Asiatische Kartoffelsuppe mit Shiitake Pilzen oder wenn der DHL Mann klingelt

Montag!

Nach einer Woche Urlaub fällt mir so eine Arbeitswoche immer gleich viel schwerer. Die Woche erscheint endlos lang, ausschlafen ist auch nicht mehr angesagt und besser ist es, wenn man abends auch pünktlich ins Bett geht.

Lustigerweise bin ich die gesamte letzte Woche keinen Tag länger im Bett liegen geblieben, sondern immer so aufgestanden, als wenn ich ins Büro gehen würde. Mein Tag war stets vollgepackt mit vielen Dingen und sobald ich abends im Bett lag, habe ich mich schon sehr auf den nächsten Tag gefreut.

Ich habe bei weitem nicht alles geschafft, was ich wollte. Wettertechnisch war die Woche zwar nicht so prickelnd, aber merkwürdigerweise hat es mich absolut nicht gestört, was vielleicht auch daran lag, dass ich zum einen wusste, dass das Wetter am Wochenende sehr sonnig werden sollte und ich zum anderen so viel unterwegs war, dass es mir egal war, ob es geregnet hat oder nicht.

asiatische Kartoffelsuppe mit Shiitake Pilzen vegan

Ich wünschte, diese Einstellung hätte ich auch, wenn ich im Büro sitzen würde. Da ist das Wetter nämlich immer verkehrt. Wenn es regnet ist es zu nass, wenn die Sonne scheint, entweder zu heiß oder zu schön zum Arbeiten. Jaaaa, wir sitzen in so einem Freilichtbüro. Wir haben ja nichts!

Jedenfalls wollte ich Euch noch rasch von meinem tollen Freitag erzählen. Dann habt Ihr quasi meinen gesamten Urlaub mit erlebt. Erst waren wir gemeinsam auf Sylt, dann bei Regen an der Elbe, anschließend in Bremen, fehlt nur noch der Freitag.

Am Freitag war ich einkaufen, was jetzt natürlich erst mal nicht so spannend klingt. Als ich jedoch ins Parkhaus fuhr, wunderte ich mich, dass es brechend voll war. Das Parkhaus wird, wenn nicht von Anwohnern, sonst eigentlich nur von Besuchern eines Supermarkts benutzt. Selbst am Wochenende kommt man nicht in Schwierigkeiten, einen Parkplatz zu finden.

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Allerdings war im Parkhaus Stau! Als ich bis zum Ende durchgefahren war und um die Ecke bog, parkte mitten auf der Fahrspur ein kleiner Fiat 500 mit geöffneter Tür! Der Fahrer war verschwunden. Ja, wie jetzt, dachte ich mir! Ist der hier spazieren gegangen oder hat er einen Clown gefrühstückt? Der kann doch nicht einfach verschwinden. Da allerdings vor ihm weit und breit kein freier Parkplatz in Sicht war und sich zum Ausgang bereits eine lange Blechschlange bildete, stellte ich den Motor aus und stieg ebenfalls aus. Erst habe ich überlegt, ob ich den Wagen nicht einfach da stehen lasse und mal rasch einkaufen gehe, aber ich wollte nicht, dass mich alle hassen.

Schuld an dem Chaos war übrigens eine defekte Schranke, welche die entwerteten Tickets nicht akzeptierte oder erkannte. Irgendwann löste sich der Stau auf und ich konnte das Auto ordnungsgemäß abstellen.

Im Supermarkt selbst begegnete mir wieder die Komplimente-Oma, die ich bereits vor einigen Wochen an der Elbe getroffen habe. Dieses Mal sprach sie nicht nur Englisch mit mir, sondern auch Deutsch. „Eine schöne junge Dame. Very good“ und zack, ging sie weiter. Wie toll ist es bitte, im Supermarkt von einer fremden Person ein Kompliment zu erhalten? Ich fühlte mich in meinem neuen Outfit gleich noch viel schicker und wuchs um mindestens 5 Zentimeter. Wer da trotz Regenwetter keine gute Laune bekommt, ist selber Schuld.

