Bücherempfehlungen für den Frühling

Der Frühling kommt mit großen Schritten, die Bäume werden endlich wieder grün und überall sieht man am Wegesrand, Parks und Gärten Blumen sprießen. Warum sich nicht einfach mal ein schönes Buch schnappen, auf dem Balkon oder am Wasser gemütlich machen und sich eine kleine Pause gönnen? Ich habe heute sieben Buchvorstellungen ganz unterschiedlicher Art. Selbst für Kinder ist etwas dabei!

Da ich keine schwere und depressive Literatur mag, sondern der Ansicht bin, dass man beim Lesen gut unterhalten werden sollte, habe ich weder Klassiker, Dramen noch Weltliteratur dabei. Ich liebe Krimis, aber bitte nicht zu blutrünstig, fröhliche Geschichten und hin und wieder auch einen Spionagethriller. Die Welt ist so schon ungerecht und dunkel genug, dazu brauche ich nicht noch zusätzlich finstere Literatur.



Als ich erwachte – Cynthia Swanson (übersetzt von Ute Brammertz)

Eines Morgens wacht Katharyn auf und wundert sich über ihren sonderbaren Traum. Sie lebte in einem großen Haus, war mit einem gut aussehenden Ehemann verheiratet und Mutter dreier Kinder. Sie schien glücklich zu sein, alles war perfekt. Doch sie ist nicht verheiratet, sondern Single und stolze Besitzerin einer kleinen Buchhandlung. Dennoch lässt sie der Traum nicht los, da er fortan jede Nacht wiederkehrt.

Das Buch habe ich geschenkt bekommen und ich muss sagen, dass ich es recht lange liegen ließ, bevor ich es überhaupt anrührte. Denn normalerweise lese ich kaum Romane, erst recht keine typischen Frauenromane. Die Geschichte ist recht vorhersehbar, alleine schon wegen Buchtitels. Dieser lässt nämlich erahnen, wie die Geschichte endet. Im Englischen heißt das Buch übrigens „The Bookseller“, was ich für wesentlich gelungener halte. Vermutlich würde es sich dann aber im deutschsprachigen Raum nicht so gut verkauft.

Die Geschichte beginnt recht zäh und nimmt erst später ein wenig Fahrt auf. Sehr sympathisch fand ich jedoch, dass die Handlung in den 1960er Jahren spielte.

Wer gerne Romane liest, die einen ein wenig nachdenklich stimmen und hin und wieder ein Tränchen fließen lassen, der ist mit diesem Buch absolut richtig beraten.

Der Killer – David Balducci (übersetzt von Uwe Anton)

Will Robie arbeitet als Auftragskiller für die Regierung. Er gehört zu den Besten, die niemals ihr Ziel verfehlen, bis er eines Tages die Zielperson nicht eliminiert. So wird er vom Jäger zum Gejagten. Während seiner Flucht trifft er auf die 14jährige Juliet, deren Eltern kurz zuvor erschoßen worden sind.

Wer leichte Unterhaltungskost liebt und Filme wie James Bond mag, dem wird der Thriller gut gefallen. Die Kapitel sind kurz, die Sprache leicht und fließend, sodass man selbst abends im Bett ganz entspannt ein paar Seiten lesen kann.

Die Drei Fragezeichen und der unsichtbare Passagier – Hendrik Buchna

Justus, Peter und Bob steht eine unvergessliche Zugreise mit dem Coast Imperial bevor, der sie von Los Angeles bis nach Seattle bringen soll. Die drei freuen sich auf die unerwartete Reise und genießen den Ausblick der vorbeiziehenden Landschaft, bis plötzlich ein Mitreisender spurlos verschwindet. Handelt es sich um eine Entführung? Die drei Fragezeichen wittern einen neuen Fall und ermitteln, mit dem Wissen, dass Ihnen nicht viel Zeit bleibt. Denn der nächste Bahnhof bietet die perfekte Fluchtmöglichkeit.

Das Buch hat mir der Sohn einer Freundin geliehen, als ich krank daheim im Bett lag. Was für ein Glück! Denn ehrlich gesagt hätte ich es mir selbst nicht gekauft oder aus der Bücherhalle entliehen (so nennt man in Hamburg die Öffentlichen Bibliotheken), da ich es für ein langweiliges Kinderbuch gehalten hätte. Ein Kinderbuch bleibt es wohl, da die Altersempfehlung zwischen 10-12 Jahren liegt und auch wenn ich natürlich nur geringfügig älter bin. Jedoch liest sich das Buch gut und steht den Hörbüchern in nichts nach. Ich bin immer davon ausgegangen, dass jedes Hörspiel auf einen Buch basiert und anders rum. Das es jedoch Bücher gibt, die nicht vertont werden, wusste ich tatsächlich nicht. Für alle Drei Fragezeichenfans ist das Buch ein absolutes Muss.

Sungs Laden – Karin Kalisa

Ein kleiner vietnamesischer Laden verändert das Leben der Berliner ganz schleichend und verwandelt die Stadt nach und nach in einen fröhlicheren und leichteren Ort. Zwischen Häusern spannen auf einmal Bambusbrücken, ein Zahnarzt schiebt sonntags eine Sonderschicht für Patienten aus Vietnam ein, Parkwächter tragen Kegelhüte und überhaupt herrscht in der Metropole auf einmal richtig gute Laune.

