New York Raspberry Cheesecake

Seit Monaten, ach was rede ich, seit Jahren, schleiche ich immer wieder bei Starbucks um den New York Raspberry Cheesecake herum, wohlwissend, diesen nicht essen zu können. Viel mehr als der Geschmack interessierte mich, wie sie wohl die hübschen Himbeerkringel auf die Käsekuchendecke gezaubert bekommen.

So habe ich also das Selbstexperiment gestartet, auch wenn es natürlich etwas schwierig ist, da ich ja nur optisch, nicht aber geschmacklich einen Vergleich ziehen kann.

glutenfreier New York Cheesecake mit Himbeeren

Zunächst habe ich recherchiert und als erstes gelernt, dass man einen New York Cheesecake immer im Wasserbad bäckt. Dies dient dazu, um Rissen im Kuchen vorzubeugen. Denn so ein New York Cheesecake besticht ja vor allen Dingen durch seine glatte Oberfläche und wird, anders als ein klassisch deutscher Käsekuchen statt mit Quark, mit Frischkäse zubereitet. Ich vermute jetzt einfach mal, dass sich Quark beim Backen anders verhält, denn eigentlich kann ich mich nicht daran erinnern, dass die Käsekuchen meiner Mama Risse aufwiesen. Ein Wasserbad hat sie auf keinen Fall verwendet! Daran würde ich mich nämlich erinnern. Auch wenn ich mir wichtige Excelformeln oder andere, sehr einfache Programmcodes, überhaupt nicht merken kann, so verfüge ich doch über ein immenses nutzloses Wissen. An einen im Ofen stehenden Wasserbadkuchen hätte ich mich mit Sicherheit erinnert.

So habe ich also am Samstagabend um 22 Uhr, an dem andere ganz entspannt in der Lieblingsbar sitzen und an ihrem Longdrink nippen, bei einem Glas Weißwein über das Leben philosophieren oder aber das Tanzbein schwingen, mein erstes Wasserbad-Backerlebnis gestartet.

Statt einer Springform habe ich eine geschlossene Backform verwendet. Erstens war mir das Backen im Wasserbad etwas suspekt und zweitens sind meine Springformen nicht so schön, dass ich ihnen das Nicht-Eindringen vor Flüssigkeit zutraute. Tatsächlich hat das Backen im Wasserbad tadellos geklappt. Risse hat der Kuchen keine und Wasser, nun ja, dass konnte unmöglich an den Teig gelangen.

Den „Rasperberry-Swirl“, also das Himbeermuster, habe ich mit Hilfe eines Teelöffels und Zahnstochers gezaubert. Man nennt das marmorieren und kennt es vom Backen des Marmorkuchens, auch wenn man hier ja eher zur Gabel greift und schwungvoll seine Bahnen durch den Kuchenteig zieht.

Auf einen Kuchenboden habe ich übrigens verzichtet, obwohl ich extra noch glutenfreie Butterkekse gekauft habe. Mir war der Schritt in Anbetracht der Uhrzeit dann doch zu tüdelig und unter uns gesagt, mag ich beim Käsekuchen den Boden eigentlich sowieso nie. So spart man sich also überflüssige Kalorinen und kann stattdessen lieber noch einen Löffel mehr von der leckeren Creme essen.

Denn cremig ist der New York Cheesecake auf jeden Fall, sodass es sich anbietet, tatsächlich nur einen kleinen Kuchen zu backen. Cremig und kompakt, um ganz genau zu sein.

Der zarte Geschmack der Himbeeren gibt dem Kuchen eine erfrischende Note. Statt Marmelade habe ich einfach frische Himbeeren püriert und diese durch ein Sieb passiert. Die Soße ist tatsächlich recht säuerlich, aber ich habe bewusst auf die Zugabe von Zucker verzichtet, da die Creme für meinen Geschmack schon süß genug ist.

Und das Fazit?

Unglaublich lecker, auch wenn man nach einem Stück pappsatt ist! Zu meinen Testessern gehörte dieses Mal übrigens auch der Schwiegerpapa, der begeistert war. Seine Stimme gilt gleich mehrfach, da er nämlich ein absoluter Genussmensch ist, was ich großartig finde. Wenn Ihr also mal fein Essen gehen wollt und dazu ein gutes Glas Wein trinken möchtet, müsst Ihr ihn nur anrufen, er hat gleich einen oder mehrere Tipps parat.

Und optisch? Nun ja, da geht Starbucks wohl als Sieger hervor. Das Himbeermuster ist mir bei weitem nicht so gelungen, wie dem amerikanischen Coffeehouse. Das liegt allerdings nicht unbedingt an meiner etwas grobmotorisch veranlagten Handwerk, sondern wohl auch viel mehr an den Zutaten und der Zubereitungsart. Während ich getrost sagen kann, dass in meinen Kuchen nur sechs Zutaten kommen, ist die Liste der Konkurrenz sicherlich länger. Nicht immer ist Aussehen alles!

Happy Wednesday,
xoxo
Christine

New York Raspberry Cheesecake

Für den Teig

  • 400 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
  • 80 g Zucker
  • 1 Päckchen Bourbon Vanillezucker
  • 1 EL Vanilleextrakt (kein Vanillearoma, solltet Ihr keinen Vanilleextrakt haben, nehmt einfach nur Rum / Bourbon)
  • 2 Eier

Für die Himbeertupfen

  • 1 Schälchen frische Himbeeren (Hinweis: ihr benötigt nicht die gesamte Soße)

Die Himbeeren waschen und mit einem Zauberstab ca. 30 Sekunden lang pürieren. Danach die Soße durch ein Sieb passieren, um so die Kerne zu entfernen.

Den Ofen auf 170°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform von 15 cm Durchmesser mit Backpapier versehen. Ich habe zusätzlich auch die Ränder mit Backpapier versehen. Meine Form ist von Wilton.

Den Frischkäse mit dem Mixer sehr cremig rühren. Anschließend den Zucker, Vanillezucker und Vanilleextrakt hinzugeben und nochmals mit einer vermengen. Anschließend die Eier einzeln dazugeben, kurz verrühren. Den Teig in die Form geben. Die Himbeersoße mit einem Teelöffel vereinzelt auf die Oberfläche geben. Mit einem Zahnstocher Wirbel ziehen bzw. den Kuchen marmorieren.

Den Kuchen jetzt in eine ofenfeste Form stellen. Diese sollte idealweiser etwas größer und so tief sein, dass die Kuchenform bis zur Hälfte der Füllung im Wasserbad stehen kann. Die Form samt Kuchen in den Ofen geben. Erst dann vorsichtig kochendes Wasser in die Form geben, sodass der Kuchen nun im Wasserbad steht. Aber Achtung: nicht zu viel Wasser in die Form gehen, der Kuchen soll schließlich nicht schwimmen gehen.

Den Kuchen ca. 35-45 Minuten backen. Die Mitte soll noch weich sein, das wird sich nach der Kühlung jedoch ändern. Den Kuchen in der Form komplett auskühlen lassen, dann sechs Stunden oder am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen. Nehmt den Kuchen kurz vor dem Servieren aus dem Kühlschrank.

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