Als ich an der Kasse meine Ware gerade aufs Band gelegt hatte, fiel mir übrigens auf, dass ich gar kein Geld dabei hatte. Es lag noch im Auto… Ich war ja schon so aufgeregt wegen des Staus im Parkhaus, dass ich es glatt habe liegen lassen. Also legte ich die ganze Ware wieder in den Einkaufswagen, stellte ihn beiseite, flitzte zum Auto, um mich dann wieder ganz hinten anzustellen. Macht mir aber gar nichts! Ich hatte es nicht eilig und außerdem konnte ich so wunderbar die anderen Menschen und ihre Einkäufe studieren.

Ich schaue mir nämlich zu gerne an, was andere auf das Band legen und überlege mir dabei, was die daraus zu Mittag / Abend / Kaffeeklatsch kochen. Bei manchen würde ich mich dann gerne auch selbst einladen, bei anderen wiederum denke ich „Acccchhhh, für Dich wird dieser Schrott also produziert.“

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Alleine der Besuch im Supermarkt hätte als Highlight für mich gereicht. Aber es kam noch besser.

Als ich wieder zu Hause war, kochte und fotografierte, klingelte es an der Tür. Das der DHL Mann kommen würde, wusste ich. Bloß nicht wann. Und vor allen Dingen nicht, dass er nicht nur ein Päckchen abgeben will, sondern dafür auch noch Geld verlangen würde.

Nun war es nicht so, dass er sich bereichern wollte. Nein, nein! Der Zoll hielt freundlicherweise die Hände auf und wollte gerne 39,78 € haben. Nun habt mal passend neununddreißigachtundsiebzig zur Hand. Wenn jemand nicht gerade Kaufsmannladen oder Bank spielt, liegt die Summe wohl kaum bei passend daheim rum.

Leider hatte der Fahrer weder ein eC-Karten Leser noch Wechselgeld dabei. Dabei war ich echt stolz, dass in meinem Portemonnaie mal keine Ebbe herrschte und wedelt fröhlich mit einem 50,- € Schein. Aber mit großen Scheinen wird man ja nichts.

Ich fragte den Fahrer also, ob wir wohl mal bei den Nachbarn klingeln könnten, um dort das Geld zu wechseln (die haben sicherlich einen Kaufmannsladen im Wohnzimmer stehen). Ja, das sei gar kein Problem, erwiderte er. Also klingelten wir an drei verschiedenen Türen, immer mit dem Ergebnis, dass niemand da war.

Ich fand den Fahrer so unglaublich nett, weil er sich die Zeit nahm mit mir von Tür zu Tür zugehen. Dabei liest man immer wieder, dass die Zusteller einem enormen Zeitdruck ausgeliefert sind. Es tat mir so leid, dass ich ihm das Päckchen nicht abnehmen konnte (er war am Vortag auch schon mal da gewesen, aber ich nicht), dass ich glatt ein schlechtes Gewissen hatte.

Ja okay, sagte ich, dann würde ich das Paket von der Post abholen. Nee, erwiderte er. Das würde nicht gehen. Er sei nicht von DHL, sondern von DHL Express. Bitte was?! Pakete können nur in Wandsbek abgeholt werden. Ja gut, sagte ich. Das sei dann so.

Wir verabschiedeten uns also und ich ging die Treppen wieder nach oben zur Wohnung zurück, als es plötzlich an der Haustür noch mal wild klopfte und der Mann rief „Ey, warte, warte“.

Ich wieder runter. „Isch habe Idee! Fahren zur Tankstelle und da Geld wäscheln“.

Hahaha, und was jetzt kommt, glaubt mir wirklich keiner. Wir sind tatsächlich zu seinem Transporter gelaufen, haben die nächste Tankstelle angesteuert, ich habe das Geld gewechselt, das Päckchen ausgelöst und anschließend hat er mich wieder heim gefahren.

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Ich habe keine Ahnung, ob er auf diese Weise immer alle Päckchen zu stellt, denn dann braucht er ja Ewigkeiten, aber ganz ehrlich, ich hatte noch nie in meinem Leben so viel Spaß und Freude bei der Päckchen Annahme.

Als der nette Mann an der Tür geklingelt hat, habe ich übrigens gerade die Kartoffelsuppe gekocht, die es dann auch zum Abendessen gab. Glücklicherweise ist die Suppe nicht angebrannt, denn wer konnte bitte ahnen, dass ich einen kleinen Ausflug machen würde? Ich habe den Herd natürlich nicht runter gedreht.