Ein wunderbarer Roman, der von gelungener Integration erzählt und die Welt, zumindest für einen Augenblick zu einem besseren Platz macht. Selten habe ich eine so schöne, beschwingende und leichte Geschichte gelesen, die dabei kein bisschen kitschig ist. Sie macht Lust, sich sofort in den nächsten Zug nach Berlin zu setzen und nach Sungs Laden zu suchen, um an dem leichten, bunten und unbeschwerten Leben teilzunehmen.

Der Tote im Strandkorb – Anna Johannsen (e-Book)

Auf Amrum wird in einem Strandkorb der Leiter eines Kinderheims tot aufgefunden. Offizielle Todesursache: ein Herzinfarkt. Doch seine Frau hat Zweifel. Lena Lorenzen vom Landeskriminalamt Kiel ermittelt auf der Insel, die sie vor über 14 Jahren Hals über Kopf verlassen hat. Ihr Privatleben ist kompliziert, ebenso der Fall. Wer könnte ein Interesse daran gehabt haben, den Heimleiter zu töten? Und gibt es die mysteriösen Kontakte, die auf einmal auftauchen, auch tatsächlich?

Durch Zufall bin ich auf das e-Book von Anna Johannsen gestoßen, dass erst im März diesen Jahres erschien ist. Die Protagonistin Lena Lorenzen ist mir mit ihrem teilweise unkonventionellen Vorgehen ganz sympathisch gewesen, ebenso der Verzicht auf blutrünstige Passagen. Krimis, in denen der Mord detailliert beschrieben wird, liegen mir nämlich nicht wirklich. Tatsächlich hat die Beschreibung der Landschaft von Amrum dazu geführt, mein Interesse für einen Besuch auf der Nordseeinsel zu wecken. Obwohl ich ein absoluter Nordseeliebhaber bin, habe ich es bisher nur nach Sylt und Föhr geschafft!

Gegenwind – Gisa Pauly

Mamma Carlotta ist wieder zu Besuch bei ihren Enkelkinder und Schwiergsohn auf Sylt. Sie engagiert sich als Streckenposten für den Syltmarathon, auch wenn sie von sportlichen Betätigungen eigentlich nichts hält. Plötzlich bricht ein Jugendlicher vor ihren Augen zusammen und stirbt. War es ein Unfall oder gar Mord? Angeblich soll ihm sein Trainer vor dem Start etwas zugesteckt haben, was der Junge geschluckt hat. Mamma Carlottas Schwiergsohn, Kriminalhauptkommissar Erik Wolf, nimmt die Ermittlungen auf und natürlich schnüffelt auch Mamma Carlotta selbst hinter seinem Rücken.

Der 10. Fall von Mamma Carlotta hat mir im Gegensatz zu den vorherigen Büchern wieder sehr gut gefallen. Leichte Unterhaltung, die einem zum Schmunzeln anregt und einem gleichzeitig das Gefühl vermittelt, mitten im Geschehen dabei zu sein. Nicht zu vergessen die Kochkünste von Mamma Carlotta, die auch in diesem Band nicht zu kurz kommen (eine wunderbare Gelegenheit, sich Ideen für das nächste Abendessen zu holen). Auch wenn das Buch als Krimi gekennzeichnet ist, so würde ich es eher als Roman einordnen.

Der Pfau – Isabel Bogdan

Ein Wochenende in den schottischen Highlands, dass ganz anders verläuft, als geplant. Eine ehrgeizige und dominante Chefbankerin will mit ihrem vierköpfigen Team die Zusammenarbeit verbessern und reist samt Köchin und Psychologin auf das Anwesen der McIntoshs an. Doch ein verrückt gewordener Pfau bringt den Ablauf ziemlich durcheinander. Die pragmatische Lösung der McIntosh, dem Pfau gerecht zu werden, löst eine unbeabsichtigte Kettenreaktion aus und ein plötzlicher Wintereinbruch führen dazu, dass das Wochenende ganz anders verläuft, als geplant.

Es wirkt an dieser Stelle sicherlich ziemlich grotesk, da ich jetzt den dritten Roman vorstelle und vorher betont habe, Romane nicht sonderlich gerne zu lesen. Auch dieses Buch lag Monate unberührt bei uns im Wohnzimmer, bevor ich endlich dazu griff. Isabel Bogdan kenne ich bereits von ihrem Blog Is a Blog, den ich Dank ihres Humors immer wieder gerne lese. Dennoch sprach mich der Roman, der zurecht reihenweise gute Kritiken erntete, zunächst nicht an. Ganz zu unrecht, wie sich herausstellte! Nicht viele Autoren schaffen es, humorvolle Romane zu schreiben, die dabei nicht abgedroschen wirken.

Lasst es Euch gut gehen,
xoxo
Christine

{Hinweis: alle vorgestellten Bücher habe ich entweder selbst gekauft oder ausgeliehen. Ich stelle hier einfach nur ein paar Bücher vor, die mir gut gefallen haben.}

Bildquelle: alle Bilder via Heymann – beim Klicken auf die Bilder gelangt man direkt zum Buch

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