letztlich ja auch keine Alternative. Mal ehrlich! Mit einem lila Vampir kann ich den Jungs nun wirklich nicht kommen.

Stolz lief ich also mit meiner Ausbeute nach Hause und überlegte fieberhaft, was wir denn den restlichen Nachmittag nach Kuchenessen und Laterne basteln noch anstellen sollten. Nach 30 Minuten werden diese Papierdinger ja spätestens fertig sein, ist doch schon alles vorgestanzt. Eierlaufen, Topfschlagen oder doch noch ein Spaziergang zum nächsten Spielplatz?

Hahahahahaha! Ja, man merkt, ich habe keine Ahnung von Kindern und noch viel weniger von Bastelsets. Denn ansonsten hätte ich mir den Kauf nämlich noch mal haarscharf überlegt. Nach zwei Stunden waren wir und mit wir meine ich uns Eltern, mit ach und krach fertig! Aber auch nur, weil noch der Mann meiner Freundin zu uns gestoßen ist. Sonst wäre das nichts mehr geworden.

Für Kinder ist das Bastelset zum selbstständigen Arbeiten vollkommen ungeeignet. Sind die Kinder alt genug, um alleine die Laterne zusammen zu kleben, haben sie vermutlich überhaupt kein Interesse mehr daran. Das bedeutet also, dass die Eltern die Kinder unterstützen müssen. Nun bin ich nicht sonderlich talentiert und filigranes Arbeiten liegt mir auch überhaupt nicht. Wäre es also zu viel verlangt, auf der Verpackung einen entsprechenden Vermerk anzudrucken?

Das Zusammenkleben der Laterne war nämlich nicht so einfach. Erst musste man die winzigen Schuppen des Drachens ausschneiden, die merkwürdigerweise nicht wie die restliche Pappe vorgestanzt waren. Anschließend sollten die filigranen Teilchen mit Klebe vorsichtig bestrichen werden, um sie auf die Haut des Drachens zu kleben. Da frage ich mich doch, weshalb man keine selbstklebende Folie genommen hat, wenn doch sonst schon so viel vorbereitet gewesen ist. Jetzt könnte man natürlich sagen, ja wo bleibt denn dann der Bastelspaß, wenn schon alles fertig ist? Aber ich kontere mit, warum müssen die Kinder oder bei uns dann viel mehr die Eltern sich mit Feinstarbeit beschäftigen, während die Hauptteile, die auch Grobmotoriker ausschneiden können, vorgestanzt sind? Es ergibt wenig Sinn.

Mein Patensohn gab mir klare Anweisungen, welche Arbeitsschritte ich als nächstes Durchzuführen hatte. Als wir endlich die eine Seite des Drachens geschafft hatten, mussten wir uns mühselig mit der zweiten beschäftigen. Fun fact: wir haben natürlich nicht bedacht, dass die Haut des Drachens jetzt spiegelverkehrt beklebt werden musste. Hahahaha! So klebten also die Schuppen nicht wie auf der Zeichnung abgebildet im oberen Drittel des Tieres, sondern irgendwo seitlich oder an den Füßen. Genau erinnere ich es nicht mehr.

Das macht aber auch nichts, denn letztendlich hatten die Kinder so viel Spaß und auch wir fanden es lustig, auf dem Fußboden hockend Laternen zu gestalten, deren Verpackung ein einfaches Bastelerlebnis suggerierte.

Die fertigen Laternen habe ich vor lauter Erschöpfung nicht mehr fotografiert, wie ich jetzt beim Durchsehen der Fotos feststelle.

Wer von Euch noch Last-Minute eine Laterne basteln möchte, der kann mal bei Geborgen Wachsen vorbei schauen. Dort gibt es nämlich eine Laternenanleitung, die wirklich leicht ist und bei denen die kleinen Künstler weitestgehend selbstständig arbeiten können.

xoxo
Christine

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