Kartoffelsuppen gibt es ja wie Sand am Meer. Die klassisch deutsche Suppe mit Speck und Würstcheneinlage schmeckt mir persönlich überhaupt nicht. Und da ich momentan so auf dem Asiatrip bin, habe ich also eine thailändisch angehauchte Variante mit frischem Galgant , Zitronengras und Ihr ahnt es schon, Ingwer gekocht. Den Ingwer schmeckt man allerdings überhaupt nicht raus, da ich diesen in feine Scheiben geschnitten und nach dem Kochen wieder entfernt habe, ebenso den Galgant und das Zitronengras.

Dazu ein paar angebratene Shitaki Pilze und fertig ist das Abendessen. Wer es ganz fancy genießen möchte (so wie ich), kann sich dazu ein Stückchen Lachs gönnen und ihn in einer Soja-Sesamöl-Reisessig-Soße ausbacken.

So, nach diesem langen Monolog wünsche ich Euch einen fantastischen Montag und einen guten Wochenstart.

xoxo
Christine

Asian Potato Soup

2 EL Sesamöl
1 EL Rotes Thaicurry
3 Schalotten, fein würfeln
1 kg Kartoffeln, schälen, je nach Größe halbieren oder vierteln
700 ml Wasser
30 g frischer Galgant*, in dünne Scheiben schneiden
45 g frischer Ingwer, in dünne Scheiben schneiden
1 Chilischote
2 Stangen Zitronengras
3 Knoblauchzehen, fein hacken
1 Dose Kokosmilch (400 ml, Vollfett – keine light)
Salz zum Abschmecken

1-2 EL Sesamöl
200 g Shiitake Pilze
1 Schalotte, fein würfeln
1 TL frisch geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehe, fein hacken
1 EL glutenfreie Sojasoße
1 TL Rohrzucker

frischer Koriander zum Garnieren

Kartoffelsuppe

In einem großen Kochtopf das Sesamöl erwärmen und dann die Rote Currypaste hinzugeben. Für ca. 1 Minute anbraten. Dabei ständig umrühren und aufpassen, dass diese nicht anbrennt.
Anschließend die Schalotten und Kartoffeln hinzugeben, ebenfalls nochmals 1 Minute anschwitzen und die ganze Zeit dabei umrühren.
Nun das Wasser, Galgant, Ingwer, Chileschote, Zitronengras und Knoblauchzehen hinzugeben. Den Topf mit einem Deckel bedecken und die Kartoffeln so lange kochen, bis sie weich sind. Das dauert je nach Größe der Kartoffeln zwischen 20-30 Minuten.
Sind die Kartoffeln weich, die Zitronenstangen, Galgant und Ingwer entfernen. Das geht am besten mit einer Schaumkelle.
Anschließend die restlichen Zutaten mit einem Zauberstaub sehr fein pürieren, sodass es keine Stückchen gibt. Die Suppe mit der Kokosmilch auffüllen, dabei umrühren und anschließend mit Salz abschmecken. Sollte die Suppe zu dickflüssig sein, einfach einen Schuss heißes Wasser hinzugeben.

Pilze

In einer Pfanne das Sesamöl erwärmen und anschließend zunächst die Schalotten für ca. 1 Minute anschwitzen. Anschließend die restlichen Zutaten bis auf den Rohrzucker hinzugeben und dabei immer wieder umrühren, bis die Pilze anfangen zu bräunen und weich werden. Nach 5 Minuten den Rohrzucker hinzugeben und so lange umrühren, bis sich dieser aufgelöst hat. Die Pilze ggf. mit Salz abschmecken.

Die Suppe in Schüsseln servieren und je 2 EL Pilze auffüllen. Mit Koriander garnieren.

Mengenangaben: die Suppe reicht für 4-6 Personen als Hauptgang. Die Pilze für 2-4 Personen.

Hinweise:

  • Galgant (Thai-Ingwer) gibt es im Asiamarkt
  • statt Kokosmilch kann man auch 1 Becher frische Schlagsahne verwenden
  • Shiitake Pilze gibt es in gut sortierten Supermärkten, auf dem Markt oder beim Gemüsehändler; alternativ kann man auch braune Champignons verwenden

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